Mittwoch, 18. Juli 2018

USP


Marketing für Erstsemester:

„Als Alleinstellungsmerkmal (englisch unique selling proposition oder unique selling point, USP) wird im Marketing und in der Verkaufspsychologie das herausragende Leistungsmerkmal bezeichnet, durch das sich ein Angebot deutlich vom Wettbewerb abhebt. Synonym ist veritabler Kundenvorteil. Das Alleinstellungsmerkmal sollte „verteidigungsfähig“, zielgruppenorientiert und wirtschaftlich sein sowie in Preis, Zeit und Qualität erreicht werden. Der Begriff gehört zum Grundvokabular des Marketings. Ein Alleinstellungsmerkmal, d. h. ein einzigartiges Nutzenversprechen, soll mit dem Produkt verbunden werden.“ Laut Tante Wikiepdia.

Erwähnte ich, dass ich mich hier immer noch kastriert fühle? Die letzte unleidliche Diskussion mit jemand der angeblich nicht mitliest hat dann doch Spuren hinterlassen. Anstatt frei Schnauze völlig unreflektiert alles runter zu schreiben lasse ich es oft, zu oft, sein, immer im Hinterkopf was es für eine Außenwirkung haben könnte. Das ist blöd. Ganz dolle.

Zurück zum Thema. So blöde es klingt, jeder meiner Liebhaber, Freunde (ups, komische Reihenfolge) hat irgendwas, was ihn nicht nur besonders, sondern einzigartig für mich macht. Herr Rosenbaum zum Beispiel hat diese unglaublich anziehende Mischung aus innerer Ruhe und Midlife Crisis. Das führt dazu, dass er eine unvergleichliche Art hat im Hier und Jetzt zu sein und mich dabei mitzunehmen. Das T aus der MTS-Kombo nimmt mich ganz oft total herzlich in die Arme wenn wir uns irgendwo treffen und sagt dann unglaublich herzlich und authentisch „ick mag Dir einfach.“ Und genau in diesen Momenten fühle ich mich auch ungemein gemocht. Tut gut. Diese kleinen Momente sind es, die mich in letzter Zeit so oft an monogamen Konzepten zweifeln lassen. Es wäre unfair all dies auf einen Menschen durch Erwartungshaltung zu laden und im Moment bin ich nicht in der Lage oder willens zu glauben, dass ein Mensch alleine so viele unterschiedliche warme Gefühle ersetzten kann. 

Trotzdem war ich tatsächlich eine recht lange Zeit im gewissen Sinne monogam. Und ob man es glaubt oder nicht mit dem „Schmock-aka-SEK-aka die Polizei“. Seit 3 Wochen fahre ich täglich an dem Bäcker vorbei wo er vor fast 2 Jahren vergeblich auf ein Date gewartet hat, welches eine Freundin arrangierte (lange, doofe Geschichte). Jedes Mal gab es einen kleinen Stich ins Herz. Auf dem Hin- und auf dem Rückweg. Nicht nur wegen ihm, sondern auch wegen mir und der Erinnerung wie schlecht es mir damals im Vergleich zu jetzt ging.

Also bleibt die Frage, warum ich ihn immer wieder in mein Leben lasse und zuletzt auch noch in dieser Nähe und Intensität. Rational betrachtet tut er ja nichts. Also wirklich gar Nichts. Selbst der Kühlschrank den er seit 2 Jahren in den Keller tragen will, steht noch an exakt der gleichen Stelle auf dem Balkon und macht sich inzwischen gut als Blumenständer. Okay, er hat in 2,5 Jahren tatsächlich mal auf der Leiter gestanden und mein Wohnzimmer gestrichen. Damals eine völlig irrationale Situation und jetzt erst recht. Danach kam nämlich streng genommen nichts mehr. 

Na ja, kurzer Perspektivenwechsel. In seiner Welt hat er wahrscheinlich ganz viel getan. Z.B. mal etwas über sich erzählt und ich habe mich gefreut wie ein kleines Kind. Dabei aber völlig vergessen, dass bestimmte zwischenmenschliche Dinge nichts Besonderes sind, sondern normal sein sollten. Ist also ein bisschen wie das Argument mancher Frauen, dass ihr Mann, wenn er nicht betrunken ist, eigentlich ganz toll ist. Also werden schlechte Dinge mit Dingen entschuldigt, die selbstverständlich sein sollten. Verdammt. Ich schweife schon wieder ab.

Was war also sein USP? Was war es was ihn so besonders machte? In den letzten Wochen, Monaten war er ganz aufgetaut. Warmherzig und „zutraulich“. Selbst im Bett wich er von seiner „Grillmeisterschiene“ ab und ließ mal wohltuende Interaktion zu. Wah, wieder sowas was eigentlich selbstverständlich sein sollte und dann als besonders wahrgenommen wird. Egal. Nach einem arktischen Winter findet man plus 5°C halt schnuckelig, anheimelnd warm. Ich hab es genossen. Morgendliche Nachrichten inkl. „ich hab Dich lieb“ Texte. Das hat den Kontakt für mich mit ihm wirklich einzigartig und unglaublich wertvoll gemacht. So sehr, dass ich mich mit keinem anderen getroffen habe.

*hüstel. Okay, es lang auch in der Zeit an meinem extrem engen Zeitmanagement, aber wir wollen mal nicht zu unromantisch werden.

Aber wie das nun mal im zwischenmenschlichen Zusammenhang immer ist, kamen Missverständnisse, Konflikte und Emotionalität irgendwann zusammen und er pflegte wieder seine Funkstille. Und danach war wieder Winter. Ohne Herbst, sofort arschkalt, Übergangsjacke sinnlos. Wie in Berlin, hier gibt es auch nur Sommer 32°C und schwupps, nach Silvester -10°C inkl. eisiger Nordwind. 

Blöd. Mag ich nicht. Will ich nicht. Bin ich auch zu alt für. Bin ja auch nicht mehr im Frühjahr meines Lebens, mit viel guten Willen im Spätsommer, also Altweibersommer. Fuck. 

Jetzt ist es also seit 4 Wochen Winter. Oder besser Winter und ich realisiere, dass wir nie Frühjahr oder Sommer hatten. Lediglich eine Illusion davon.

Action speaks louder than words!

Sowieso bei Kerlen. Wir Frauen reden ja mehr und auch besser. Also, seine Worte waren Schall und Rauch. Weil bloße Lippenbekenntnisse bringen einen nicht weiter. Wenn ich jemanden mag, mehr noch, lieb habe und ihn beteuere, dass er mir wichtig ist, hauen mich Konflikte nicht um. Jedenfalls in meiner Welt. Und die zählt mit den Jahren immer mehr. 

Ich realisiere also, dass sein USP, seine Einzigartigkeit für mich, nur ein kleiner Zaubertrick, eine Illusion war, die wahrscheinlich nur aus meinem Bedürfnis nach Wärme geboren wurde. Ein kleiner Werbetrick mit der gewünschten Wirkung aber erheblichen Nachkauf-Dissonanzen. Ein Me-too, Nachahmerprodukt. Und ich muss mich jetzt entscheiden, ob ich mich nach einem Originalprodukt umsehe welches langfristig seine Werbeversprechen halten kann oder vielleicht sogar den Scheiß gar nicht brauche. 


Dienstag, 10. Juli 2018

failed

Blöd: Wenn man zwar vor der richtigen Zimmernummer, aber im falschen Hotel steht.


Blöder: Wenn der Typ der öffnet zwar brutal gut aussieht, aber eindeutig mit Frauen nichts anfangen kann.







Montag, 9. Juli 2018

Der Lack ist ab.

Eindeutig. Wenn ich mir überlege wie wartungs- und pflegeintensiv ein Körper über 40 ist und welche Dinge ich auf mich nehme um einigermaßen fit auszusehen, scheint sich das Ganze nicht zu lohnen.


Schlendere ich über die Straße, ein Typ kommt mir entgegen, mein Alter, mein Beuteschema. Er lächelt und meint "wunderschön". Ich lächle zurück bis ich bemerke, dass er nur Augen für Cholera hat. Die steht, auch nicht mehr die Jüngste, gelangweilt neben mir.


Und von wegen das wäre der Aufhänger für einen Flirt. Der hat mich völlig ausgeblendet, die desinteressierte Cholera verzückt angesehen wirkte insgesamt als ob er ihr fast einen Antrag gemacht hätte. Dann ging er weiter ohne mich auch nur wahrzunehmen.


Geht`s noch? Cholera ist auch schon in der zweiten Lebenshälfte, sie hat schlechte Zähne, ein paar hat sie sich auch ausgeschlagen. Von Körperpflege hält sie nicht so viel, Charme hat sie wie ein Tiefbauer und sie macht zur Zeit einen Aufriss nach dem anderen. Blöde Kuh die. Ich habe extra ein Bild raus gesucht auf dem sie dumm guckt.



Dienstag, 3. Juli 2018

Schöner Leben

Ist immer wieder wohltuend wenn sich Mühe, Schweiß und Tränen gelohnt haben. In Punkto Büroumzug war der Arschmadenkollege mal wieder In Bestform und ich kurz vorm Freidrehen. Letztendlich hat aber das Gute gesiegt bzw. waren alle von der Arschmade so genervt, dass es nach meinem Willen ging. Gut, jetzt haben ganz viele bis ganz oben mal gemerkt wie er so tickt. Schlecht, ich habe mal wieder kräftemäßig Federn gelassen.


Egal, das neue Büro hat was. Zunächst es ist ruhig. Das Alte lag zwischen zwei Bahngleisen, Fenster zum Recycling Hof. Südseite und Nachbar mit Solaranlage. Kurz höllisch stickig und laut. Außerdem von der Lage und der Infrastruktur so lala. Die Verwaltung war nie erreichbar und um 7 Uhr in der Früh habe ich in 800m Entfernung den ersten freien Parkplatz gefunden. Da hat es selbst die Station mit den bewaffneten Uniformträgern gegenüber nicht raus gerissen.


Gestern, im neuen Büro, hat der Hausmeister mein Schloss von Fahrrad aufgeflext. Das ließ sich nicht mehr  aufschließen. Ich happy, Hausmeister auch. Der hilft gerne. Die Hausmeister sind hier 7 Tage die Woche/24h am Tag im Schichtbetrieb anwesend. Ein Traum wenn man was braucht. Das Büro ist kühl und trotzdem hell. Pest und Cholera liegen entspannt rum. Da Cholera etwas lahmt habe ich heute morgen nicht das Rad genommen, sondern bin zu Fuß gegangen. Ca. 60 Minuten und die beiden hatten genug Bewegung als ich mich an den Rechner setzte.


Im alten Büro war ich selten vor 18 Uhr zu Hause und musste dann die beiden noch auslasten. Jetzt bin ich 18 Uhr zu Hause und die zwei sind schon glücklich.


Mein Fitness Studio ist im Erdgeschoß und macht um 7 Uhr auf. Gestern nach der Arbeit ein bisschen Rückentraining, morgen vor der Arbeit. Bequemer geht`s nicht.


Und ich merke was für eine riesige Entspannung und Zugewinn an Lebensqualität solche Luxus Umstände mit sich bringen.


Ich könnte den ganzen Tag grinsen und tue es auch.

Montag, 2. Juli 2018

Selbsterfüllende Prophezeiung

Wirklich immer wieder erstaunlich wie Menschen agieren und dann nachher durch die Gegend hüpfen und rufen "hab ich`s doch gewusst".


Der Arschmadenkollege kann das ziemlich gut, der Dauerliebhaber auch.


Der verkriecht sich, schwurbelt seine eigene Gedankenwelt ohne sich Feed Back zu holen und verhält sich dann solange wie ein Vollpfosten bis ich völlig entnervt genau in sein negatives Erwartungsschema rein passe.


Apropos eigene Gedankenwelt. Eine Freundin war erstaunt als ihr Date ihr offenbarte, dass er eigentlich noch verheiratet sei und auch dort wohne. Aber da er nicht mehr mit seiner Frau schliefe, könne er ihr gegenüber ja völlig monogam sein. Immer wieder erfrischend wie man sich so um 3 Ecken angeblich moralisch sauber hält. Irgendwie vergleichbar mit Deo anstatt waschen.


Ist aber leider nicht so unüblich, also die Formulierungen so lange biegen bis es für einen moralisch wieder passt. Der oben benannte Dauerliebhaber guckt auch immer wie ein frisch kastriertes Eichhörnchen wenn ich ihn frage, ob seine Frau auch weiß, dass er sich getrennt hat und nur noch wegen dem Kind jede freie Minute dort verbringt.

Samstag, 30. Juni 2018

Tradition verpflichtet


Ich habe mich gestern endlich wieder mal mit M. getroffen. Unfucking-fassbar, dass wir uns jetzt seit 2 Jahren kennen. Unfucking-unfassbarer, wie wir uns hier über den Blog kennen gelernt haben.

Wenn wir uns treffen, dann grundsätzlich in einer Berliner Kneipe mit gewisser Berliner Tradition, meist West Berliner. 

Gestern war es „Zum Hecht“. Ein Berliner Original wie ich es liebe. Es gibt Schmalzbrote und Bockwurst für lau und M. und ich sitzen da, optisch etwas spießig angehaucht und unterhalten uns großartig über belangloses und die Tiefen der Seele. In Momenten wie diesen merke ich, dass ich mal wieder am emotionalen Zombieland vorbei geschrubbt bin, aber noch rechtzeitig die Kurve bekommen habe.

By the way, kennt ihr dass, wenn ein Freund mit dem ihr nie was hattet plötzlich erzählt, dass er frisch liiert ist und ich kurz stutzt? So ganz kurz ein klein bisschen eifersüchtig seid? Wahhhhh….es menschelt.

Schade, dass ich so durch war, dass ich um halb 10 fast vom Barhocker gekippt bin und nur noch in mein Bett wollte. Besonders schade, da der Laden voll mit meinem Beuteschema war. Das nächste Mal gibt es Ibu und RedBull. Man sollte immer bereit sein den zukünftigen Ex kennen zu lernen.

Wenn ihr mal in der Stadt seid und erleben wollt, wie Berlin war, fern ab vom hippen Prenzl Berg:



Donnerstag, 28. Juni 2018

Der erste Eindruck

2. Tag im neuen Büro. Ich gehe mit dem Schnucki vom Büro gegenüber zu Mittag. Irgendwie ist der lecker aber komisch.
Später fällt mir ein, dass ein kurzer Rock nur sexy ist, wenn nicht 2 Tage vorher ein schwarzer Schäferhund meine Schenkel mit einem Punshing Ball verwechselt hat.
Deswegen, und leider wirklich nur deswegen, fragte der Typ mich ständig nach meinem Beziehungsstatus.


Wenigstens hat er mitleidig das Essen bezahlt.