Dienstag, 31. Januar 2017

Dorfkinder

Ein Grund warum der Österreicher und ich uns so gut verstehen, wir werden bestimmt mal gemeinsam um die Häuser ziehen, ist, dass wir beide Dorfkinder sind.
 
Dorfkinder sind anders. Im Guten wie im Schlechten. Zum Beispiel habe ich überhaupt keinen Schmerz meinem zukünftigen Steak noch im Pelz in die Augen zu schauen. Alle 6 Monate haben meine Mutter und ich uns ein Kalb beim Bauern ausgesucht. 1 Tag später haben wir tonnenweise Fleisch eingefroren. Ist mir sogar lieber als die Vorstellung, dass das Schwein aus dem Supermarkt schon vor dem Weg quer durch Europa tot war. Wenn meine Hunde eine Zecke haben, ziehe ich die mit den Fingern raus und verbrenne sie.
Ich weiß wie man Laternen austritt und dass es ein urbanes Märchen ist, dass man Kühe einfach so im Schlaf umkippen kann. Dafür benötigt man nämlich mindestens 6 Teenager mit mindestens 20m Anlauf, fragt mich aber nicht woher ich das weiß. Meine Eltern haben mich nicht ständig rumkutschiert. Ich bin mit dem Fahrrad quer durchs Dorf, oder zu Fuß, oder ins Nachbardorf. Auch betrunken. Ich kann eine Kreuzotter von einer Blindschleiche unterscheiden und dieses Wissen durch zwei kleine, kreisrunde Narben untermauern.
Ich wundere mich bis heute, warum verängstigte Städter ihre Kinder auf die Straße zerren, weil sie einen angeleinten Hund sehen, 10 Minuten später aber ganz verzückt Wildscheine im Stadtgebiet romantisch finden. Und überhaupt, wie kann man ohne Tetanus Impfung überleben?
Gegessen wird zu Hause, nicht in der Kantine. An der Supermarktkasse hört man gemütlich piep………..piep…..piep, während man sich nach jedem Einzelnen der Verwandtschaft erkundigt und kein pieppieppiep mit Geschrei nach einer zweiten Kasse, weil 2 Kunden anstehen.
Und die örtliche Zeitung: Eine Seite Internationales, 1 Seite Nationales und 10 Seiten lokal Nachrichten. In denen wird dann thematisiert, dass in der Hauptstraße ein Fahrrad umgeworfen wurde und man nach Zeugen sucht. Als Teenager haben wir mal den Weihnachtsbaum der Polizeiwache geklaut. War ganz leicht, die bestand aus 2 Beamten die eh nur von 09:00 -16:00 Uhr da waren (zwischen 12:00 – 13:00 Uhr Mittagspause). Danach war das der Skandal des Jahrzehnts. Bis heute darf nicht raus kommen, dass ich eines der verkommenen Subjekte war.
Schöne heile Welt?
Die Erziehung auf dem Dorf ist anders. Völlig normal, dass wir mal ordentlich hinter die Löffel bekommen haben oder den Hosenboden versohlt. Man hat auch keine Probleme auf dem Dorf. Basta. Mit den Eltern reden? Fehlanzeige, außer man möchte das Rasenmähen eine Stunde verschieben. Überhaupt darf thematisiert werden, ob der Nachbar seinen Rasen pflegt, aber niemals, wirklich niemals, dass seine Tochter schon wieder geheult hat. Da mischt man sich nicht ein.
Auf dem Dorf gibt es genauso viel Sch*** wie in der Stadt. Alkohol ist normal und ein prügelnder Vater ist einfach nur sehr streng. Interne Dinge werden nicht besprochen und niemals dürfen sie nach außen getragen werden. Niemals, was sollen die Leute denken? Samstags wäscht er das Auto und sie entfernt das Unkraut auf dem Gehweg vor dem Haus. Abends wird gesoffen, zu Hause oder im Verein.
Das Moralsgerüst, dass man beigebracht bekommt, heißt: schön brav den Schein wahren. Halte Dich an Regeln, lern was Gescheites und pflege Deinen Vorgarten. Mehr zählt nicht.
Heute denke ich, für Urlaub super schön, aber wieder zurück? Niemals.





Montag, 30. Januar 2017

rot-weiß-rotes Zwischenspiel





Kaum war er da, war er auch schon wieder weg. Der Ösi mit dem großartigen Akzent. Ich würde ja gerne was gehässiges sagen, aber das geht nicht. Er ist `n prima Kerl. Und er kann wirklich super kochen. Ich sage nur selbstgemachtes Gulasch und Knödel. Also so mit einem Tag Vorbereitung und allem drum und dran. Sehr beeindruckend.


Und er hat sich für unser 3. Date, welches eigentlich das 4. war, das 1. ist aber Jahre her, wirklich Mühe gegeben. Das tat gut.


Ich bin ja in den letzten Monaten nicht sonderlich verwöhnt worden und dann steht da plötzlich ein patenter Kerl, der aufmerksam erfragt was ich gerne esse, sich sogar mit dem Würzen zurück hält, weil er nicht weiß wie ich es mag. Das flasht natürlich. Außerdem hat er echt was in der Birne, ist sehr reflektiert und kommunikationsfähig. Er mag Hunde, Pest hat ihm sogar schon das "Du" angeboten. Respekt! Aber irgendwas ist ja immer.


In seinem Leben gibt es ein paar Dinge mit denen ich auf keinen Fall leben will und auf die er auf keinen Fall verzichten möchte. Dinge, die nicht über Kompromisse zu lösen sind. Doof.  Meine gestrige Aussage, dass es keine weiteren Treffen geben wird, hat ihn deutlich getroffen. Er begann mich wirklich gern zu haben. Armer Junge. Aber ich mag keine Dinge mehr verfolgen, die nirgendwo hinführen. Irgendwann muss gut sein. Frei nach Goethe "zu alt um nur zu spielen, zu jung um ohne Wunsch zu sein".


Trotzdem waren die 3 Dates gut. Irgendwie hat es mir gezeigt, dass ich wieder auf dem richtigen Weg bin. Aus Gründen, die hier den Rahmen sprengen, habe ich mich 2016 zu oft weit unter Wert "verkauft". Da hat mir der Kerl mal positivst den Rücken gestärkt.






Reden ist Silber?


Bei meinem Vorstellungsgespräch wurde ich, ganz klassisch, nach meinen Schwächen gefragt. Meine Antwort erstaunte etwas, denn sie lautete „ich sage zu selten meine Meinung.“ Ich wirke halt eher wie ein Mensch, der sein Herz auf der Zunge trägt und auch ansonsten nicht viel hintern Berg hält.

Ist aber nicht ganz so. Ich halte ganz oft meine Fresse, obwohl mir was auf der Zunge brennt. Meist, weil mir der mögliche Konflikt aufgrund des Gesagten nicht wichtig oder zu anstrengend ist. Oder weil ich weiß, dass egal was ich sage, die Situation sich eh nicht ändert. Oder weil ich so emotional bin, dass ich meine Kontenance verlieren würde…passiert mir auch.

Und manchmal fühlt es sich dann an, als ob all das Unausgesprochene wie ein Klumpen im Magen liegt. Das ist nicht gut.  Dabei ist es manchmal ganz leicht, jemanden einfach seine Meinung vor die Füße zu kotzen. Jedenfalls wenn dieser jemand einem nicht wichtig ist. Da hat man keine Sorge vor der Reaktion und agiert ganz ohne Verlustängste oder Sorge vor Konsequenzen. Doof nur, dass ich bei Menschen die mir egal sind überhaupt kein Bedürfnis habe meine Meinung zu äußern.

Also entsteht dieser Konflikt nur in Situationen oder Personen, die mir wichtig sind. Das macht es nicht besser. Im Gegenteil. Und dann kommt ja noch der eigene moralische Anspruch dazu. D.h. abgesehen davon, dass man bestimmte Menschen nicht verletzten möchte, möchte man auch manchmal gar keinen Einfluss nehmen, nicht intervenieren. Es wäre unfair, im ungünstigsten Fall noch einem Dritten gegenüber. Also wieder Klappe halten?

Man muss tun, was einem selber gut tut sage ich immer. Manchmal auch ohne Gedanken an die Reaktion. Abzuwägen, ob man es für sich tut oder um eine bestimmte Reaktion hervorzurufen ist aber echt schwer. Und dann noch die Moral….F****

Kann man überhaupt ohne Appellseite kommunizieren?

Freitag, 27. Januar 2017

Pippi Langstrumpf Syndrom



Es ist immer wieder erstaunlich, was sich manche Typen so zusammen spinnen. Okay, Wahrheit ist subjektiv, aber wenn bei unterschiedlichen Versionen der Beteiligten so gar keine Schnittmenge zu erkennen ist, wird es gruselig.


Eine Freundin ist seit ein paar Monaten mit einem Typen zugange. Nennen wir ihn mal Lutz. Lutz neigt dazu Dinge so ganz eigen zu sehen. So ist er z.B. in einem Sportkurs angemeldet. Wenn man ihn hört, ziehen sich die anwesenden Frauen immer extra knapp an, um ihn, und zwar nur ihn anzumachen. Also die Sportstunden sind in seiner Welt ungefähr so:



 


Die Wahrheit erspare ich euch. Aber stellt euch die Gruppe des Karnickelzüchter Vereins Klein Kienitz e.V. beim Balletttanzen vor, dann habt ihr es so ungefähr.


Außerdem ist Berlin ein Dorf. Wie der Zufall es will, hatte ich auch mal was mit dem Typen. Also, nichts Besonderes, er hat es noch nicht mal zu einem Arbeitstitel geschafft. Soviel zu seiner Relevanz in meinem Leben. In seiner Version waren wir 6 Monate zusammen. Quasi kurz vorm Altar waren wir. Damit der Arme sich nicht weiter rein reitet, betont meine Freundin, dass sie und ich uns kennen. Eigentlich überflüssig, der Typ hat sie in einem Portal kennen gelernt in dem sie und ich öffentlich „befreundet“ sind. Rafft er scheinbar nicht. Mit betroffener Miene erzählt er ihr, dass seine Ex, also ich, ja voll die Borderlinerin ist. Völlig unberechenbar die Frau und er hat darunter sehr gelitten. Aha.


Ich hatte 3 Dates mit dem Typen in meiner sexuellen Fastfood Phase. Nachdem er schon beim zweiten von diesem Beziehungsdings laberte, machte ich die Probe auf`s Exempel. Sprich Verabredungen mit Textilen außerhalb meiner Wohnung. 3 Anläufe, alle 3 hat er kurzfristig mit fadenscheinigen Ausreden, inklusive plötzlicher Omatod, abgesagt. Danach bekam er von mir die Nachricht, er möge doch bitte meine Nummer weg schmeißen und mich nie wieder anrufen. Ich hasse Typen, die von Beziehung und Verbindlichkeit quatschen, aber nichts in die Richtung gebacken bekommen. Er blieb bei seiner 6 Monate große Liebe-Version. Also setze ich mich an den Rechner und nutzte es, dass das Internet nicht vergisst. Ich halte mich nicht für dement, aber wenn er so drauf besteht, brauche ich Sicherheit. Am Mailverkehr ist deutlich zu erkennen, November 1. Date, Dezember besagte Nachricht. Nun gut, er hat mir bis in den April rein alle 4 Wochen eine Nachricht geschrieben. Zählt wohl für ihn dazu. Meine Freundin sitzt daneben (er ist natürlich nicht anwesend) und sagt trocken: „ist ja witzig, er und das SEK haben sich ja die Klinke in die Hand gegeben.“


Also während er für mich so eher so „Durchlauf-Typ“ war, wird er nicht müde mich zu zitieren und sich ständig auf angebliche Aussagen von mir zu berufen. Der Zaunpfahl, dass sie und ich uns seit 16 Jahren kennen, trifft offensichtlich nicht. Oder er begreift die Tragweite nicht oder oder….


Irgendwann findet er, meine Freundin hat sich gefälligst aufzustrapsen wenn er kommt. So volles Programm, High Heels, Strapse usw. Die Antwort von ihr kommt prompt „klar, Du kommst ja dann auch im Anzug, gell.“ Als er das nächste Mal zu ihr kommt, trägt er wie immer,  sagen wir mal diplomatisch „casual“. Er motzt rum, weil sie das auch tut und behauptet felsenfest, ich hätte mich immer total aufgestrapst. Und zwar, weil ich ihn natürlich unbedingt jedes Mal verführen wollte. Er konnte sich gar nicht wehren. What??? Ich kenne mich und wenn ich irgendwas bestimmt nicht getan habe, dann für `n Typen der es noch nicht mal zu einem Arbeitstitel gebracht hat die Heels raus gesucht. Und sowas mache ich schon gar nicht auf Aufforderung. Meine Freundin meint trocken zu dem Typen „kann ich mir bei Nelly nur sehr schwer vorstellen und ich kenne sie echt gut“. Zaunpfahl XXL. Wirkung? Nope. Stattdessen folgt eine lange Erklärung, dass ich das gemacht habe, weil ich ihm ja quasi fast hörig war. Sie und ich telefonieren und lachen herzlich darüber. Ich meine, das maximale war, dass ich aus dem Büro kam, also Jeans und enger Rolli. Seitdem nennt sie mich Rolli-Bitch.


Der Typ glaubt felsenfest, dass seine Sichtweise die einzig wahre ist. Inzwischen hat sie ihn auch abserviert.


 

Donnerstag, 26. Januar 2017

Haben will - Spenden brauch

Heroes wear Haix.


Außer sie sind mal wieder pleite oder zu vernünftig. Aber diese Teile....da steht doch mein Name drauf!







Im Moment habe ich nur die *heul




Depressionen-von Torsten Sträter






Ich mag es nicht, wenn Begriffe wie Depression, Borderline, Stalking und Co inflationär benutzt werden. Das schadet den echten Betroffenen.




Aber der Sträter, der darf fast alles

Dienstag, 24. Januar 2017

Neulich im......Büropostfach!

Ich liebe meinen Job. Auszüge aus einer Mail eines Kunden:


"Sehr geehrte Frau von Sachsen,


vielen Dank für Ihren persönlichen Einsatz. Sollten wir zum Nageln kommen, müssen wir uns Gedanken über den horizontalen Lastenabtrag an den Kopfenden machen."


In CC der Big Boss. Zum Glück weiß der 100%ig, dass das kein Schweinkram ist.

all the good things - Ego Red Bull



Mal angesehen davon, dass ich heute Morgen locker in eine Parklücke einparkte bei der 2 Sekunden vorher eine Sachbearbeiter-Schickse mit Twingo passte und sich was anderes suchte, natürlich vor den Augen der rauchenden, männlichen Belegschaft unseres Vermieters, kommt gerade ein Ego-Bonbon nach dem anderen.


Mal schnell ein Seminar im tiefsten Süden verkauft. Ich habe noch nie im Leben auch nur andeutungsweise Werbung für meine Seminare gemacht. Hatte noch nicht mal vor, damit nebenher was zu verdienen. Vor 2 Jahren wurde ich angesprochen, hab`s gemacht und seitdem wird es ständig mehr. Scheint also gut anzukommen, wenn ich vor einer Horde Ahnungsloser den Erklärbär mache. Bei der Anfrage aus dem Süden dachte ich noch, uff, freitags nachts hin, 2 Tage Vorturnen, Sonntagnacht zurück, Montag im Büro Fleiß simulieren. Hartes Brot. Also einen unverschämten Preis aufgerufen. Gestern die Nachricht, sie wollen unbedingt. Na dann J


Und eine Einladung nach Tschechien ins Trainingscamp. Boah, 10 Tage Intensivtraining und das passend zum Saisonstart. 20 Hundeführer, Teilnahme nur auf ausdrückliche Einladung. Als ich den Mailverteiler sah, klappte mir die Kinnlade runter. Lauter extrem erfahrene Leute, teilweise Profis, also Typen, die ihr Geld damit verdienen, Leistungsrichter, Schweizer Militärhundeführer, Mitglieder des österreichischen Bundesheeres, tschechische Spitzenleute und klein Fräulein von Sachsen mitten drin. Kosten? Nüscht. Nada. Maximal Kost und Logis. Wobei das lächerlich ist, man rückt zusammen und übernachtet in der Kaserne. Okay, muss man mögen. Ist halt rustikal, Feldbetten und Gemeinschaftsdusche, aber ich finde es cool.


Jahresabschluss steht im Büro noch aus. Überschlägig bin ich bei 150% Zielerreichung. Qualitativ und quantitativ. Big Boss sehr angetan. Immerhin habe ich letztes Jahr rebelliert und auf mehr Handlungsfreiraum gepocht. Oben war man misstrauisch, jetzt habe ich Narrenfreiheit. Feine Sache das.


Am Wochenende möchte der Österreicher mal seine Kochkünste unter Beweis stellen.


Läuft.





 

Sonntag, 22. Januar 2017

Beziehungspannen - der wahnsinnige Serbe

Ich war ja Freitag mit dem Österreicher unterwegs und musste daher zwangsläufig an einen Ex, den Serben denken. Warum? Weil der zwar in Serbien geboren wurde, aber in Wien aufwuchs und diesen unglaublichen Akzent hatte.

Eigentlich hatte der Typ eine Gabe mich in den Wahnsinn zu treiben, aber 3 Sätze mit diesem Akzent und alles war wieder in Butter. Böse Zungen behaupten, ohne den Wiener Schmäh hätte es kein 2. Date gegeben, mit waren wir über ein Jahr zusammen.

Goran gehörte zu der Kategorie Mann, die morgens aufstehen und perfekt aussehen. Alleine das kann einen schon aggressiv machen. Eine durchgezechte Nacht, man fühlt sich elendig, das Make up verschmiert und er steht auf und sieht blendend aus. Da ist man kurz vor körperlicher Gewalt. Ich glaube selbst seine Boxershorts waren jederzeit frisch gebügelt. Ekelerregend.

Und er war nie in Eile. Wenn wir spät dran waren und noch Hunger hatten, schmierte ich mir schnell eine Nutella Stulle und kaute die auf dem Weg ins Auto. Nicht mein wahnsinniger Serbe. Hunger ging für ihn gar nicht. Da wurde das Brot, der Aufschnitt und die Butter auf den Tisch gestellt, das Brot millimetergenau geschnitten, die Butter überall exakt gleich dick aufgetragen. Dann der Aufschnitt so aufgelegt, dass nirgends was übersteht. Das Brot geteilt und jeder Bissen mindestens 30x gekaut. Und zwar egal wie spät wir für welchen Termin dran waren! In den Augenblicken war ich kurz vorm Mord.

Weihnachten wollten wir nach Wien zu seinen Eltern. Damit wir nicht im Stau stehen, wollten wir erst abends fahren. Abwechselnd schläft immer einer. Das Auto war gepackt, Wohnung sauber, Blumen gegossen, Schuhe schon an, er setzt sich hin und dreht sich in aller Ruhe eine Tüte! Bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich gar nicht, dass er kifft. Ich hüpfe aus dem Schlüppi und er erklärt in aller Ruhe, dass er so entspannter Autofahren kann! Ende vom Lied war also, dass ich die gesamte Strecke gefahren bin.

Der Typ war jederzeit so kontrolliert, dass es echt gruselig war. Selbst mit seiner manischen Eifersucht. Wir abends weg, ich angetrunken auf der Tanzfläche, er scheinbar entspannt am Rand. Es dauerte Monate bis ich begriff, dass er jeden Typen, der mich auch nur anlächelte, später ganz ruhig ansprach und die Typen daraufhin sich keine 300m mehr näherten. Was auch immer er ihnen erzählt hat.

Nach der Trennung dauerte es 3 Monate bis er seine Sachen abgeholt hat. Die hatte ich inzwischen in eine Tasche gestopft und im Keller verstaut. Er fand es „unnett“ dass ich sie nicht ordentlich zusammen gelegt hatte. Wuah……..

Wenn ich mich richtig erinnere, muss der Sex extrem gut gewesen sein. Nur mit Akzent sind über 12 Monate nicht zu erklären.

Und mein Stalker-Problem war gelöst. Kurz bevor ich ihn kennen gelernt habe, hatte ich eine einstweilige Verfügung gegen einen Typen erwirkt. Lange vor dem Anti-Stalking-Gesetz, da kann man sich vorstellen, was da los war. Mein Stalker fand meine neue Adresse raus und rief an. Ich war handlungsunfähig, wie gelähmt, Goran nahm mir den Telefonhörer ab. Ich habe nie wieder was von dem Stalker gehört. Alles hat auch was Gutes.

Freitag, 20. Januar 2017

Energielevel-Dating-Libido-Vernichtungs-Gedings

Ich frage mich, woher meine Umgebung diese Energie nimmt. Alle machen immer Abends immer irgendwas Tolles.


Ich komme zur Zeit nach Hause, schnappe Pest und Cholera, jage die durch den Wald, mache was zu Essen und dann will und kann ich nur noch auf dem Sofa ab hängen. Spätestens um 22 Uhr falle ich ins Bett. Zeit zwischen Kontakt Kissen-Kopf und Einschlafen ca. 2 Sekunden.


Und dabei ist jetzt nicht so viel Stress in meinem Leben. Im Vergleich sogar alles recht relaxed.


Heute Abend ein Date mit dem Österreicher. Der ist ganz patent. Außerdem ist er ein großartiger Handwerker. Das finde ich sexy und er kann diesen Wiener Schmäh, mag ich auch. Wir sind sexuell kompatibel und können trotzdem über das Leben und den ganzen Rest reden.


Und ich? Ich habe Sehnsucht nach meinem Sofa. Noch nicht mal der Gedanke an den jungen Ragnar Lodbrok kann mich im Moment unter meiner Kuscheldecke hervor locken. Irgendwie beunruhigend. Selbst der Magic verstaubt in der Schublade.


Ich wanke zwischen sich gehen lassen und sich in den A*** treten.


Auf die Frage, auf was ich mich am Wochenende freue, antwortete ich heute: "wohnen".


Und essen, das könnte ich zur Zeit auch den ganzen Tag.


Winterschlaf, Frühjahrsmüdigkeit...oder einfach stinkend faul?


Weltbewegende Fragen.

Donnerstag, 19. Januar 2017

Emotionale Gewalt – das Opfer


Wie ihr merkt ist dieses Thema für mich wahnsinnig emotional und wichtig. Nicht nur wegen E., sondern weil es meiner Meinung nach so viele ungehörte Opfer dieser Gewalt gibt. Ich möchte daher ausführlicher auf das Opfer eingehen, denn die haben es unglaublich schwer. Sie werden nicht ernst genommen und martern sich häufig selbst mit Vorwürfen. Und emotionale Gewalt ist so weit verbreitet. Nicht nur in Partnerschaften, sondern auch in Familien und immer mehr im Arbeitsleben. Kaum jemand schafft es diese Dinge wirklich zu benennen. Als Opfer wird man zu schnell stigmatisiert. Opfer sein wird in unserer Leistungsgesellschaft mit Schwäche und fehlender Durchsetzungskraft geleichgesetzt. Zuzugeben, dass man ein Opfer ist, ist daher unvergleichlich schwer. Zudem psychische Gewalt nicht nachweisbar ist. Sie packt uns am eigenen Willen, am Ego und den Anspruch an uns selbst, greift unser tiefstes Inneres an. Deswegen ist sie so heimtückisch und so schwer zu benennen.

Wir sind alle hin und wieder mal Täter und mal Opfer. Niemand ist frei davon auch mal ein A*** zu sein oder unter einem zu leiden. Die Grenze zieht sich, wenn dieses Verhalten sich durchzieht, systematisch wird und darauf abzielt die Identität und das Selbstwertgefühl des Gegenübers nachhaltig zu schädigen.

Wer unter psychischer Gewalt leidet ist mitnichten eine schwache Persönlichkeit. Schwache Persönlichkeiten haben für die Täter keinen Reiz oder werden nicht als bedrohlich empfunden. Auf der Hitliste stehen Menschen, die einen hohen eigenen Anspruch an sich selbst haben. Lebensfreude und ein aktives Leben, beliebt sein, sind ebenso Trigger für die Täter. Diese möchten zerstören, was sie als bedrohlich empfinden oder selbst nicht haben.

Zudem wir (fast) alle ein paar dunkle Flecken auf unserer Seele haben. Also negative Erfahrungen, Ängste und Sorgen. Und jeder kennt Phasen in seinem Leben, da sind diese dunklen Flecken präsenter. Stress im Job, Trennung, Ärger mit der Familie etc. Es ist normal, nur die Täter packen uns genau an diesen dunklen Flecken, an den Selbstzweifeln die wir alle in dem einen oder anderen Bereich haben. Sie manipulieren uns solange, bis diese dunklen Flecken exorbitant groß und mächtig erscheinen und damit wie ein lähmender Klotz auf uns liegen.

Es ist ein schleichender Prozess und daher kaum greifbar. Und die Opfer wollen nicht schwach wirken, sie wollen durchhalten und nicht das Gefühl haben, bei ein paar Schwierigkeiten aufzugeben. Durch diesen Prozess schwindet aber immer mehr Kraft, Kraft die man bräuchte um sich zu lösen. Wie Vampire saugen die Täter die Energie der Opfer nach und nach aus. Sie pieken gezielt mit kleinen Stichen in das Selbstwertgefühl. Als Ergebnis kreisen die Gedanken der Opfer um die eigene (angebliche) Unzulänglichkeit. Probleme in der Kindheit zum Beispiel. Viel zu schnell versucht man über den Weg der Selbstreflektion das Problem zu erkennen. Das Ergebnis ist eine nie aufhörende Schleife um sich selbst. Eine lähmende Schleife, die man versucht über nach mehr Disziplin, noch mehr Leistung, noch mehr Genügsamkeit zu lösen.

Niemand würde auf die Idee kommen einem Vergewaltigungsopfer vorzuwerfen nachts alleine im Park gewesen zu sein. Es war zur falschen Zeit am falschen Ort. Ein Opfer von emotionaler Gewalt war es aber auch. Vielleicht hat man einfach in einer angreifbaren Lebensphase aus einem dummen Zufall den falschen Typen gedatet.

Und wir „normalen“ Menschen können und wollen uns zudem diese Niedertracht nicht vorstellen. Wir bewerten und entschuldigen die Täter mit unserem moralischen Anspruch. Emotionale Gewalttäter sind aber so nicht greifbar. Mit Moral und Verantwortung kommt man bei Ihnen nicht weit. Sie können es vortäuschen, aber nicht tragen. Werden sie bei ihren Taten nachweislich erwischt, empfinden sie keine Scham. Maximal Reue, dass sie erwischt wurden. Sie können aber in Perfektion Scham vortäuschen. Zudem sie wie emotionale Chamäleons sind. Sie machen es der Umgebung schwer sie als Täter und nicht als Opfer zu identifizieren.

Es ist nicht zielführend (am Anfang) darüber nachzugrübeln, was man selbst zu beigetragen hat, sich wie oben genannt um sich selbst zu kreiseln. Der Täter muss erkannt und benannt werden. Und zwar ohne irgendwelche Entschuldigungen und Relativierungen. Denn davon nährt er seine Macht.  Auf Deutsch, es ist Sch***egal, ob und welche Schwäche das Opfer gezeigt hat. So wie es sch**egal ist, ob das Vergewaltigungsopfer einen kurzen Rock getragen hat.


 

Mittwoch, 18. Januar 2017

Emotionale Gewalt




Ich habe lange überlegt, ob ich einen diplomatischeren Titel wähle, aber bei dem Thema bin ich recht emotional und habe keine Lust auf Diplomatie.

Meine ehemalige Freundin E. hat ich wieder gemeldet. Sie wäre in der Stadt und man könne sich treffen. Eigentlich hätte ich das gerne gemacht, aber nach 3 Sätzen fiel schon wieder der Name „John Doe“ und ich wusste, dass ein Treffen mit ihr für mich nicht gut wäre. E. war nach mir mit John Doe zusammen. Aber ich konnte mich nach 6 Monaten von ihm frei kämpfen, sie war 6 Jahre mit ihm zusammen. Was er zurück ließ war eine zerstörte Identität in Form einer abgemagerten und trinkenden ehemaligen Schönheit. Gerne würde ich ihr beistehen, aber sie ist nicht so weit zu erkennen, dass er ein emotionaler Gewalttäter ist und sie ein Opfer. Sie idealisiert ihn immer noch und versucht ihn in Schutz zu nehmen.

In unserer Gesellschaft haben es Opfer von emotionaler Gewalt, die nicht sichtbar und selten nachweisbar ist, schwer. Die Umgebung kanzelt einen zu schnell ab. „Warum bist Du geblieben“, „Du hast Dich selbst zum Opfer gemacht“, „warum hast Du Dich nicht gewehrt“, wird allzu leichtfertig dahin gesagt. Zudem man als Opfer als schwach und hilflos abgestempelt wird. Das Alles spielt aber dem Täter, ja ich spreche hier absichtlich vom Täter, in die Hände. Die Betroffenen stürzen sich in Selbstvorwürfe und schwächen sich noch zusätzlich. Außerdem kann man sich als halbwegs normaler Mensch nicht vorstellen, dass es Menschen gibt, die den anderen tatsächlich und nachhaltig zerstören wollen und dabei peinlichst genau vorgehen. Wir haben auch zu viel Toleranz mit diesen Tätern. Man muss immer jedem seine Macken lassen, tolerant auch gegenüber schwierigen Personen sein etc. Den leidenden Partnern wird nicht geglaubt, bei ihnen die Eigenschuld gesucht oder noch viel schlimmer, sie werden als zu empfindlich abgestempelt.

Emotionale Gewalt gibt es in vielen Bereichen. Hier geht es um (angebliche) Partnerschaft. Alles andere sprengt den Rahmen.

Keiner dieser Typen stellt sich bei den ersten Treffen als Arsch vor. Die bescheuerte Frage warum man auf so Typen reinfällt ist also mehr als blöde (obwohl man sie dann gestellt bekommt). Im Gegenteil, diese Typen sind oft unglaublich anziehend, sprachgewandt und (scheinbar) fürsorglich und emphatisch. Sie verpassen einem am Anfang der Beziehung einen Endorphinrausch, der unglaublich ist. Höhenflug pur. Ihre demoralisierende Art kommt erst nach und nach, erst nur wie kleine Nadelstiche, dann mehr. Sie schaffen es, dass man an seiner eigenen Wahrnehmung zweifelt, weil sie die Gabe haben, sich nie greifbar zu machen, immer ohne Zeugen zu agieren und in der Umgebung als reflektiert und kontrolliert zu erscheinen.

Nach meiner Trennung von John Doe, die Beziehung war glücklicherweise nicht lange genug, um wirklichen Schaden anzurichten, meldete sich meine Vorgängerin bei mir. Wir haben lange gesprochen. Unter Tränen erzählte sie mir das ein oder andere und ich kommentierte lediglich mit „das kann ich mir gut vorstellen, dass er das so gesagt/gemacht hat“. Ihre größte Erleichterung bestand darin, dass sie jemand mit ihrem Leidensdruck verstand und nicht, wie sonst, sie abtat mit „ach, es ist John, der ist nur ein bisschen schwierig, sei nicht so empfindlich.“ Wir nennen die Vorgängerin hier mal Nadja. Nadja hatte frisch Abi als sie ihn kennen lernte, war wunderschön und voller Leben. Nach 4 Jahren war sie wegen einer angeblichen Depression und Selbstmordversuch in Behandlung.

Jeder der jetzt über sie urteilt, sollte diesen Artikel 5x lesen!

Nein, psychische Gewalttäter suchen sich keine schwachen Opfer aus. Das interessiert sie nicht. Denn sie wollen etwas zerstören, was sie nicht haben. Lebensfreude und Perspektiven. Die Opfer sind nur zur falschen Zeit am falschen Ort. Falsche Zeit, weil sie vielleicht gerade eine schwierige Phase haben. Eine schwierige Phase hat nichts damit zu tun, dass man sich das Leid ausgesucht hat oder braucht. Die haben wir alle mal. Diese Gewalttäter schaffen es mit ganz perfiden Mitteln, dass man irgendwann an sich selbst zweifelt und glaubt man selbst hätte ein therapiebedürftiges Problem. Und dann kommt auch noch ein Therapeut, der tatsächlich nach „Schuld“ sucht. Gerne in der Vergangenheit/Kindheit. Die letzte Kraft sich dann vom eigentlichen Täter zu befreien schwindet.

Psychische Täter sind aalglatt. Niemals würden sie etwas tun, was man wirklich greifen kann. Außerdem agieren sie mit Dingen, die einzeln betrachtet, nicht so schlimm sind. Lauter kleine Stiche. Wenn man die erzählt, bekommt man oft die Rückmeldung, dass man nicht überbewerten soll. Der Anfang der Zweifel an der eigenen Wahrnehmung. Selten bis nie kommen die Attacken öffentlich und damit nachweisbar. Zudem sie es auch verstehen, sollte das Opfer sich distanzieren, wieder den Hype der Emotionen zu produzieren. Sie kennen treffsicher unsere Schwächen und Hoffnungen. Nicht weil sie emphatisch sind, sondern weil sie die „Kunst des Krieges“ perfekt beherrschen.

John Doe ist Fotograph und natürlich hat er mich damals häufig von allen Seiten fotografiert. Er sitzt am PC, schaut mich an und meint „mh, ich muss Deine Bilder inzwischen ganz schön nachbearbeiten. Bist ja auch nicht mehr die Jüngste.“ Ich hüpfe aus dem Schlüppi und er bleibt wie immer völlig ruhig und tut mich als „überreizt“ und nicht kritikfähig ab. Damit kann er Recht haben. Für jeden Außenstehenden bin ich der Aggressor, weil ich die Nerven verliere. Dass dieser Bemerkung schon zick andere in dieser Richtung vorausgingen, weiß ja keiner. Diese Typen haben ein Talent einen solange zu provozieren bis man ausflippt. Und zack, steht man, auch vor sich, als nicht belastbar, reizbar und zu empfindlich dar. Ein Teufelskreislauf. Jedes Mal wenn ich die Schnauze voll hatte, fing er mich wieder ein. Er schürte meine geheimen Hoffnungen genauso geschickt wie meine Unsicherheiten. Nach 6 Monaten saß ich zu Hause, trank eine Flasche Wodka und schrieb ihm eine Mail, von der ich wusste, dass er danach endgültig mit mir brechen würde.  Ich selbst war schon kaum noch in der Lage mich gegen ihn, wenn er zutraulich, leidenschaftlich etc. wurde zu wehren. Mein Plan ging auf. Zum Glück. Trotzdem brauchte ich noch Mal 6 Monate um ihm nicht mehr hinterher zu weinen.

Als E. auf ihn traf, hatte sie leider keine Chance. John ist unglaublich gut aussehend, sehr gebildet und hat eine unglaubliche Sexiness. Er versteht es in Perfektion von sich den Eindruck des loyalen, integren Menschen abzugeben. Mit tiefer, verletzlichen Seele. Er hatte sie schon in seinem Netz der Manipulation als ich mit ihm zusammen war. Nach der Trennung machte er die Falle zu. Weil er ist wie er ist, war das Bild, dass ich überspannt und überfordert bin, ganz leicht zu zeichnen. Immerhin hatte er dafür gesorgt, dass es zick Beispiele gab. E. hatte eine schwere Trennung hinter sich und John Doe tat so, als ob er sie auffinge. Und er kann wirklich mit seiner ruhigen, sachlichen Art das Gefühl vermitteln, er sei das Opfer in vorherigen Beziehungen gewesen. Er würde niemals offensichtlich was sagen, aber er kann einem durch Andeutungen Gedanken in den Kopf pflanzen.

John Doe hat mir beigebracht sehr genau hinzuhören, wenn einer ruhig und sachlich, ohne zu jammern oder zu lästern, Geschichten erzählt, indem er das Opfer ist.

Wenn ihr Menschen in eurer Umgebung habt, egal ob Familie, Job oder sonst wo, die wie emotionale Wracks wirken, es oft auch sind, die therapiebedürftig wirken, bitte bitte schaut 2x hin. Stempelt sie nicht wie oben beschrieben ab. Überprüft eure Einstellung zum „typischen Opfer“.  E. ist ein solches Wrack, aber ihre Umgebung und sie selbst lässt nicht zu, dass sie sich als Opfer begreift und damit ihn als Täter. Und damit kann weder ich, noch sonst wer, ihr gerade helfen.

Mehr Infos unter:



 

 

 

Das Auge isst (leider) mit

Hätte ich nicht hingesehen, wäre das Zeug gar nicht so schlecht:







Ich habe aber rein geschaut:



Montag, 16. Januar 2017

Kollege - best of

Der Kollege hat dem kapitalistischem Konzern Lidl ein Schnippchen geschlagen. Lidl ist das Böse, denn Lidl funktioniert nach dem Prinzip der Gewinnmaximierung und hat den Zweck, ihn, den Kunden, zu bescheißen und zu betrügen. Jawohl.


Da hat dieses böse Unternehmen doch tatsächlich seine geliebte SchwippSchwapp als Angebot angepriesen. 69Cent die Flasche. Da fährt man Samstags los, um 2 Sechserpacks zu kaufen. Zu Hause angekommen bemerkt man, dass der böse Konzern, natürlich vorsätzlich, 89Cent pro Flasche berechnet hat.


So geht es ja nicht. Ihn, Samstags, mit falschen Versprechen in das Geschäft zu locken. So nicht!


Also wieder rein ins Auto und zum Lidl. Ab in die lange Schlange, um dann mit der Kassiererin zu diskutieren. Die gibt klein nach und Kollege bekommt 2,40€ erstattet. Sieg auf der ganzen Linie mit nur 1,5h Zeitinvest. Toll!.


Der Sprit für die Fahrt darf nicht dagegen gerechnet werden. Den zahlt nämlich unser Brötchengeber beim Firmenwagen.


Ich bin zu Tode beeindruckt.



Mittwoch, 11. Januar 2017

die lieben Kollegen - blaues Wunder (Musiktipp)






Ich habe ja das Glück, dass ich einen tollen Arbeitgeber und einen coolen Job habe.

Aber irgendwas ist ja immer.

Mein Kollege ist wieder in Bestform. Er ist weder effektiv noch effizient. Außer es geht um`s motzen. Das macht er richtig gut. Er gehört zu der Kategorie "der innerliche Osten ist nie vorbei."

Die letzten Tage läuft er wieder zur Höchstform auf. Gestern nölte er mich 30 Minuten wegen dem neuen System zur Zeiterfassung voll. Zum Verständnis, wir können seit 01.01.2017 halt nicht mehr sehen, ob Kollegen an anderen Standorten krank oder im Urlaub sind. Das findet er blöd, weil falls er mal jemanden anrufen will, kann er ja nun nicht mehr nachschauen, ob der Kollege überhaupt im Haus ist. Die Bemerkung, dass er in den 30 Min. ca. 60x einen Anruf riskieren kann und ggf. dann ja auch ein Kollege des Kollegen Auskunft geben kann wurde weder verstanden noch sonst wie verarbeitet. Außerdem wüsste er ja jetzt nicht, ob der Kollege ggf. im Urlaub oder auf dem Klo ist, wenn er nicht ran geht. Das nenne ich mal Probleme.

Er jammert, dass er so viel zu tun hat, macht sich aber auch künstlich Arbeit. Grundsätzlich wird immer alles doppelt so kompliziert gemacht wie notwendig. Letztes Jahr bot die GL ihm an, ihn soweit zu unterstützen und seine Arbeitsweise zu überprüfen, dass er eben nicht mehr am Wochenende arbeiten muss. Das war natürlich übelste Kontrolle und bringt sowieso nichts. Sein Weg ist der einzig Richtige.

Seit 2 Tagen sitzt er mir gegenüber und stöhnt und schnauft als ob er gerade versucht den Welthunger zu lösen. Windows ist doof, unser System sowieso, das ist auch schuld daran, wenn er nicht arbeiten kann und überhaupt. Keiner versteht ihn.

Ich finde, wir haben einen extrem coolen Arbeitgeber, tolle Vorgesetzte und sowieso alle Freiheiten solange das Ergebnis stimmt. Bin vielleicht zu jung, um die große Abzocke dahinter zu verstehen.

Ich habe mir dann erst mal die "Öhrchen" aufgesetzt und eins meiner Lieblingslieder in Dauerschleife gehört.



Samstag, 7. Januar 2017

Pest&Cholera: life-coaching




„Mach es wie ein Hund: wenn Du es nicht essen oder damit spielen kannst, pinkel drauf und geh weiter.“

Auf keinen Fall werde ich bei der Kälte draußen die Hosen runter lassen. Und ich werde mir auch nicht so ein Teil kaufen, mit dem man als Frau im Stehen pinkeln kann. Noch habe ich ein bisschen Reststolz!




Aber man sagt ja immer, dass Hund und Besitzer sich mit den Jahren immer ähnlicher werden. Wenn das so ist, bin ich nicht weit von einer amtlichen Schizophrenie entfernt. Gut, vielleicht habe ich Glück. Immerhin sind Pest&Cholera keine Hunde. Sie sehen nur aus wie welche, aber wer weiß. Trotzdem frage ich mich, welcher Charakter sinnvoller wäre.

Cholera ist nun mal ein seichtes Gemüt. Trotzdem oder genau deswegen ist sie sehr begeisterungsfähig und ihre Laune ist fast unkaputtbar. Alle meine Mitbewohner kennen das Kommando „geh schlafen“. Sie können es noch vor „Sitz“ und „Platz“. Sie hören es nämlich jeden Morgen, wenn ich versuche mittels Kaffee mein Betriebssystem hoch zufahren. Alle meine Mitbewohner haben schnell gelernt, bevor die blonde Tante den Kaffee nicht drin hat, einfach die Fresse halten und weiter schlafen. Cholera nicht. Sobald ich aufstehe, rennt Cholera begeistert mit in die Küche und findet dort auch immer was, was sie glücklich macht. Heute Morgen war es eine tote Spinne. Die wird auch umgehend betrachtet und um sie rumgehüpft. Als die durch den Luftzug verschwunden ist, nimmt man sich einfach den Fußball und lutscht an dem rum. Auf „geh schlafen“, liegt sie im Körbchen und beobachtet die blonde Tante mit dem „was mache wir jetzt Blick“.

Wäre sie ein Hund, wäre sie ein belgischer Schäferhund. Die sind bekannt für ihre Eleganz, ihren Mut und ihnen wird eine gewisse Schärfe nachgesagt. Cholera hat sich neulich von C.`s Hund (7kg!) rum kommandieren lassen und flüchtete auf C.`s Schoß. Dabei fiel sie vom Sofa. Natürlich elfengleich. 

Belgische Schäferhunde (Malinois) sind gelehrig. Cholera ist nicht gelehrig. Sie ist ein Schleimer. Wenn sie gecheckt hat, dass ich gut finde was sie macht, bietet sie es ständig an und strahlt „hab ich das toll gemacht? Hab ich? Ja?“. Ich muss nur „prima“ sagen und sie strahlt. Andere Hunde wollen dafür ein Leckerchen. Cholera würde für ein simples Lob auch noch auf der Schwanzspitze balancieren. Eklig. 






Pest ist da ganz anders. Pest stellt Alles in Frage. Selbst das Aufstehen. Wecker klingelt und er wackelt vom Sofa in mein Bett und wühlt sich unter die Decken. Im Winter muss ich ihn da abholen zum Gassi. Der würde da liegen bis er platzt. Hauptsache im Warmen bleiben. Und er tut Nichts ohne zumindest ganz persönlich was davon zu haben. Und wenn es gruselig wird, schon gar nicht.

Pest ist ein Weiberheld. Umso zickiger, umso besser. Die Nachbarshündin fleddert alle anderen Hunde. In Pest ist sie verliebt. Er hat sie 12 Monate extrem charmant vom Weitem beflirtet, jetzt mag sie ihn und er ignoriert sie neuerdings. Polygames A***loch halt, dem es nur um die Eroberung geht. 

Er kann, wenn er will extrem lieb und charmant sein. Wenn er will. Ob, entscheidet er nach Stärke des Gegners. Steht eine Flasche vor ihm, prollt er. Ist es ein starker Kerl, tut er so, als wäre er ignorant. Pfiffig ist er.



Also, was ist besser? Doof, aber glücklich oder schlau und ein Idiot? Hoffentlich werde ich in der Anpassung nicht blöd und ein A****.

Freitag, 6. Januar 2017

Automasochismus

Ich hab`s geschafft. Ich bin autark und brauche keinen Kerl mehr. Alles was Kerle verursachen, kann ich selbst.





I.

Nach den letzten Tagen erkältet auf dem Sofa, dachte ich gestern ich tu mir was Gutes und bringe meinen Körper wieder auf Vordermann. Vernünftig genug noch keinen Sport zu machen, habe ich 30 Minuten mit der Blackroll angeblich meine Faszien gelockert. Das Ergebnis ist, dass ich mich fühle als hätte mich ein Testosterongeschoß die halbe Nacht durch die Kissen gescheucht. Sprich, ich habe Rückenschmerzen und bewege mich mit der Eleganz einer ölverschmierten Möwe. Aber wenn nur das Ergebnis zählt, habe ich das toll gemacht.





II.

Habe ich Dumpfkuh dem abgelegtem Liebhaber gestern via WhatsApp nachträglich zum Geburtstag gratuliert. Wie bescheuert muss man sein? 2 Wochen hab ich durchgehalten und war gerade soweit, dass ich nicht mehr an ihn denken musste. Ist ungefähr, als ob man 14 Tage nicht raucht und dann "mal die Eine". Sofort ist man wieder angefixt. F*** Ich meinte, hätte ich mich weiter so fühlen wollen, hätte ich ihn nicht abservieren müssen. Und wozu überhaupt?


1.Er hat eine Neue. Die hat ihm bestimmt mit Bambiblick völlig verzückt gratuliert und ihn angehimmelt.
2.Hat er meinen Geburtstag auch ignoriert.
3.Sollte, wenn überhaupt, die einzige Kommunikation zwischen uns sein, dass er sich dafür entschuldigt, dass er sich wie ein riesen A**** benommen hat. Basta.



D.h. ich kann mir auch ab sofort selbst ein schlechtes Gefühl machen. Juuuhhhu.



Also heute morgen im Wald gebetsmühlenartig immer wieder wiederholt:


1.Die beiden passen super zusammen, sind happy miteinander.
2.Er hat Dir nicht gut getan.
3.Du ihm auch nicht.
4.Er stand einfach nicht auf Dich.
5.Er stand einfach nicht auf Dich.
6.Er stand einfach nicht auf Dich.



Auf der Hälfte des Weges hat mir Pest die Freundschaft gekündigt und ist einfach umgedreht. Gassi bei der Kälte findet er unnötig und er ist schlauer als ich. Wenn was nicht rockt, tut er`s nicht.

Schlauer Affe-Fledermaus-Katze-Affe-Hybrid.







Dienstag, 3. Januar 2017

Buchtipp - Nach Afghanistan kommt Gott nur noch zum Weinen

Zugegeben, bei mir war es mal wieder das Hörbuch. Allerdings eines der wenigen, die ich nicht nebenher hören konnte.

Sprachlich etwas gewöhnungsbedürftig und vielleicht deswegen ein Frauenbuch, aber anders als die "Hetzbücher" der 90`er (Nicht ohne meine Tochter etc.).

Aus Sicht einer Frau erzählt, die nichts kennt außer Krieg, Armut und Gewalt. Immer irgendwie auf der Flucht. Sie kann lesen und schreiben und ihr Mann findet das gut. Nützen tut ihr das selten. Irgendwie weiß sie auch nie wer gerade gegen wen kämpft oder wofür und für wen ihre Brüder wohin in den Krieg gezogen sind.



Montag, 2. Januar 2017

Sylvester, Schüttelfrost und mentales Graubrot




Ein grippaler Infekt hat mich im Griff. Alles ist anstrengend, selbst die Runde um den Block. Sylvester bei C. in dicken Decken, Schüttelfrost auf dem Schaukelstuhl. Mein Unterhaltungswert ähnelte dem eines Graubrotes. C. hat es mit Fassung getragen und mir Tee gekocht. 

Apropos Graubrot. Warum reduzieren sich Kerle so oft auf ihre körperlichen Vorzüge? C. hatte ja diesen Typ an der Angel, ein echtes Leckerchen, der sich in der Kommunikation als mentales Graubrot präsentierte. Und das obwohl er eigentlich weder dumm noch ungebildet ist. Ich meine, hey, okay, Sex sells, aber das Produkt muss dann doch auch ansonsten gefallen, oder? Der Typ, 195cm groß, breite Schultern, Tattoos sieht so gut aus, dass ich tatsächlich schlucken musste als sie mir seine Bilder zeigte. Frauen sind zwar angeblich nicht so visuell orientiert wie Männer, aber meine Gene haben das vergessen. Ich steh dazu. Es gibt Bilder, die wirken immer. Ich kann mir amerikanische (Anti-) Kriegsfilme ohne Ton ansehen. Sind wie Softpornos für mich, wenn da nur genug gut gebaute Kerle in Uniform rum rennen. Aber ich bin alt genug, um zu wissen, dass das mittel- bis langfristig weder reicht noch zielführend ist.

Also, der Typ sieht so gut aus, dass ich beim ersten Lesen seines Profils gar nicht mehr in der Lage bin gewisse Dinge, die ich eigentlich strange finde, zu bemerken. Jetzt ist es aber so, wer mit C. kommuniziert, kommuniziert indirekt auch mit mir. Und andersrum. Und so muss ich mir auf ihre Frage was er so den ganzen Tag gemacht hat eine 3,5 minütige Sprachnachricht über seinen Zahnarztbesuch nebst Details der Wurzelbehandlung anhören. Sehr spannend. Vor Allem wenn das wohl das Highlight des Tages war. Der Typ merkt wohl, dass diese Nachricht nicht so der Brüller war und schickt eine 2,5 minütige Nachricht hinterher, dass er an Frauen Strapse und Nylons toll findet. 

Aha. 

Auf dem Level geht es ein paar Tage weiter bis wir beide zu dem Entschluss kommen, dass der Typ so wenig zu erzählen hat, dass er trotz seiner Optik ungefähr so spannend wie Graubrot ist. Nicht nur das, sondern sein Leben erscheint auch jetzt genauso spannend und erfüllt. Also ein Laib hohles Graubrot. Wer möchte denn das? Er wird nicht müde Bilder diverser, ansehnlicher Körperdetails von sich zu schicken. Hilft irgendwie auch nicht mehr. Ich lese sein Profil noch mal. Da steht sehr ausführlich wie supi ausgefüllt sein Leben doch ist, wie aktiv er ist und…tata….er ist studiert. Vielleicht doch mal den Tipp mit Elite Partner geben? Jetzt fällt mir auf, dass ich bei Kerlen (und bei Frauen), die unglaublich betonen wie toll ihr Leben doch ist, immer misstrauisch werde.

Das Beunruhigende ist, ich bin mir ziemlich sicher, dass der Typ, wenn er sich anstrengt gar nicht so hohl wäre. Aber wenn man gut aussieht, ist dieser Weg der körperlichen Anziehungskraft halt der Leichteste. Und warum soll man ein Verhalten einstellen, das einen (kurzfristig) zum Erfolg führt und bei dem man sich nicht so anstrengen muss?

In diese Falle scheinen immer mehr Kerle zu tappen. Oder es fällt mir mit zunehmendem Alter mehr auf. Egal, das Ergebnis ist das Gleiche. 

Bei meinem kürzlich abgelegten Modell ist es ähnlich. Gut, unser Kennenlerne beruhte ausgesprochen auf rein Körperliches, aber im Laufe der Zeit dachte ich, dass der Typ, theoretisch auch mehr aufzuweisen hätte als breite Schultern und so `n männlich markantes Ding. Aber hat er hat nie mehr zugelassen, als das Bedürfnis als Kerl wahrgenommen zu werden. Männer wollen Kerle sein, mit einem teilweise sehr aufgesetzten Ehrgefühl. Leben tun es die Wenigsten.

Gründe hierfür scheint es 2 zu geben:


  1. Sie sind hohl. Also, bei genauem Betrachten ist da Nichts. Job nervt, keine Hobbies, keine Ziele, keine Leidenschaften, Nichts.
  2. Sie haben Sorge, dass das was zu Tage kommt nicht reicht oder nicht angenommen wird.

Das Erste ist echt ein Problem, das Zweite Schwachfug. 

Aber das Ding mit der Optik und der Erotik funktioniert ja auch eine Weile ganz gut. Wer aussieht wie die beiden genannten Typen hat durchaus Möglichkeiten eine gewisse Portion Aufmerksamkeit und Anerkennung zu bekommen. 

Alles nicht meins. Okay, ich bin auch hin und wieder versucht in diese Falle rein zu tappen, aber zum Glück bin ich jetzt optisch nicht ganz so der Knaller, dass das wirklich reicht. Ich schrieb neulich einem Typen, dass bei mir Interesse zurzeit im Kopf entsteht, seine Antwort war eine Nachricht über sexuelle Phantasien. Örghs. 

Ich glaube vor ein paar Jahren wäre ich noch drauf rein gefallen. Jetzt ist echt angenehm älter zu werden. Verschobene Sichtweisen und Prioritäten tun gut. Trotzdem habe ich immer mehr das Gefühl, um so besser ein Typ aussieht, umso mehr hat er verlernt andere Dinge in die Waagschale zu werfen. Schade drum, aber nicht schlimm. 

Mich hat neulich ein Typ im Kopf weg geflasht indem wir nicht einmal über körperliches gesprochen haben. Nur über das Leben, Erfahrungen und Einstellungen. Der hinterlassene Eindruck war wesentlich nachhaltiger als Tattoos an den richtigen Stellen ;-)