Freitag, 24. Februar 2017

Wie man`s macht ist`s falsch







Schonzeit im Büro ist vorbei. Die Bude brennt. Ich mag das, aber nach solchen Tagen habe ich abends keine Wörter mehr übrig. Ich arbeite im sogenannten „erklärungs- und beratungsintensiven, technischen Investitionsgüterbereich, B2B“, das erfordert eine unglaubliche Geduld beim Erklären und an manchen Tagen rede ich selbst für meine Verhältnisse einfach zu viel. Die Woche war ich noch nicht mal in der Lage abends ein Telefonat mit M. zu führen.

Trotzdem bin ich nach Feierabend unruhig, schlafe schlecht. Einfach zu viel Adrenalin und Cortisol. Doof. Sex könnte helfen, aber irgendwie fehlt mir der Nerv. Wenn ich nach Wochen mal wieder Sex möchte, gibt es zwei Barrieren. Erstens müsste ich dazu wahrscheinlich irgendein erstes Date haben und zweitens kommunizieren. Ich hasse erste Dates und kommunizieren ist gerade anstrengend. Verdammte Zwickmühle. Lillyfee, der Gute, der hat sich natürlich wieder genau zur richtigen Zeit gemeldet. Ich meine, wenn ich nach einer 8:1 (für mich) Kissenschlacht nicht schlafen kann, wann dann? Aber Lillyfee will halt auch reden. Besonders danach und manchmal über irgendwelche Gören. Ich bin halt in der Beziehung eher wie ein Kerl. Umso besser die Kissenschlacht war, umso weniger will ich reden. Ich will nur daliegen und sein. Wenn ich anfange zu quatschen ist das ein schlechtes Zeichen. Wie kann ich Lillyfee schonend beibringen einfach die Fresse zu halten? Doof, doof, doof.

Morgen treffe ich mich mit MII. Der schrieb gestern, er hätte so viel mit mir zu besprechen. Supi. Ich meine ich motze monatelang rum, dass der damals aktuelle Liebhaber die Zähne nicht auseinander bekommt und jetzt denke ich „Wie? Reden?“

Nein, ich werde mich nicht mehr mit Typen treffen die glauben mein Arsch wäre das Beste an mir, aber ich erwische mich dabei, wie ich denke, dass der Abgelegte ganz praktisch war. Auch wenn ich im Nachhinein seinen Arbeitstitel „SEK“ nicht mehr mit „Spezialeinsatzkommando“, sondern mit „schnelles Einsatzkommando“ übersetze. Wir erinnern uns, der Kurzwaschgang der Waschmaschine lief als er kam und lief als er ging. Geschätzte gesamte Dauer persönlicher Gespräche in 13 Monaten 20 Minuten. Wobei ich da eher Monologe hielt.

Diese Gendanken sind „pfui“. Aber so was von. Deswegen ist das Ergebnis dieser Woche, dass es sogar unter meinem Bett blitzeblank ist und mein Auto von innen feucht gewischt wurde. Alle Hundedecken sind gewaschen und die Trainingssachen in Seifenlauge eingelegt und getrocknet. Adrenalin und Cortisol baut sich auch bei normaler körperlichen Aktionen ab. Konstruktive Kompensation nenne ich das. Mir tut alles weh. Und ich werde morgen einen starken Kaffee trinken und es genießen, dass MII meine Meinung wichtig ist und sich mit mir austauschen möchte. Das ist das Mindeste was ich (mir) wert bin. Jawohl.


Kommentare:

  1. Kommunikation kann richtig cool sein und wenn sie das ist, ist sie wie das Vorspiel fürs Hirn....genieße es 😘

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  2. Du könntest Lillyfee auch irgendwas in den Mund schieben (Zigarette, Maoam, Zunge). Ein paar Minuten quatschfreie Zeit wird's bringen.

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  3. "Deswegen ist das Ergebnis dieser Woche, dass es sogar unter meinem Bett blitzeblank ist und mein Auto von innen feucht gewischt wurde. "

    Das erinnert mich an die große U.S.-Serienphilosophin Gabrielle Solis, die sich über die Abwesenheit ihres Mannes beschwerte und die daraus resultierende sexuelle Unausgeglichenheit mit den Worten:

    "Ich langweile mich! Ich habe mich heute SO SEHR gelangweilt, dass ich UM EIN HAAR angefangen hätte, zu putzen!!" ;-))

    Lösungsansatz in der Sache selbst: Schon einmal gejoyclubt?

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    1. ich finde den joyclub ganz schlimm

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    2. Ach, wieso?
      Sinds die ganzen kopierten Texte? Die abtörnenden Fotos von fetten, behaarten Männern mit Kloschüssel oder Bierflaschen im Hintergrund? Oder die Tatsache, dass da 99% der Kerle nicht mal den Satz "Ich wünschdir ein schöne tag" hinkriegen?

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    3. kombiniert mit unglaublichen Anschreiben

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Es darf und kann kommentiert werden. Grundsätzlich nutze ich mein Hausrecht und gebe einzeln frei.