Montag, 22. Januar 2018

i kissed a girl

Also, ehrlich gesagt weiß ich ja nicht, warum immer so ein riesen Hype gemacht wird, wenn Mädchen sich küssen. Ich erinnere mich noch wie alle schlechten Medien darüber berichtetet, dass Madonna "ich weiß nicht mehr wen" mit Zunge öffentlich geküsst hat. Ich meine, sobald Mädels miteinander knutschen bekommt das sofort so einen Soft-Porno-Touch.


Wenn zwei Männer küssen, redet keiner darüber. Darf man auch nicht. Würde man sofort in die homophobe Ecke gestellt werden. Das hat im Namen der Toleranz nun mal normal zu sein. Dabei werden wir Mädchen eh viel mehr auf innergeschlechtlichen Körperkontakt erzogen. Händchen halten und schmusen schon in jungen Jahren für Mädchen völlig legitim. Egal.


Also, ich für meinen Teil kann nur sagen, dass ich in der richtigen Stimmung und Umgebung unglaublich gerne mit Frauen knutsche. Und das obwohl ich so gar nicht bi bin. Echt nicht. Sex mit einer anderen Frau hat für mich nichts Erstrebenswertes. Ist keine spießige Einstellung, ich hab`s probiert und ist halt nix für mich. Allerdings knutschen oder zarten Körperkontakt mit Frauen kann ich großartig finden. Zudem bisher jede Frau mit der ich geknutscht habe eine gute Küsserin war. Was man von den Kerlen nicht unbedingt behaupten kann.


Die meisten Kerle machen aus dem Küssen immer irgendeinen mehr oder weniger schlechten Akt des Vorspiels. Da gibt es die Typen, die gleich mal die Mandeln mit untersuchen und somit unbeabsichtigt das Thema Atemreduktionsspielchen auf den Tisch bringen. Oder die Rührer. Örghs. Von denen, die einem gleich die Zähne putzen ganz zu schweigen.


So was ist mir mit einer Frau noch nie passiert. Frauen küssen um des Küssens Willen und nicht weil sie gleich zeigen wollen was sie für ein Hengst sind.


Freitagabend. Mein midlife crisis Teufelchen hatte ja meine Vernunft knock out geschlagen und ich war auf der Piste. Ich schwör`s, bis 19:00 Uhr hatte die Vernunft mich fest im Griff und ich saß mit Wärmflasche und Tee auf dem Sofa. Schonen, dicke Mandeln und Antibiotika. Montag für`s Büro fit sein und so. Und dann kam irgendjemand auf die Idee mich zu fragen ob ich zu dieser 20er Jahre Kostüm Party für Erwachsene mitkomme. Da klingte es bei mir leider aus. Ich hatte so gar keine Lust auf Vernunft. Das kann ich in 15 Jahren noch sein und dann dieses Kleid, das ich so lange nicht mehr anhatte. Egal.


J. steht auf der Gästeliste und fairerweise informiere ich ihn, dass ich auch da sein werde. Muss ich nicht, aber ich habe keinen Bock auf plötzliche, unangenehme Situationen. Begleitung des Abends kenn ich noch gar nicht. Wir schreiben seit August mehr oder weniger regelmäßig. Ich finde ihn nett, aber nicht besonders aufregend. Das passt und beruhigt mein schlechtes Gewissen. Wenn meine Begleitung nicht aufregend ist, wird es bestimmt keine ausufernde Aktion. So der Plan. Der Theoretische.


Ende vom Lied war, dass ich gut angedüdelt mit 3 Frauen rumgeknutscht habe. Hätte auch mehr machen können, alle drei hatten willige und gut aussehende Begleitungen dabei, aber mein Plan mit dem unaufregenden Typen ging zu 50% auf. D.h. während ich wie ein Teletubbie auf Speed tanze und mich amüsierte, hat er einen Stock im A****. Steht stocksteif rum und bekommt schon `nen halben Infarkt, wenn ich mal eine Rauchen bin. Sprich wir sind auf einer Erwachsenenveranstaltung mit wirklich gut aussehenden, freizügigen Menschen. Die Musik ist höllisch tanzbar und der steht die ganze Zeit wie ein Zinnsoldat an der Tanzfläche. Jo. Und ich habe auch unter dem Einfluss von Alkohol Restanstand. D.h. ich lasse meine Begleitung nicht stehen. Jedenfalls nicht, solange er sich nicht wie`n Vollarsch benimmt. Tut er ja nicht, ist halt nur unlocker.


Also denke ich, vielleicht findet der einfach mich unspannend. Kann ja sein. Ist ja unser erstes Date und ich fange an Mädels anzugraben und ihm vorzustellen. Immer in der Hoffnung, dass da sein Beuteschema dabei ist. Ist es nicht. Er stellt sich höflich vor und wacht dann wieder alla Zinnsoldat über meine Aktivitäten. Örgs. Zwischendurch lerne ich einen extrem hübschen Schweizer kennen, der vor 2 Tagen im gleichen Club in Zürich feiern war wie ich vor 20 Jahren. Wah, d.h. den Schuppen gibt es noch, einen patenten, sehr witzigen Hamburger und so weiter. Ich verkneif mir Alles. Wäre halt arg unhöflich. Der Zinnsoldat steht brav weiter Wache. Nach dem 5 Sekt auf Eis in Kombination mit verschreibungspflichtigen Medikamenten grinse ich ihn an und frag ganz blöd, ob ihm klar ist, was das für eine Veranstaltung ist. Wüsste er, entgegnet er und ich solle mich amüsieren.


Um ca. 5 Uhr brechen wir auf. Ich ordentlich angetüdelt und verwirrt. Ich meine er hat gefragt ob wir da zusammen hin gehen, es war im klar was für eine Art Veranstaltung es ist und auch wie ich manchmal so drauf bin. Er hätte auch locker in jeden Tanztee gepasst, so von der Ausstrahlung. Ich habe bis jetzt keine Ahnung was in ihm vorging.


Wahrscheinlich fand er mich genauso strange wie ich ihn. Stellt euch vor ihr geht mit einer nicht ganz hässlichen Blondine auf eine einschlägige Veranstaltung, dort wie fast immer Herrenüberschuss, aber eure Begleitung schleppt eine gutaussehende Frau nach der anderen an während ihr völlig desinteressiert an eurem Organgensaft nippt. Man macht dann doch immer mal wieder eine neue Erfahrung.


Das gute ist, 2 von den guten Küsserinnen haben mich angeschrieben. Wir werden mal zusammen auf Trebe gehen. Sind beide auch Heten und wie ich nur an gutem Knutschen mit Frauen interessiert. Könnte also mehr als lustig werden, der Mädelsabend.


Kleid, das endlich wieder Gassi durfte:


Dawn of the Dead

Dank Lesertipp gesehen. Ich kannte ihn schon, allerdings ist das so lange her gewesen, dass ich ihn locker noch mal sehen konnte.




Ich habe am Montag meinen Chef klaren Wein eingeschenkt. Jedenfalls irgendwas in der Art. Ich sagte, ich hätte mich aktiv für ihn als Chef entschieden, aber es war arscheng. Ich habe ihm aber auch klipp und klar erzählt, dass ich dafür einem anderen Unternehmen abgesagt habe. Und, dass diese mich doch arg wollten. Da war für ca. 10 Sekunden Ruhe in der Telefonleitung. Er hat sich bedankt. Sagte man hätte sich schon arg Sorgen gemacht, dass ich nach den Vorkommnissen der letzten Monate das Unternehmen verlasse. Mit Recht! Sachlich, aber mit wenig Diplomatie aber ich verdeutlicht, dass ich umgehend weg bin, wenn der Arschmadenkollege auch nur daran denkt so was noch mal abzuziehen. Ich bin mir aber sicher, dass er das wird. Er ist und bleibt ein "Natural Born Arschloch".




Und weil das Leben eine Bitch ist, hab ich mich probt am nächsten Tag mit Halsschmerzen ins Bett legen müssen. Wie früher als Kind habe ich mich gefühlt. Alles tat weh, ich wollte nicht essen. Selbst trinken wurde zur Qual. So hatte ich mir das eigentlich nicht vorgestellt. Also ab Donnerstag die wichtigsten Termine und Dinge erledigt. Antibiotika, Schmerzmittel und tonnenweise Eis.




Freitag. Ich habe das Training am Wochenende abgesagt. Alles ist anstrengend und jetzt in der Kälte rum stehen dem Gesamtkonzept nicht dienlich. Ich werde gefragt, ob ich auf eine Erwachsenen-Motto-Party mit gehen möchte. Möchte ich, wäre aber unvernünftig. 20 Minuten überlegt und trotzig wie ein Teenager beschlossen nicht immer vernünftig sein möchte. Zudem ich da noch dieses eine Kleid im Schrank habe, dass dringend mal wieder Gassi müsste.




Am Ende war ich morgens um 5 zu Hause, war mehr als angetüddert, hatte mit 3 unglaublich hübschen Frauen wild geknutscht, einem abgelegten Liebhaber getroffen und ich sah unglaublich gut aus, meine Begleitung latent überfordert, gelebt, getanzt und viel gelacht. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.





Sonntag, 7. Januar 2018

28 Days later



By the way, guter Film, wenn man wie ich auf Zombies & Co. steht.

Und Zombies passen irgendwie auch gerade zum Gefühl. Jedenfalls wenn ich über den Schreibtisch meinen Kollegen betrachte. Hirnfresser delux. Er schafft es, dass mein Hirn völlig Matsch ist. Das freundlichste was ich gehört habe war „so krank können Sie ja gar nicht gewesen sein, wenn Sie zur Krisensitzung im Büro waren.“ Ich hab Nichts erwidert, wobei genau das extrem anstrengend sein kann. Der Gute jammert, dass er die letzten 14 Tage Stress hatte. Ich frage mich mit was. Projekte hat er keine, Angebote schreibt er auch keine. Egal.

2 Wochen krank, eine Woche Betriebsruhe, 1 Woche wieder arbeiten. In der letzteren kaum geschlafen. Freitag ein kleiner Lichtblick. Cheffe schiebt mir ein unglaublich komplexes Riesenprojekt rüber. Ich liebe sowas, aber ich stelle fest, dass ich keine Ahnung habe und die Arschmade mal wieder Nichts oder `n Scheiß erklärt. Beim Krisengespräch hab ich erwähnt, dass ich mehr von Tante Google weiß als von der Arschmade. Egal.

Kurz vor dem Knock out habe ich Restkräfte mobilisiert und eine Bewerbung geschrieben. Ich bin immer wieder von mir erstaunt, wie ich es schaffe in Notfällen noch mal Reserven zu aktivieren. Das ist gut für`s Ego. Und dass ich da schon zum Vorstellungsgespräch und Probearbeiten war. Toller Job, hab ich Bock drauf. Kann am Geld scheitern, aber ich hab inzwischen noch weitere draußen.

Cheffe zeigt und vermittelt, dass es ihn nicht wundert, dass ich weg geklappt bin. Meine Zahlen, besonders im Verhältnis zu den Zahlen des Hirnfressers, sprechen Bände. Hätte man auch früher sehen können. Ich habe oft genug gesagt, dass es so nicht mehr geht. 

Trotzdem wirkt das Johanniskraut langsam. Ich zieh mich an andren Dingen hoch und merke, dass die Arschmade mich immer weniger juckt. Sein Leben ist negativ, alle wollen ihm was Böses und er kann nie was dafür. Mein Leben wie folgt:


  • Eine Freundin legt eine Zusatzschicht ein, um innerhalb von 12h meine Bewerbung Korrektur zu lesen. Geile Freundin.

  • Ich schreibe eine Bewerbung und das wird gleich konkret. Dortiger Chef super angetan von mir. Ich bin in meinem Job einfach gut!

  • Mein enger Freundeskreis ist im Knock out mit unglaublichem Verständnis und Hilfsbereitschaft für mich da. Mein Gott, hab ich tolle Leute in meiner Umgebung.

  • Ich hab sowieso wieder die Gabe ganz entspannt und warmherzig mit Menschen umzugehen und nicht Alles über zu bewerten. Jo, die Arbeit letztes Jahr hat sich gelohnt.

  • Ich bin gut vernetzt. Habe mir schon auf den wichtigen Veranstaltungen mit Cholera einen Startplatz gesichert. Weil ich durch mein Netzwerk informiert wurde bevor unter der Hand alle Plätze weg waren.

  • Ich hab wieder Bock auf das Training. Und ich habe genug Trainingsmöglichkeiten. In ganz Deutschland. Tut gut, wenn man gefragt wird, ob man zu diversen mitkommen will. Theoretisch bräuchte ich 40 Tage Urlaub.


Und der Jobwechsel? Ich hab eine Liste. Von mir aus, kann mein jetziger Arbeitgeber mich „kaufen“. Drunter mache ich es nicht mehr. Muss ich auch nicht. Offensichtlich bin ich auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt. Tut gut zu wissen, dass man Auswahlmöglichkeiten hat.

Die nächsten 14 Tage wird die erste Entscheidung getroffen. Die 2017 Zahlen liegen vor, wenn ich gehe, knallt es. Weiß jeder. Wenn ich bleiben soll, müssen sie was tun. Und sie wissen, dass dies notwendig ist. Gutes Gefühl.