Samstag, 5. August 2017

Totgesagte leben länger


Fast scheint es, als wolle mir das Schicksal in jedem Bereich meines Lebens ein paar Steine in den Weg legen. Und manchmal scheint es auch zu gelingen, allerdings denke ich oft nicht drüber nach, lache darüber, mache weiter und alles läuft. 

Cholera ging es einer Weile nicht so toll. Irgendwie lief sie nur auf 80%, hatte Konditionsprobleme im Training. Nun, sie ist nicht mehr die Jüngste und ich war nicht so fleißig die letzten Wochen. Besonders hinsichtlich Bewegung fällt Konditionstraining mit kaputtem Knie etwas schwer. Ich wollte das aber nicht so stehen lassen und ließ sie beim Tierarzt durchchecken. Bzw. besprach ich die Symptome mit GK auf einem Spaziergang. Wir behandelten auf Bronchitis und ich habe gelernt, dass man bei Hunden zugeschleimte Lungen beim abhören nicht hört. Die atmen irgendwie anders. Jetzt ist sie wieder in einer absoluten Topform. Meine Gedanken, dass es uns vielleicht die letzte Wettkampfsaison ist völlig überflüssig. 

Und weil ich dann wieder fleißiger war, knickte ich rechts um und habe jetzt das linke Knie und das rechte Sprunggelenk in fixierenden Bandagen auf ärztliches Rezept. Unterstreicht meine natürliche Anmut ungemein.

Mein Liebesleben? Ich ackere im Büro wie ein sizilianischer Betonmischer. Nebenjob läuft auch. Wie viel Zeit Raum und Luft hat man da für ein Liebesleben? Trotzdem traf ich mich mal mit Lillyfee und ja, er ist immer noch ein genialer Liebhaber, aber die Zeit zwischen uns ist irgendwie abgelaufen. Einfach so, ohne großes Drama. Er gehört einfach zu einem Abschnitt meines Lebens, den ich hinter mir gelassen habe. 


Ich finde trotzdem, dass er ein großartiger Mensch ist. Zudem ich ja „meines Hasis“ habe. In jeden von ihnen bin ich auf eine eigene unkomplizierte Weise verknallt. „Schmul“ weil er eine unglaubliche Gabe hat im Hier und Jetzt zu sein wenn wir uns treffen, „das T“ weil er so ein offener und liebenswerter Kumpel ist und neu in der Runde J. (noch ohne Arbeitstitel), der unglaublich reflektiert und aufgeräumt in der Birne ist. Es ist herrlich unkompliziert. Sie kennen sich, wissen voneinander. Manchmal trifft man sich zu zweit, manchmal zu dritt und dann wieder eine Weile gar nicht. Wenn wir uns treffen ist alles entspannt, unglaublich respektvoll und wir können jederzeit auch Themen außerhalb des Bettes finden.

Ich habe mal schnell schlappe 700€ in mein Auto investiert und am Schluss war die Lösung ganz leicht. Nochmal ein paar Hundert Zuzahlungen beim Zahnarzt und damit war das hart verdiente Geld vom Nebenjob auch schon wieder weg. Trotzdem nehme ich für August keine Aufträge an. September und Oktober gebe ich gut bezahlte Seminare. Ich musste nichts dafür tun, wurde einfach gefragt. Mein Kunde aus Sachsen rief mich abends mal an, er war leicht angetrunken und versicherte mir, dass er wieder mit mir arbeiten möchte. Mindestens 1x im Monat, er bezahlt gut. 3 Tage später hat er nüchtern bestätigt, was er angetrunken ins Telefon flötete („Frau von Sachsen, wir haben jetzt zick andere Trainer angeschaut, aber sie sind einfach die Beste“).

Job? Kollege ist im Hochleistungs-Eskalationsmodus. Mit Allem und Jedem. Inkl. dem Chef. Entsprechend angespannt ist die Stimmung. Aber Cheffe hat jetzt live erlebt was los ist und supportet mich ohne Ende. Das Ungleichgewicht in der Lastenverteilung ist sehr deutlich geworden. Ich habe ihm letztes Jahr genötigt mir mehr Verantwortung zu geben, damit es läuft. Hat er getan, der Bereich lief wie die Sau. Die Zahlen beweisen es und es ist dieses Jahr noch besser. Vor 14 Tagen betrieb ich das Spiel noch mal. Innerhalb von 14 Tagen habe ich 2 Projekte an Land gezogen von denen der Kollege behauptete sie seien chancenlos. Er raubt mir Energie um mich gegen seine negative Stimmung abzugrenzen. Aber er weiß, wenn ich die Firma verlasse, verliert er seinen Job. Dann wird er weg rationalisiert. Ich bin ungewöhnlich kühl zu ihm. Er schleimt und bringt jeden Tag Eis oder Kuchen mit ins Büro.

Kurz, theoretisch laufe ich auf dem Zahnfleisch, praktisch läuft alles. Ab Ende August werde ich auch wieder mehr bei „befreundeten Bloggern“ lesen, kommentieren und selbst schreiben können.

1 Kommentar:

Es darf und kann kommentiert werden. Grundsätzlich nutze ich mein Hausrecht und gebe einzeln frei.