Mittwoch, 7. Februar 2018

Daenerys of the House Targaryen, the First of Her Name, The Unburnt, Queen of the Andals, the Rhoynar and the First Men, Queen of Meereen, Khaleesi of the Great Grass Sea, Protector of the Realm, Lady Regnant of the Seven Kingdoms, Breaker of Chains and Mother of Dragons


Grundsätzlich habe ich nichts gegen ein bisschen Bewunderung. Außerdem mag ich Männer, die zu Ihren Gefühlen und Gedanken stehen. Mir ist dieses Taktieren und strategische Handeln zu wider wenn man sich kennen lernt. Dieses sich bedeckt halten, sich zurück halten und erstmal abwarten, ob alles auf Gegenseitigkeit beruht. Führt meiner Erfahrung nach zu Nichts. Im Zweifelsfall halten sich beide zurück und interpretieren das gegenseitig als nicht allzu großes Interesse und ziehen sich dann zurück. Klar, ein Korb ist nicht schön, aber was hat man zu verlieren, wenn man seinem Gegenüber zeigt und sagt, dass man begeistert, verknallt, angetan oder was auch immer ist?

Aber auch hier gibt es Grenzen. So gerne ich Männer mag, die Gefühle aussprechen und aus der Deckung kommen, so kann auch das einen „touch too much“ werden.

Ich erinnere mich an einen Verflossenen, der wirklich sehr verliebt war. Eines Morgens saß ich völlig verrotzt und erkältet mit Kaffee am Frühstückstisch und er strahlte mich an und meinte: „Du bist so schön wenn Du müde bist.“ Der Kaffee verteilte sich daraufhin von meinem Mund quer über die Tischdecke. Im Sommer war ich drei oder vier Mal mit einem Typen unterwegs. Beim letzten Date landeten wir in einer Kneipe mit abgrundtiefe schlechter und spießiger Live-Musik. Ich hatte schon vorher ein nicht formulierbares komisches Baugefühl und an dem Abend ging mir ein Licht auf. Egal was ich erzählte, der Typ strahlte mich an und bewunderte mich. Lobte alles was ich machte und erwähnte immer wie toll ich doch bin. Wahrscheinlich hätte ich auch von der Konsistenz des morgendlichen Stuhlgangs erzählen können und er wäre voller Bewunderung gewesen. Als er dann noch erklärte, dass für ihn ausschließlich ein monogames Beziehungskonzept in Frage käme, war das ein willkommener Anlass zu verkünden, dass dies das letzte Date wäre.  

Natürlich wollen wir alle jemanden der uns irgendwie anhimmelt, aber halt auch jemanden mit dem man sich konstruktiv reiben kann, oder? Und damit meine ich nicht körperlichen Aneinander reiben. Zudem ich diese absolute Bewunderung und Zustimmung echt gruselig finde. Die Männer bauen sich ein perfektes und tadelloses Bild von einem auf. Heben einen auf einen Podest, auf einen Thron, aber das muss meiner Meinung nach scheitern. Niemand ist perfekt, keiner ohne Tadel, soll und muss man auch nicht. Was, wenn der Kerl das erste Mal mitbekommt, dass man nicht immer und zu jeder Zeit anbetungswürdig ist?

Man stürzt unweigerlich tief vom Sockel. Und der Mann ist enttäuscht, gefrustet und manche werden dann richtig fies. Ihr Bild ist zerstört und sie geben mir, der Frau, die Schuld. Spätestens dann wird`s anstrengend. Manche beißen auch richtig nach aus Bitterkeit. Sie erkennen nicht, dass sie ein Trugbild der Perfektion gemalt haben, dem niemanden standhalten kann. Gruselig.

Ich bin zu alt um als Projektionsfläche für unerfüllbare Ansprüche und Wünsche zu dienen. Aktuell habe ich da einen in der Pipeline, der hoffentlich nicht in diese Richtung tendiert, obwohl es im Moment den Anschein macht. Wir hatten noch kein erstes Date und er ist schon hin und weg. Mal sehen ob es ein positives offenes und ehrliches „begeistert“ ist oder ab er versucht mich in eine nicht gewollte Rolle zu drücken.



 

Kommentare:

  1. Mit zunehmenden Alter wird die Partnerwahl einfach schwieriger. Denke ich zumindest. Einfach weil man keine Illusionen mehr hat.

    Das zum einen gut, zum anderen aber auch schade.

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    1. ich wohne schon länger alleine, mit dem letzten Verflossenen hatte ich auch eigene Meldeadresse. Manchmal zweifle ich arg, ob ich für`s "zusammen wohnen" noch tauge

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  2. Ich hatte das Glück bereits in meiner ersten Beziehung zu lernen, dass man den anderen mit seinen Fehlern sehen und auch kritisieren kann und dass das am Ende tatsächlich noch viel mehr verbindet als irgend eine kurzweilige Verliebtheit. Das vertreibt auch ganz schnell Eifersüchteleien und Versuche von Besitznahme. Da bin ich sehr dankbar für.

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  3. Hhm, aber ist es nicht irgendwie komisch angehimmelt zu werden, das zu genießen und gleichzeitig zu wissen, dass noch anderen der Himmel auf Erden bereitet wird?
    Denn dann ist Frau (oder Mann) doch gar nicht im 7. Himmel sondern dem Trugbild von Gleichartigkeit aufgesessen.
    Vielleicht denke ich da zu archaisch, aber ich könnte nie eine Frau "anhimmeln" die ich teilen muss.

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