Donnerstag, 27. Dezember 2018

Umgezogen

Meine Lieben,

ich habe einen neuen Blog. Eine etwas andere Ausrichtung, neues Design, roter Faden. Die Adresse wird irgendwann, wenn er mit Leben erfüllt ist bekannt gegeben.

Montag, 10. Dezember 2018

Prinz Charming - Mathe 6 - setzen

Wir sitzen zusammen in der Raucher Lounge. Es ist lustig. Ich philosophiere, ob ich meinen Stolz zur Seite lege und mein Schicksal akzeptiere. Also das des Alterns. Kurz, ich überlege laut, ob ich zu dieser HotCougars Party gehe und damit entgültig dazu stehe, eher eine MILF zu sein als ich mir eingestehen möchte. So alterstechnisch.

Das Jüngelchen mir gegenüber strahlt und bietet Begleitung an. Ich rede mich mit "die Party ist mir zu teuer" raus. Begleitung heißt meist Verpflichtung. Verpflichtug ertrage ich gerade nicht.

Der Jungsche strahlt weiter und meint wenn man`s durch 2 teilt, sei es gar nicht mehr so teuer.

Ich  rezetiere dem Kerl vor:
Als Solo-Dame zahle ich 30€, als Solo-Herr 90€, als Paar 80€.

Schweigen und Bambi-Blick mit einer gewissen unsexy Leere.

Ach ja, wann werde ich es lernen, Dinge gleich direkt und ungebremst zu formulieren?

Ich:
Schätzchen, ich habe akzeptiert, dass ich oft nur als Rabattmarke für den Eintritt einzelner Herren missbraucht werde, aber erklär mir mal warum ich für Deine Begleitung `n 10er mehr bezahlen sollte?

Wieder dieser leere Blick.

Ich steh auf und beschliesse mehr zu trinken. Viel mehr. Ich kann gewisse Dinge einfach nur noch mit sehr viel Alkohol ausblenden.

Dienstag, 23. Oktober 2018

Dating Pannen – Short Cuts - Part I


Oh Gott, nein, all diese Geschichten sind mir nicht alle in den letzten Monaten passiert. Wäre es so, hätte ich schon längst all mein Geld zum Chirurgen getragen bzw. mich in einer Therapiegruppe angemeldet. Alternativ wäre Burka auch eine Möglichkeit gewesen, aber ich befürchte das ist heutzutage nicht mehr political correct.
 
Part I
Ich sitze im Kaffee, warte auf das spontane Date. Irgendwie hatte ich schon vorher ein schlechtes Gefühl, aber ansonsten auch nichts Besseres vor. Der Typ geht gerne und viel ins Insomnia, alternativ ins KitKat. Beide Läden sind mir in der Masse suspekt. Besonders das KitKat. Ich bin nicht pingelig, aber da  bekomme ich schon Ekel beim Gedanken mich irgendwo hinzusetzen. Das Gesundheitsamt gab neulich entsprechend eine offizielle Warnung raus. Allerdings nicht wegen naheliegendem Genitalherpes oder Diarrhö, sondern hoch ansteckender Gehirnhautentzündung.  Böse Zungen behaupten bei dem typischen KitKat Stammgast jetzt nicht so das Problem. Wenig Hirn, wenig Entzündung. Egal. Ich sitze also da. Plötzlich kommt ein Typ angehetzt. Blass, kalter Schweiß überall. Ich könnte schwören der ist immer noch total drauf. Die Klamotte geht locker beim Tchibo Sale als Schlafanzug durch, Schuhe hab ich leider nicht abchecken können. Wahrscheinlich weil diese fehlten. Er nimmt mein Glas Wasser, leert es im Stehen, schaut mich abschätzig an und meint: „Ey, sorry, das geht ja gar nicht, Du bist ja voll alt.“ Und weg war er. Nach 10 Minuten hab ich gerallt, dass das kein „versteckte Kamera Scherz“ war und bin nach Hause.

Montag, 15. Oktober 2018

Produkttest: Kieser Training


Mein Körper, und neuerdings auch mein Hormonhaushalt, zeigen mir ja mit aller Macht, dass ich mich offensichtlich in der 2. Hälfte meines Lebens und nicht mehr in dessen Blüte befinde. 2 Nächte in einem Bett eines billigen Hotels an irgendeinem Ort den keiner kennt zu den diversen Wettkämpfen oder einfach mal beschissen geschlafen, haben gleich Folgen. Danach kann der auf dem Boden gefallene Schlüssel schon mal eine Herausforderung sein. Jedenfalls eine Größere als Cholera beizubringen alles, wirklich alles, zu apportieren und mir in die Hand zu legen. Aber von wegen Problem erkannt, Problem gebannt. Denn trotz aller Bemühungen schafft weder sie noch Pest es z.B. das Fenster mit Griff über Kopfhöhe zu kippen. Oder die Salatschleuder aus dem obersten Regal zu holen.

Insgesamt befindet sich mein Körper also in einem Zustand, der mit ein bisschen Gymnastik und BlackRoll Sessions nicht mehr zu beherrschen ist. Erschreckend. Und alleine die Vorstellung, dass ich irgendwann mal nach einer Erwachsenen-Veranstaltung nicht mehr kriechen kann, oder noch schlimmer währenddessen, erhöhen den Leidensdruck so enorm, dass etwas dagegen unternommen wird. Allerdings gebe ich zu bedenken, dass mein Budget an frei verfügbarer Zeit ja recht begrenzt ist. Hauptsächlich weil Pest&Cholera ganz offensichtlich noch nichts vom Älterwerden spüren und mich noch richtig fordern. Ich hänge also nach einer 20km Wanderung am nächsten Tag noch entspannt rum, während Cholera aus lauter Langweile Hit&Run mit einem Wildschwein spielt.

Auf dem Weg zur Arbeit komme ich an diversen Muckibuden vorbei. Eine davon wirbt mit 30 Minuten 2x die Woche. Das ist das Argument. Obwohl Kieser, wenn man mal ehrlich ist, ja nicht wirklich sexy ist. Also vom Image. Okay, nicht nur vom Image her.

Kieser ist simpel und hat einen Touch von Mittelalter. Alle Geräte laufen streng mechanisch und müssen auch so eingestellt werden. Vielleicht ist auch das der Trick? Also sozusagen Körpertraining mit Gehirnjogging? Die ersten Wochen habe ich mich mehr als blöd angestellt bei jedem Gerät die richtige Lehnenposition mit dem richtigen Hebel, nebst Fuß- und/oder Griffhöhe einzustellen. Dazu noch ganz simple Addition um die Gewichte einzustellen kann einen schon mal an den Rand seiner Möglichkeiten bringen.

Da es nicht nur mir so geht, läuft also der typische Kieser Kunde mit Klemmbrett und Bleistift durch die Gegend. Kunden aus anderen Kieser Studios irren dazu noch mit fragendem Blick durch die Gänge und suchen die A1 oder die F2.1 oder sonst was. Womit wir beim typischen Kieser Klientel wären. Da gibt es 3 Grundtypen.

Kieser Typ 1:

Omma/Oppa denen man ansonsten keine besondere Fitness zutrauen würde. Ha. Denkste. I.d.R bekomme ich Depressionen wenn Omma vor mir am Gerät war und ganz offensichtlich locker 30kg mehr gestemmt hat und ich noch nicht mal ein lauteres Ausatmen gehört habe.

Kieser Typ 2:

Läuft offensichtlich täglich an die 30km und ist so ausdauersportlich hager. Gewöhnlich Mitte 50 und beruflich fest im Sattel. Kieser ist ja auch kein Schnäppchen. Der ist hier um einen „Ausgleich“ zu schaffen. Aha. Was heißt hier Ausgleich wenn man 500% über der Empfehlung an Bewegung der Weltgesundheitsorganisation liegt? Typ 2 kommt gerne über Mittag, joggt dann wahrscheinlich wieder ins Büro wo er dann bis 21 Uhr seine Sekretärin schikaniert.

Kieser Typ 3:

Hat tatsächlich massive orthopädische Probleme. Typ 3 ist hier weil er dem Leben im Allgemeinem und der Lebensqualität im Besonderen den Kampf angesagt hat und rettet was zu retten ist. Bewundernswert, aber halt genauso unsexy wie Typ 1 und 2.

Bei Kieser wird entsprechend nicht geflirtet oder sonst wie Kontakt aufgenommen. Man ist freundlich und grüßt in der Umkleide, ansonsten geht man rein, zieht sein Programm durch und geht. Basta. Hosen sind bis zum Knie und Shirts mit Ärmeln vorgeschrieben. Es gibt keine Spiegel. In meiner emotionalen Verfassung, so mitten in der Midlife Crisis, großartig. Müsste ich mir hier noch mittzwanzig Jährige nach dem Spinning noch ins Power Body Forming Gedöns gehenden Tussis vergleichen, würd ich mich gleich mal über nette Senioreneinrichtungen informieren. Auch das männliche Pendant zu den Tussis gibt es hier nicht. Zu wenig Raum zur Selbstdarstellung. Noch nicht mal eine Bar mit überteuerten Eiweißshakes gibt es. Keine Musik. Man hört nur das Geklapper der Maschinen. Und hin und wieder ein etwas lauteres, aber nicht aufdringliches Ächzen.

Das liegt am Kieser Prinzip. Langsame Bewegungen und so viel Gewicht, dass der Muskel/die Muskelgruppe im Idealfall nach 2 Minuten komplett ermüdet, um nicht zu sagen am Arsch ist. Wer das richtig macht, atmet einfach nach der letzten Wiederholung etwas lauter aus kurz bevor die Gewichte  auf Null aufschlagen. Natürlich Alles unaufdringlich. Wir sind ja bei Kieser und nicht beim Tennis.

Beim Erstgespräch will der TVD (Trainer vom Dienst) sachte meine orthopädischen Probleme erörtern. Meine Aussage, dass ich ausdiagnostiziert bin und wir das schnell machen können, entlockt ihm kein Lächeln. Hier geht es offensichtlich um die Gesundheit und nicht um Spaß. Ich bekomme ein Programm gestrickt und werde 3 Trainings begleitet, bevor ich das erste Mal alleine mit Klemmbrett und Bleistift durch die Hallen irre. Es dauert bis man sich ein bisschen einfuchst und dieses 2 Minuten Prinzip drauf hat. Ebenso dauert es, bis man wirklich hart zu sich selbst ist. Schafft man mehr als 2 Minuten Gewichte beim nächsten Mal erhöhen, schafft man weniger, dann reduzieren. Das ist das Thema mit der Addition ;-). Also muss man Arsch zu sich sein, am besten auch wenn 2 Minuten rum sind so viele Wiederholungen machen bis die Muskelgruppe einfach den Dienst verweigert.

Nach ca. 4 Wochen sind meine Probleme mit der Schulter Geschichte. Ebenso verkeilte Brustwirbel oder steifer Nacken. Nach 8 Wochen überlege ich mir wann ich das letzte Mal Knieschmerzen beim Treppe laufen hatte. Dann muss ich 2 Wochen Pause machen und zack…da ist sie ja, die Schulter und der auch der Knorpelschaden im Knie. Also wieder weiter. Nach 3 Monaten stelle ich beim locker flockig Fenster kippen fest, dass das Geschlabber am unteren Oberarm Geschichte ist, ebenso weite Teile der Bindegewebsschwäche am A…äh Oberschenkel. Ich muss zudem von 75B auf 80B umsteigen oder Druckstreifen respektieren. Zudem meine Knöchel schlank und rank sind und nicht auf die Idee kommen dort idiotischer Weise Wasser einzulagern.

Ich fühle mich insgesamt besser. Gerade wenn ich müde bin geh ich noch mal zu Kieser. Danach sagen meine Muskeln 10 Minuten chillen und dann gerne Bäume ausreißen, Kühe schubsen oder sonst was hoch Energetisches.

Wenn ich nicht gerade Hitzewallungen habe, aber das ist ein ganz anderes Thema, schlafe ich wie ein Baby. Der Arschmaden Kollege bringt mich selten aus der Ruhe und weil Kieser ist wie es ist, also so gesundheits- rehagedöns orientiert, zahlt mein Arbeitgeber die Hälfte im Zuge der gesundheitsfördernden Arbeitgeberleistungen.

Fazit: wer sich drauf einlässt wird es nicht bereuen.

Selbst die Duschen sind unsexy:



Freitag, 12. Oktober 2018

Kommunikationsfetzen

Ich steh vor der Tür und will einfach nur in Ruhe eine rauchen. Der Typ mit dem Waffenhandel über uns steht auch da und grinst mich wieder blöd an.
Er: harter Tag?
Ich: Nein, Kopfschmerzen.
Er (grinst): Da hilft Sex.
Ich: Ja, weiß ich, hab ich heute Abend.
kurze Pause
Er: Mit Deinem Mann?
Ich: nein, mit einer handverlesenen Auswahl meiner Liebhaber.
Herrlich diese Ruhe.


Ansonsten kann ich als Antwort auf allgemeines Gejammer neuerdings "ach Gottchen" empfehlen. Dann ist auch Ruhe im Karton.


Und wo ist eigentlich der Herr MiM? Seit ich mich mit meinem Arschmaden-Kollegen so richtig in der Wolle hatte, ist es hier herrlich ruhig. Kein unnötiges Gelaber, keine überflüssigen Nebeninfos. Er wäre richtig neidisch.

Dienstag, 9. Oktober 2018

Montag, 6. August 2018

Du weisst, dass Du....

...einen harten Tag hattest, wenn Du die Milch in die Spülmaschine und die Tasse in den Kühlschrank räumst.

Du weisst dass Du diesen Tag bei 38°C hattest, wenn Du es erst beim Ausräumen der Spülmaschine merkst.

Mittwoch, 1. August 2018

Ich glaube es ist ein bisschen warm...

...jedenfalls gibt es dafür ein paar untrügliche Anzeichen:


  1. Die Terrier Attrappe wurde zum ersten Mal seit der Gründung unsere WG auf anstatt unter der Decke gesichtet.
  2. Cholera lässt den Frühsport "Krähen beschleunigen" auf der Wiese ausfallen.
  3. Der übellaunige Jogger der jeden Morgen im Vorbeilaufen "Drecksköter" flucht hält die Klappe, weil er seine Luft und Kraft offensichtlich anderweitig benötigt.
  4. Ein Typ schreibt mich an, ob ich Bock hätte mich mit ihm in seinem Hotel zu treffen. Ich erwische mich dabei wie ich ernsthaft darüber nachdenke anzunehmen. Klimatisiertes Hotelzimmer ist zu verlockend, aber ich befürchte ich kann den Typen nicht weg schicken.
  5. Die gesamte Straße ums Büro ist chaotisch. Offensichtlich befindet sich in 5km Entfernung ein Freibad.
  6. In der Muckibude im EG herrscht gähnende Leere.
  7. Als ich runter latsche und am Tresen vorbei nur meine "ich will nur kurz duschen", ernte ich keine fragenden, sondern verständnisvolle Blicke.
  8. Der Anzugträger vom Büro gegenüber trägt Flip Flops.
  9. Ich falle um 22 Uhr Abends nicht ins Bett, sondern auf`s Rad und mache mit Cholera Ausdauertraining.
  10. Ohrstöpsel damit das Fenster Nachts aufbleiben kann. Jetzt weiß ich, dass man auch in der Ohren schwitzen kann.


Freitag, 27. Juli 2018

Harte Schale - harter Kern

Eigentlich ist Pest ein Poser. Rennt mit senkrechter Rute und stocksteifen Gang auf jeden Rüden zu, nur damit niemand auf die Idee kommt, er würde trotz seiner nur 10kg nicht die dicksten Haufen im Wald machen. Prügelt sich im Notfall auch mit einem erwachsenen Dachs und scheißt im Schutzdienst auf den Arm und springt dem Figuranten gleich in die Klöten.


Aber wenn der Wind um die Fenster pfeift, es gewittert oder man nicht in seinem eigenen Körbchen schlafen kann, ist alles voll gruselig. So sehr, dass man bei Mutti auf dem Schoß/unter den Pulli kriechen muss.


Man könnte also denken, voll das Weichei. Aber das ist für ein hundeähnliches Alien wie Pest nicht differenziert genug gedacht. Die Wahrheit ist, dass er sehr sehr tapfer ist. Er hat die zweite bedrohliche Erkrankung seines Lebens. Nach der Bauchspeicheldrüsenentzündung, hat sich nun das Bauchfell entzündet. Wieder mal etwas, bei dem man als Zweibeiner auf der Intensiv liegen würde.


Pest aber ist tapfer. Wenn man ihn nicht genau kennt, würde man nichts merken. Er rennt proletend durch den Wald, beißt Cholera in die Rute wenn die einen Stock hat und droht jedem Schoko-Labbi umgehend Prügel an, wenn der nur einatmen.


Ich kenne ihn aber genau. Er ist noch anhänglicher als sonst. Latscht mir Abends hilflos hinterher, völlig überfordert mit sich selbst, bis ich mich auch auf´s Sofa setze, er sich einkuschelt und endlich zur Ruhe kommt. Der Arschmaden-Kollege wird nicht mehr angebellt wenn er mal wieder zu spät kommt und es wird nicht alles Essbare ungeprüft inhaliert.


Nach 9 Jahren Wohngemeinschaft ist man halt eingespielt. Niemals würde ich ihn verpetzten und den anderen Hunden erzählen, dass er gerade nicht gut drauf ist. Niemals erzählen, dass er gerade nur Babybrei frisst und noch mehr Streicheleinheiten braucht. Ich weiß doch wie wichtig ihm sein Image ist.

Montag, 23. Juli 2018

das letzte Halsband

Ich in da untypisch Mädchen. Meine Hunde haben nicht zick verschiedene Halsbänder mit Blümchen oder Herzchen.


Für`s normale Gassi gehen gibt es immer Eins um die 10€. Meine Telefonnummer muss drauf stehen. Gerade bei Pest. Der ist war ja öfter mal ohne mich auf der Piste. So konnte die Besitzerin der Auserwählten immer unkompliziert darum bitten ich möchte den Terrier von ihrer Hündin runter holen.


Na ja, er ist jetzt 9 und deutlich ruhiger. Weiber sind nicht mehr so wichtig. Eine Prügelei geht er immer noch ungerne aus dem Weg, aber dafür braucht es nicht meine Nummer in Leuchtlettern auf dem Halsband. Im Gegenteil.


Lange Rede kurzer Sinn, nachdem die alten Halsbänder sich langsam in Wohlgefallen auflösen, gab`s letzte Woche Neue. Scherzhaft meinte ich noch, das letzte Halsband. Muss so ca. 5 Jahre halten und ich glaube nicht, dass Pest uralt wird.


Und als hätte ich es beschrien stellte sich im Laufe der Woche raus, dass der kleine Affe-Fledermaus-Katze-Alien-Hybrid schlechte Leber- und Nierenwerte hat. F***


Ich fasse mal zusammen: Er hat eine Schilddrüsenunterfunktion, Probleme mit der Bauchspeicheldrüse und nun schlechte Leber- und Nierenwerte. Ich schwör`s, der säuft heimlich.  


Alternativ kann´s auch eine verschleppte Leptospirose sein. Auch blöd. Bis Mitte der Woche habe ich weitere Testergebnisse, nächste Woche werden Leber und Niere geschallt.


Leider hab ich ihn in den letzten Wochen eh schon zu oft angesehen und realisiert, dass wir nicht mehr ewig zusammen haben.



Mittwoch, 18. Juli 2018

USP


Marketing für Erstsemester:

„Als Alleinstellungsmerkmal (englisch unique selling proposition oder unique selling point, USP) wird im Marketing und in der Verkaufspsychologie das herausragende Leistungsmerkmal bezeichnet, durch das sich ein Angebot deutlich vom Wettbewerb abhebt. Synonym ist veritabler Kundenvorteil. Das Alleinstellungsmerkmal sollte „verteidigungsfähig“, zielgruppenorientiert und wirtschaftlich sein sowie in Preis, Zeit und Qualität erreicht werden. Der Begriff gehört zum Grundvokabular des Marketings. Ein Alleinstellungsmerkmal, d. h. ein einzigartiges Nutzenversprechen, soll mit dem Produkt verbunden werden.“ Laut Tante Wikiepdia.

Erwähnte ich, dass ich mich hier immer noch kastriert fühle? Die letzte unleidliche Diskussion mit jemand der angeblich nicht mitliest hat dann doch Spuren hinterlassen. Anstatt frei Schnauze völlig unreflektiert alles runter zu schreiben lasse ich es oft, zu oft, sein, immer im Hinterkopf was es für eine Außenwirkung haben könnte. Das ist blöd. Ganz dolle.

Zurück zum Thema. So blöde es klingt, jeder meiner Liebhaber, Freunde (ups, komische Reihenfolge) hat irgendwas, was ihn nicht nur besonders, sondern einzigartig für mich macht. Herr Rosenbaum zum Beispiel hat diese unglaublich anziehende Mischung aus innerer Ruhe und Midlife Crisis. Das führt dazu, dass er eine unvergleichliche Art hat im Hier und Jetzt zu sein und mich dabei mitzunehmen. Das T aus der MTS-Kombo nimmt mich ganz oft total herzlich in die Arme wenn wir uns irgendwo treffen und sagt dann unglaublich herzlich und authentisch „ick mag Dir einfach.“ Und genau in diesen Momenten fühle ich mich auch ungemein gemocht. Tut gut. Diese kleinen Momente sind es, die mich in letzter Zeit so oft an monogamen Konzepten zweifeln lassen. Es wäre unfair all dies auf einen Menschen durch Erwartungshaltung zu laden und im Moment bin ich nicht in der Lage oder willens zu glauben, dass ein Mensch alleine so viele unterschiedliche warme Gefühle ersetzten kann. 

Trotzdem war ich tatsächlich eine recht lange Zeit im gewissen Sinne monogam. Und ob man es glaubt oder nicht mit dem „Schmock-aka-SEK-aka die Polizei“. Seit 3 Wochen fahre ich täglich an dem Bäcker vorbei wo er vor fast 2 Jahren vergeblich auf ein Date gewartet hat, welches eine Freundin arrangierte (lange, doofe Geschichte). Jedes Mal gab es einen kleinen Stich ins Herz. Auf dem Hin- und auf dem Rückweg. Nicht nur wegen ihm, sondern auch wegen mir und der Erinnerung wie schlecht es mir damals im Vergleich zu jetzt ging.

Also bleibt die Frage, warum ich ihn immer wieder in mein Leben lasse und zuletzt auch noch in dieser Nähe und Intensität. Rational betrachtet tut er ja nichts. Also wirklich gar Nichts. Selbst der Kühlschrank den er seit 2 Jahren in den Keller tragen will, steht noch an exakt der gleichen Stelle auf dem Balkon und macht sich inzwischen gut als Blumenständer. Okay, er hat in 2,5 Jahren tatsächlich mal auf der Leiter gestanden und mein Wohnzimmer gestrichen. Damals eine völlig irrationale Situation und jetzt erst recht. Danach kam nämlich streng genommen nichts mehr. 

Na ja, kurzer Perspektivenwechsel. In seiner Welt hat er wahrscheinlich ganz viel getan. Z.B. mal etwas über sich erzählt und ich habe mich gefreut wie ein kleines Kind. Dabei aber völlig vergessen, dass bestimmte zwischenmenschliche Dinge nichts Besonderes sind, sondern normal sein sollten. Ist also ein bisschen wie das Argument mancher Frauen, dass ihr Mann, wenn er nicht betrunken ist, eigentlich ganz toll ist. Also werden schlechte Dinge mit Dingen entschuldigt, die selbstverständlich sein sollten. Verdammt. Ich schweife schon wieder ab.

Was war also sein USP? Was war es was ihn so besonders machte? In den letzten Wochen, Monaten war er ganz aufgetaut. Warmherzig und „zutraulich“. Selbst im Bett wich er von seiner „Grillmeisterschiene“ ab und ließ mal wohltuende Interaktion zu. Wah, wieder sowas was eigentlich selbstverständlich sein sollte und dann als besonders wahrgenommen wird. Egal. Nach einem arktischen Winter findet man plus 5°C halt schnuckelig, anheimelnd warm. Ich hab es genossen. Morgendliche Nachrichten inkl. „ich hab Dich lieb“ Texte. Das hat den Kontakt für mich mit ihm wirklich einzigartig und unglaublich wertvoll gemacht. So sehr, dass ich mich mit keinem anderen getroffen habe.

*hüstel. Okay, es lang auch in der Zeit an meinem extrem engen Zeitmanagement, aber wir wollen mal nicht zu unromantisch werden.

Aber wie das nun mal im zwischenmenschlichen Zusammenhang immer ist, kamen Missverständnisse, Konflikte und Emotionalität irgendwann zusammen und er pflegte wieder seine Funkstille. Und danach war wieder Winter. Ohne Herbst, sofort arschkalt, Übergangsjacke sinnlos. Wie in Berlin, hier gibt es auch nur Sommer 32°C und schwupps, nach Silvester -10°C inkl. eisiger Nordwind. 

Blöd. Mag ich nicht. Will ich nicht. Bin ich auch zu alt für. Bin ja auch nicht mehr im Frühjahr meines Lebens, mit viel guten Willen im Spätsommer, also Altweibersommer. Fuck. 

Jetzt ist es also seit 4 Wochen Winter. Oder besser Winter und ich realisiere, dass wir nie Frühjahr oder Sommer hatten. Lediglich eine Illusion davon.

Action speaks louder than words!

Sowieso bei Kerlen. Wir Frauen reden ja mehr und auch besser. Also, seine Worte waren Schall und Rauch. Weil bloße Lippenbekenntnisse bringen einen nicht weiter. Wenn ich jemanden mag, mehr noch, lieb habe und ihn beteuere, dass er mir wichtig ist, hauen mich Konflikte nicht um. Jedenfalls in meiner Welt. Und die zählt mit den Jahren immer mehr. 

Ich realisiere also, dass sein USP, seine Einzigartigkeit für mich, nur ein kleiner Zaubertrick, eine Illusion war, die wahrscheinlich nur aus meinem Bedürfnis nach Wärme geboren wurde. Ein kleiner Werbetrick mit der gewünschten Wirkung aber erheblichen Nachkauf-Dissonanzen. Ein Me-too, Nachahmerprodukt. Und ich muss mich jetzt entscheiden, ob ich mich nach einem Originalprodukt umsehe welches langfristig seine Werbeversprechen halten kann oder vielleicht sogar den Scheiß gar nicht brauche. 


Dienstag, 10. Juli 2018

failed

Blöd: Wenn man zwar vor der richtigen Zimmernummer, aber im falschen Hotel steht.


Blöder: Wenn der Typ der öffnet zwar brutal gut aussieht, aber eindeutig mit Frauen nichts anfangen kann.







Montag, 9. Juli 2018

Der Lack ist ab.

Eindeutig. Wenn ich mir überlege wie wartungs- und pflegeintensiv ein Körper über 40 ist und welche Dinge ich auf mich nehme um einigermaßen fit auszusehen, scheint sich das Ganze nicht zu lohnen.


Schlendere ich über die Straße, ein Typ kommt mir entgegen, mein Alter, mein Beuteschema. Er lächelt und meint "wunderschön". Ich lächle zurück bis ich bemerke, dass er nur Augen für Cholera hat. Die steht, auch nicht mehr die Jüngste, gelangweilt neben mir.


Und von wegen das wäre der Aufhänger für einen Flirt. Der hat mich völlig ausgeblendet, die desinteressierte Cholera verzückt angesehen wirkte insgesamt als ob er ihr fast einen Antrag gemacht hätte. Dann ging er weiter ohne mich auch nur wahrzunehmen.


Geht`s noch? Cholera ist auch schon in der zweiten Lebenshälfte, sie hat schlechte Zähne, ein paar hat sie sich auch ausgeschlagen. Von Körperpflege hält sie nicht so viel, Charme hat sie wie ein Tiefbauer und sie macht zur Zeit einen Aufriss nach dem anderen. Blöde Kuh die. Ich habe extra ein Bild raus gesucht auf dem sie dumm guckt.



Dienstag, 3. Juli 2018

Schöner Leben

Ist immer wieder wohltuend wenn sich Mühe, Schweiß und Tränen gelohnt haben. In Punkto Büroumzug war der Arschmadenkollege mal wieder In Bestform und ich kurz vorm Freidrehen. Letztendlich hat aber das Gute gesiegt bzw. waren alle von der Arschmade so genervt, dass es nach meinem Willen ging. Gut, jetzt haben ganz viele bis ganz oben mal gemerkt wie er so tickt. Schlecht, ich habe mal wieder kräftemäßig Federn gelassen.


Egal, das neue Büro hat was. Zunächst es ist ruhig. Das Alte lag zwischen zwei Bahngleisen, Fenster zum Recycling Hof. Südseite und Nachbar mit Solaranlage. Kurz höllisch stickig und laut. Außerdem von der Lage und der Infrastruktur so lala. Die Verwaltung war nie erreichbar und um 7 Uhr in der Früh habe ich in 800m Entfernung den ersten freien Parkplatz gefunden. Da hat es selbst die Station mit den bewaffneten Uniformträgern gegenüber nicht raus gerissen.


Gestern, im neuen Büro, hat der Hausmeister mein Schloss von Fahrrad aufgeflext. Das ließ sich nicht mehr  aufschließen. Ich happy, Hausmeister auch. Der hilft gerne. Die Hausmeister sind hier 7 Tage die Woche/24h am Tag im Schichtbetrieb anwesend. Ein Traum wenn man was braucht. Das Büro ist kühl und trotzdem hell. Pest und Cholera liegen entspannt rum. Da Cholera etwas lahmt habe ich heute morgen nicht das Rad genommen, sondern bin zu Fuß gegangen. Ca. 60 Minuten und die beiden hatten genug Bewegung als ich mich an den Rechner setzte.


Im alten Büro war ich selten vor 18 Uhr zu Hause und musste dann die beiden noch auslasten. Jetzt bin ich 18 Uhr zu Hause und die zwei sind schon glücklich.


Mein Fitness Studio ist im Erdgeschoß und macht um 7 Uhr auf. Gestern nach der Arbeit ein bisschen Rückentraining, morgen vor der Arbeit. Bequemer geht`s nicht.


Und ich merke was für eine riesige Entspannung und Zugewinn an Lebensqualität solche Luxus Umstände mit sich bringen.


Ich könnte den ganzen Tag grinsen und tue es auch.

Montag, 2. Juli 2018

Selbsterfüllende Prophezeiung

Wirklich immer wieder erstaunlich wie Menschen agieren und dann nachher durch die Gegend hüpfen und rufen "hab ich`s doch gewusst".


Der Arschmadenkollege kann das ziemlich gut, der Dauerliebhaber auch.


Der verkriecht sich, schwurbelt seine eigene Gedankenwelt ohne sich Feed Back zu holen und verhält sich dann solange wie ein Vollpfosten bis ich völlig entnervt genau in sein negatives Erwartungsschema rein passe.


Apropos eigene Gedankenwelt. Eine Freundin war erstaunt als ihr Date ihr offenbarte, dass er eigentlich noch verheiratet sei und auch dort wohne. Aber da er nicht mehr mit seiner Frau schliefe, könne er ihr gegenüber ja völlig monogam sein. Immer wieder erfrischend wie man sich so um 3 Ecken angeblich moralisch sauber hält. Irgendwie vergleichbar mit Deo anstatt waschen.


Ist aber leider nicht so unüblich, also die Formulierungen so lange biegen bis es für einen moralisch wieder passt. Der oben benannte Dauerliebhaber guckt auch immer wie ein frisch kastriertes Eichhörnchen wenn ich ihn frage, ob seine Frau auch weiß, dass er sich getrennt hat und nur noch wegen dem Kind jede freie Minute dort verbringt.

Samstag, 30. Juni 2018

Tradition verpflichtet


Ich habe mich gestern endlich wieder mal mit M. getroffen. Unfucking-fassbar, dass wir uns jetzt seit 2 Jahren kennen. Unfucking-unfassbarer, wie wir uns hier über den Blog kennen gelernt haben.

Wenn wir uns treffen, dann grundsätzlich in einer Berliner Kneipe mit gewisser Berliner Tradition, meist West Berliner. 

Gestern war es „Zum Hecht“. Ein Berliner Original wie ich es liebe. Es gibt Schmalzbrote und Bockwurst für lau und M. und ich sitzen da, optisch etwas spießig angehaucht und unterhalten uns großartig über belangloses und die Tiefen der Seele. In Momenten wie diesen merke ich, dass ich mal wieder am emotionalen Zombieland vorbei geschrubbt bin, aber noch rechtzeitig die Kurve bekommen habe.

By the way, kennt ihr dass, wenn ein Freund mit dem ihr nie was hattet plötzlich erzählt, dass er frisch liiert ist und ich kurz stutzt? So ganz kurz ein klein bisschen eifersüchtig seid? Wahhhhh….es menschelt.

Schade, dass ich so durch war, dass ich um halb 10 fast vom Barhocker gekippt bin und nur noch in mein Bett wollte. Besonders schade, da der Laden voll mit meinem Beuteschema war. Das nächste Mal gibt es Ibu und RedBull. Man sollte immer bereit sein den zukünftigen Ex kennen zu lernen.

Wenn ihr mal in der Stadt seid und erleben wollt, wie Berlin war, fern ab vom hippen Prenzl Berg:



Donnerstag, 28. Juni 2018

Der erste Eindruck

2. Tag im neuen Büro. Ich gehe mit dem Schnucki vom Büro gegenüber zu Mittag. Irgendwie ist der lecker aber komisch.
Später fällt mir ein, dass ein kurzer Rock nur sexy ist, wenn nicht 2 Tage vorher ein schwarzer Schäferhund meine Schenkel mit einem Punshing Ball verwechselt hat.
Deswegen, und leider wirklich nur deswegen, fragte der Typ mich ständig nach meinem Beziehungsstatus.


Wenigstens hat er mitleidig das Essen bezahlt.

Montag, 25. Juni 2018

MythBusters

Fragen des Lebens, des Universums und dem ganzem Rest:


Wie kann eine Wohnung, die eigentlich nie benutzt wird so schnell so schmutzig werden?


Ich meine ich war seit April nur 1 Wochenende zu Hause, unter der Woche komme ich eigentlich nur zum Schlafen in diese Wände, ich bin ein ordentlicher Mensch und lasse nichts rumliegen.


Wieso sieht denn meine Wohnung dann aus als würden dort unglaublich viele Menschen leben? Pest&Cholera sind es nicht, die sind immer mit mir mit. Oder fast immer.


Ich habe ja trotzdem Pest in Verdacht. Ich glaube der macht da ab und zu mit seinen Mädels Halligalli. Zudem ich auch immer sein kurzes Nervfell im Badezimmer habe. Wohlgemerkt obwohl er in meiner Anwesenheit sich dort nicht aufhält.


Trotzdem bleibt die Kernfrage bzw. die Antwort darauf ein Mysterium.


Verrückte Welt.

Montag, 18. Juni 2018

Zeit

Aus dem Gespräch mit dem Big Boss.


Ich: Das wertvollste in meinem Leben ist Zeit. Und zwar unabhängig davon, dass ich morgen überfahren werden kann, einen Schlaganfall habe oder oder oder. Nichts ist so wichtig und so kostbar wie meine Lebenszeit. Und wenn jemand, egal aus welchem Grund, damit fahrlässig oder unachtsam umgeht, werde ich komisch.


Entsprechend nickte er als ich mich am Ende des Tages für seine Zeit bedankte.

Donnerstag, 14. Juni 2018

Kommunikationsfetzen



Big Boss: Was wünschen Sie sich von uns?
Ich: Ein Pony
Big Boss: Ist aus
Ich: Okay, ich nehme ein Einhorn
Big Boss: Hier haben Sie einen Kaffee


___________________________________________________________


Big Boss: Wie läuft es mit dem Kollegen?
Ich: Man kann von einem Rindvieh nicht mehr erwarten als ein Stück Fleisch.
Big Boss: Ich befürchte in diesem Fall noch nicht mal das.


___________________________________________________________


L: Ich hab mit meinem Ex geschlafen.
Ich: Waaaassss?
L: Ist nicht schlimm, dauert ja nicht lange.


_____________________________________________________________





Montag, 11. Juni 2018

Männlichkeit?!

Was geht nur in manchen Männern vor? Nur weil man kann, heißt es nicht, dass man sollte.


Schreibt mich einer an. Kein Bild. Er ist 60 Jahre alt. Sagt auch im Profil, dass er das wirklich ist. Das an- und für sich finde ich nicht schlimm, auch im Alter kann und soll man die Liebe finden, aber ich steh auf solche Altersunterschiede so gar nicht. Jedenfalls nicht so rum.


Egal. Im Profil steht, dass er unbedingt eine Frau sucht um mit der eine Familie zu gründen und Kinder zu haben?!


Uh, dann sollte er sich aber langsam ran halten. Ich habe mir gekniffen zu fragen, warum er in einem Alter das macht indem andere froh sind, dass die Ableger endlich selbst Windeln wechseln.

Donnerstag, 7. Juni 2018

Back on track

Der Blog war eine Zeit auf "privat" gestellt. Nein, kein Drama. Es ging mir nur mächtig auf die Bimmel, dass mehr als ein Mensch in meinem Leben wohl meinte Blog lesen würde jede persönliche Kommunikation oder Kontakt ersetzten. Das hat mich arg angekotzt. Schon länger. Und den Blog auf privat zu stellen die einzige wahre Konsequenz.

Aber er fehlt mir. Der Blog. Irgendwie hab ich manchmal einfach zu viel zu sagen. Ich weiß nur noch nicht, wie ich das grundsätzliche Problem löse. Durch die privaten Diskussionen hatte ich eh Hemmungen so zu schreiben wie es mir gut tut. Frei Schnauze. Wenn das nicht mehr geht, hat der Blog aber viel an Sinn verloren.

Er ist ein Kanal. Ohne Anspruch auf Reflexion. Er dient dem Auskotzen von situativen Gefühlen genauso wie der Formulierung zick mal durchgekauter Gedanken. Und der Geschichten.

Z.B. Geschichten warum es so wahnsinnig praktisch ist, dass es in der Perversenwelt Männer mit Massagefetisch gibt oder warum es doch immer wieder zu komischen Situationen führt, dass das Bild "breite Schultern & Tattoos" immer, aber auch wirklich immer, funktioniert bei mir.

Es wird hier also weiter gehen. Egal wie. Aber ich werde andere Konsequenzen ziehen und mich nicht mehr im Schreiben kastrieren lassen.

Mittwoch, 16. Mai 2018

"Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt"


Im Moment gibt es wieder zu viele Menschen in meinem Leben, die sich irgendwie auf meine Kosten ausleben und ihr Ding durchziehen. Der Arschmadenkollege ist da nur ein Beispiel. Allerdings das präsenteste, weil ich mit dem Deppen mehr Zeit verbringen muss als mit jedem anderen Menschen.

Bewusst wurde mir das als ich merkte, dass ich noch nicht einmal meinen Titelgewinn gefeiert hatte. Ich habe mich irgendwie vorher schon zu sehr auslaugen lassen, hab es da aber durch den Stress mit Choleras Verletzung nicht bemerkt. Meine Kräfte sind auch nur begrenzt und ich kann nicht an allen Fronten Position beziehen.

Aber meine kleinen Grenzsoldaten haben ihre Lektion gelernt. Aus den kleinen Wachpolizisten sind stattliche Grenzer geworden. Es fehlt ihnen an der einen oder anderen Ecke noch ein bisschen Berufserfahrung, aber das gleichen sie durch eine gute, kontinuierliche Ausbildung aus. 


Entsprechend hat Herzland seine Grenzen besser geschützt und einen breiten Streifen Namens Kräfteland ringsum gezogen. Die Patrouillen in diesem Streifen sind leider noch etwas unterbesetzt, aber gut organisiert. Das merke ich Montagabend als ich bei meiner Hausärztin sitze. Kopf- und Gliederschmerzen ringen mich ein bisschen runter und ich finde es ist Zeit für einen Borreliosetest. Ich erzähle von der Situation im Job. Sie fragt sofort ob und wie lange sie mich aus dem Verkehr ziehen soll und ich lächle. Im Prinzip geht es lediglich darum, dass mein Kollege mal wieder Fristen nicht einhält und sich drauf verlässt, dass ich vor Pfingsten alles stehen und liegen lasse um die Karre aus dem Dreck zu ziehen. Tu ich nicht, Chef ist not amused, ich schlafe heute trotzdem aus. 

Da hat die Patrouille mal gut gearbeitet und den feindlichen Energiesauger noch rechtzeitig eins auf die Hörner gegeben. Das ihnen das gelang habe ich auch eine besser funktionierenden Aufklärung zu verdanken. Meine kleine emotionale Wärmebildkamera hat nämlich dafür gesorgt, dass ich Freitagabend mal nicht völlig fertig auf dem Sofa lag, sondern gelernt habe was an einer Aktion wie „Hotelzimmer verwüsten“ so lustig und befreiend sein kann. Erholung durch Aktion sozusagen und an dieser Stelle noch mal ein Lob an die Zimmermädchen nebst dem Trinkgeld das wir hinterlassen haben. Aber das ist eine völlig andere Geschichte.

Also der Grenzstreifen funktioniert ganz passabel. Was ist aber mit denen, die Dank professioneller Schleuser sich illegal bis ans Herzland heran schleichen? Nichts gegen ein bisschen emotionales Multikulti aber die Leitkultur in meinem Herzen sollte unantastbar sein. Sie ist ein großer Teil meiner Persönlichkeit. Da müssen die Jungs noch ein bisschen Erfahrung sammeln, schneller und klarer agieren. Aber ich bin mir sicher, dass sie das auch noch lernen.


Guter Junge auf Patroullie

Freitag, 11. Mai 2018

Fielmann


Kennt ihr diese Werbung in der der Sohn den Vater fragt, ob er rückblickend etwas anders in seinem Leben gemacht hätte?
Manchmal stelle ich mir exakt die gleiche Frage und ich weiß nicht, ob es erschreckend oder beruhigend ist, dass ich mit x Jahren mehr Erfahrung in vielen Punkten genauso wie damals entschieden hätte.
Meine erste große Liebe hieß Felix. Nach dem Studium zog ich zu ihm. In eine fremde Stadt und baute mit ihm seine Firma auf. D.h. aufgrund der Umstände und meiner mangelnden Lebenserfahrung oder anderen Erwartungen lebten wir zu 90% sein Leben. Ehrlich gesagt, hatte ich ja keins mehr. Bevor ich ihn kennen gelernt habe, hatte ich eine Feier- und Partyphase, nach bestandenem Diplom das Bedürfnis nun den Ernst des Lebens wahrzunehmen. Und irgendwie war es dann halt plötzlich so: sein Haus, seine Agentur, seine Freunde. 20 Jahre später weiß ich, dass das nichts für mich ist und ich mich auch heute trennen würde bzw. es nie so weit kommen würde.
Nach jeder längeren Beziehung war ich (bis auf eine Ausnahme) länger wieder Single. Das Nachfolgemodel kam Ende 20 und hieß Andy. Andy war frisch geschieden, seine Ex behielt die Eigentumswohnung, den Freundeskreis und einen Großteil seines Einkommens. Seine Firma lief schlecht und er zog bei mir ein. Mein Haushalt, meine Hunde, meine Freunde, mein Hobby. Er hatte ja irgendwie kein eigenes Leben mehr. Trotz aller Ermunterungen kam auch aufgrund seines schlechten Gemütszustandes auch keines zusammen. Rückblickend wie bei Felix, die Trennung wäre auch jetzt unvermeidlich bzw. wäre die Beziehung so nicht zustande gekommen.
Mitte 30 lief mir Gerd über den Weg. Gerd liebte seinen Freiraum. Aufgrund meiner Hunde waren wir meist bei mir. Seine Wohnung war eine Männerwohnung. Fernseher, großer Sessel, spartanisch schon fast. Alles doppelt haben inkl. der Hundesachen war aufwendig, außerdem wohnte er nicht weit weg, ergo viel bei mir. Wenn wir Raum brauchten, verzog er sich in seine Höhle. Weder Felix nach Andy hatten mich in Beziehungen, die wesentlich enger gestaltet waren, so mental und vor allem durch Taten unterstützt wie Gerd. Das war unglaublich. Rückblickend war es die Beziehung, die ich mit der heutigen Reife wahrscheinlich nicht beendet hätte. Heute würde ich das Positive der Beziehung viel mehr gewichten als das Negative damals.
Gerade in der letzten Zeit denke ich viel an diese Beziehung. Und klar, nur an die Institution, nicht an den Mann dahinter. Witzigerweise traf ich Felix vor ein paar Jahren beruflich. Inzwischen trennen uns ca. 700km. Als ich in sah und mich mit ihm unterhielt  konnte ich irgendwie nachvollziehen was mich damals so für ihn eingenommen hatte. Auch wenn es heute nicht mehr der Fall wäre. Als ich vor ein paar Wochen mit Andy essen war, erkannte ich sofort warum er damals so anziehend fand. Andy ist einfach einer der besten Gesprächspartner die man haben kann. Auch wenn das heute für mich nicht mehr der entscheidende Punkt wäre. Und Gerd? Ich lief ihm tatsächlich neulich über den Weg. Und? Nichts. Wirklich, ich stand vor ihm und wir unterhielten uns und mir war völlig schleierhaft was mich damals so fasziniert hat. Keinen Schimmer. Verrückt.
Ich meine obwohl die Trennung schmutzig war, hatte ich keinerlei Wut ihm gegenüber. Aber halt auch nichts Gegenteiliges. Mit Felix konnte ich gleich wieder shakern, mit Andy mich unterhalten als hätten wir nie den Kontakt verloren. Mit Gerd war es als ob ich einen ehemaligen Nachbarn im Supermarkt treffen würde. Emotionsloser Small Talk. Höflichkeit. Und das obwohl, jedes Mal wenn es um Beziehung geht, mich an diese etwas wehmütig erinnere.
Vielleicht liegt es darin, dass die beiden ersten Trennungen an gewissen Umständen lagen und nicht in der Person. Vielleicht weil die Verletzungen bei Gerd eine ganz andere Liga hatten? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass die ersten beiden Trennungen heute auch gekommen wären, die von Gerd bin ich mir nicht so sicher, weil eben diese Trennung aufgrund tiefer Verletzungen auf der Vertrauensebene basierten und ich heute in diesem Punkt nicht mehr so verletzlich bin. Oder mich mache? Oder sowieso nicht mehr vertraue? Ich weiß es nicht. Ich wüsste es aber gerne.