Freitag, 16. Juni 2017

Datingpannen – Trick 17 mit Selbstüberlistung


Schlagt mich, verurteilt mich, aber es gab eine Zeit in meinem Leben, da habe ich mich gezielt mit liierten Männern getroffen. Nein, ich habe diese Kerle nicht im Supermarkt beim Wocheneinkauf aufgerissen, sondern auf einschlägigen Plattformen. Ihr Treuegelübte war also eh nur eine Worthülse und ich nicht diejenige, die sie zu Unfug erst angestiftet hat. Und ich muss erwähnen, dass mir ein solcher Kerl als Partner nie auf`s Sofa kommen würde. Aber darum ging es ja nicht bei den Auswahlkriterien.

Mein Plan: wenn der Kerl liiert ist, geht er mir nicht auf die Bimmel. Zu der Zeit meines Lebens hatte ich einfach keine Lust bezüglich meines Lebens und der Zeitplanung große Kompromisse zu machen, wollte aber auch nicht auf eine gewisse, oberflächige Art von Nähe verzichten. Wahrscheinlich war das einer der Gründe, warum alleinstehende Kerle immer schnell recht anhänglich wurden.

In diesem Punkt ist das Leben wirklich ein sarkastisches Arschloch. Wenn man klar kommuniziert, dass man auf das Päarchending keinen Nerv hat, rennen einem die Kerle, welche nicht nur paarungs- sondern auch bindungswillig sind, die Bude ein. An dem Punkt an dem man selbst bindungswillig ist, trifft man lediglich nur paarungswillige, aber keine bindungswillige Typen. Da fällt mir ein, dass ich 2016 im Prinzip nur einen Kerl kennen gelernt hat, der nicht nur willig, sondern auch fähig war in Punkto Paarung UND Bindung. Und man sagt ja immer, solche Kerle lernt man nicht im Internet kennen. In diesem Fall völlig korrekt. Ich habe ihn nämlich im Pornokino kennen gelernt. Aber das ist mal wieder eine völlig andere Geschichte.

Zurück zum Thema. Mein Plan war gefasst und ein geeignetes Modell schnell gefunden. Mitte 40, bewaffneter Uniformträger. Diesmal nicht in blau, sondern in Tarnfleck. Irgendwas Höheres, so genau habe ich nie nachgefragt. Im Berliner Umland stationiert, Frau und fast erwachsene Kinder im benachbarten Bundesland. Perfekt. Denn das hieß, dass er unter der Woche flexibel war und Verabredungen nicht kurzfristig abgesagt werden mussten, weil seine Ausrede nicht zog. Von Montag bis Freitag war er in seiner Planung völlig frei, hätte sogar bei mir übernachten können und an den Wochenenden, an denen ich eh nie da war, hatte ich meine Ruhe. Kein schlechtes Gewissen, weil man keine Lust auf Päarchendinge hatte, Samstagabend platt vom Training auf dem Sofa gammeln, kein Gefühl man müsse sich mal melden, das war der Plan. Ein theoretischer wie sich rausstellte.

Wir hatten ein paar Dates. Sex war passabel, Typ gut aussehen und fit im Kopf. Tatsächlich hat man auch mal zusammen gekocht, Film geschaut und so. Alles ganz zwanglos ohne das Gefühl der Verpflichtung. Pest und Cholera fanden in ganz okay. Na ja, Pest fand, dass er ein ganz netter Streichelautomat war. Nicht mehr, nicht weniger und Cholera hat ja eh Gänseblümchen im Kopf.

Irgendwann standen ein paar Feiertage an. An denen war ich wie üblich verplant und Typ eh familiär gebunden. So mit großen Familienessen und so. Ich ging also davon aus, dass ich höchstens sporadisch, wenn sogar gar nichts von ihm hören würde und ich mal wieder in irgendwelchen Wäldern rumtoben könnte. Am ersten Tag hatte ich morgens schon 3 Nachrichten von ihm auf dem Handy. Zu dem Zeitpunkt fand ich das noch süß, dass er an mich denkt, antwortete kurz und ließ das Handy dann irgendwo unbeachtet liegen. Stunden später schaute ich drauf und hatte gefühlte 358 WhatsApp nebst Nachrichten auf der einschlägigen Plattform von ihm. Die ersten lieb und nett, die mittleren angeblich besorgt wo ich stecken würde, die letzten patzig. Denkpause…..

Äh, war das nicht genau das, was ich nicht wollte? Mein Kopfkino ging los. Das böse, nicht das romantische und schon gar nicht das erotische. Der sitzt also nebst Schwiegereltern und Co. beim Essen und schaut die ganze Zeit auf´s Handy und tippt. Im günstigsten Fall tut seine Frau so als ob sie nichts merkt, weil ihr schon lange klar ist, dass er ein Fremdgänger ist. Vielleicht rechnet sie aber schon aus, was sie bei einer Scheidung bekommt. Egal. Im ungünstigsten Fall schnallt sie es und macht eine riesen Szene (mit Recht). Worst Case, sie will die Schlampe kennen lernen und meldet sich bei mir *örghs. Da habe ich ja richtig Bock drauf. Das war nicht der Plan!

Und ich will, dass meine Pläne funktionieren. Da kann ich mich benehmen wie ein sturer Terrier am Mäuseloch. Also habe ich dem Typen, anstatt ihn auf den Pott zu setzen, freundlich aber bestimmt gesagt, dass ich eine Dauerbeschallung nicht möchte. Zu freundlich, also nicht wie ein Terrier, eher wie ein dauerfreundlicher Retriever. Fehler. Aversive Erziehungsmethoden funktionieren nur, wenn gleich der erste Ansatz unmissverständlich ist. Sonst shapen sich die Hunde/Typen hoch und glauben viel hilft viel. D.h. wenn sie mit ihren Bemühungen um Aufmerksamkeit nicht weiter kommen, verstärken sie ihre Bemühungen. Nochmal, das war nicht der Plan!

Was soll ich sagen, es wurde immer schlimmer und ich musste unser Arrangement beenden, weil es nicht mehr zielführend war. Nach 3 Tagen schickte er eine Nachricht er sei zufällig in der Gegend und könne vorbei kommen. What? Rede ich eigentlich undeutlich? Oder gibt es so gar keinen Grund mir zu glauben, dass ich Dinge auch so meine wie ich sie sage? Aber ich erwischte mich dabei, wie ich zu Hause verängstigt schaute ob ich irgendwo sein Auto sehe. Fast Schiss hatte ich. Er nahm immer wieder Kontakt auf, obwohl ich bereits unmissverständlich meine „Kontaktverbot-sonst Anzeige“ Nachricht geschickt hatte. Kurz bevor ich ihn wirklich anzeigte, hörte er zum Glück auf.

Und was habe ich daraus gelernt? Scheiß auf`s Pläne machen, es kommt eh anders. Und öfter mal ins Pornokino gehen. Da scheinen sich die netten Typen rumzutreiben.

 

Kommentare:

  1. Wow, der klingt wirklich anstrengend. Dass solche Typen ein Nein nicht verstehen ist irgendwie typisch. Frage mich, was bei denen falsch läuft.

    Hatte auch mal so einen an der Backe. Erst fand ich es niedlich, dann war ich nur noch genervt und habe mich erwischt, wie ich jeglichen Respekt vor ihm verloren habe, weil er daher kam wie ein winselnder Schwanzeinzieher. Interessanterweise hat er zwar echt auf die Tränendrüse gedrückt, als ich das Ding beendet habe (und das war das einzige Mal, dass ICH etwas beendet habe!), was mich noch mehr abschreckte. Trotzdem hatte er sehr schnell sein nächstes "Opfer" gefunden, bei dem er dann auch ganz toll unter dem Pantoffel stand, was er wohl genoss. Kannte er so von seiner furchtbaren Mutter, Typ Hausdrache. Schauder! Vor beiden.
    Und sein Vater war ein perverser Lauscher.

    Gott diese Familie war so gestoert...

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  2. Mensch, Meedchen, man kocht doch mit so einem nicht!
    (Nicht, dass ich da groß Ahnung hätte, aber DAS schien mir der Fehler!)

    *googelt nach "Pornokinos in meiner Nähe"

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    1. ja, der Pferdewirt aus dem Pornokino war echt toll. Leider wollte er unbedingt Kinder, mindestens Pflegekinder....den sollte ich Dir schicken oder?

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