Samstag, 7. Januar 2017

Pest&Cholera: life-coaching




„Mach es wie ein Hund: wenn Du es nicht essen oder damit spielen kannst, pinkel drauf und geh weiter.“

Auf keinen Fall werde ich bei der Kälte draußen die Hosen runter lassen. Und ich werde mir auch nicht so ein Teil kaufen, mit dem man als Frau im Stehen pinkeln kann. Noch habe ich ein bisschen Reststolz!




Aber man sagt ja immer, dass Hund und Besitzer sich mit den Jahren immer ähnlicher werden. Wenn das so ist, bin ich nicht weit von einer amtlichen Schizophrenie entfernt. Gut, vielleicht habe ich Glück. Immerhin sind Pest&Cholera keine Hunde. Sie sehen nur aus wie welche, aber wer weiß. Trotzdem frage ich mich, welcher Charakter sinnvoller wäre.

Cholera ist nun mal ein seichtes Gemüt. Trotzdem oder genau deswegen ist sie sehr begeisterungsfähig und ihre Laune ist fast unkaputtbar. Alle meine Mitbewohner kennen das Kommando „geh schlafen“. Sie können es noch vor „Sitz“ und „Platz“. Sie hören es nämlich jeden Morgen, wenn ich versuche mittels Kaffee mein Betriebssystem hoch zufahren. Alle meine Mitbewohner haben schnell gelernt, bevor die blonde Tante den Kaffee nicht drin hat, einfach die Fresse halten und weiter schlafen. Cholera nicht. Sobald ich aufstehe, rennt Cholera begeistert mit in die Küche und findet dort auch immer was, was sie glücklich macht. Heute Morgen war es eine tote Spinne. Die wird auch umgehend betrachtet und um sie rumgehüpft. Als die durch den Luftzug verschwunden ist, nimmt man sich einfach den Fußball und lutscht an dem rum. Auf „geh schlafen“, liegt sie im Körbchen und beobachtet die blonde Tante mit dem „was mache wir jetzt Blick“.

Wäre sie ein Hund, wäre sie ein belgischer Schäferhund. Die sind bekannt für ihre Eleganz, ihren Mut und ihnen wird eine gewisse Schärfe nachgesagt. Cholera hat sich neulich von C.`s Hund (7kg!) rum kommandieren lassen und flüchtete auf C.`s Schoß. Dabei fiel sie vom Sofa. Natürlich elfengleich. 

Belgische Schäferhunde (Malinois) sind gelehrig. Cholera ist nicht gelehrig. Sie ist ein Schleimer. Wenn sie gecheckt hat, dass ich gut finde was sie macht, bietet sie es ständig an und strahlt „hab ich das toll gemacht? Hab ich? Ja?“. Ich muss nur „prima“ sagen und sie strahlt. Andere Hunde wollen dafür ein Leckerchen. Cholera würde für ein simples Lob auch noch auf der Schwanzspitze balancieren. Eklig. 






Pest ist da ganz anders. Pest stellt Alles in Frage. Selbst das Aufstehen. Wecker klingelt und er wackelt vom Sofa in mein Bett und wühlt sich unter die Decken. Im Winter muss ich ihn da abholen zum Gassi. Der würde da liegen bis er platzt. Hauptsache im Warmen bleiben. Und er tut Nichts ohne zumindest ganz persönlich was davon zu haben. Und wenn es gruselig wird, schon gar nicht.

Pest ist ein Weiberheld. Umso zickiger, umso besser. Die Nachbarshündin fleddert alle anderen Hunde. In Pest ist sie verliebt. Er hat sie 12 Monate extrem charmant vom Weitem beflirtet, jetzt mag sie ihn und er ignoriert sie neuerdings. Polygames A***loch halt, dem es nur um die Eroberung geht. 

Er kann, wenn er will extrem lieb und charmant sein. Wenn er will. Ob, entscheidet er nach Stärke des Gegners. Steht eine Flasche vor ihm, prollt er. Ist es ein starker Kerl, tut er so, als wäre er ignorant. Pfiffig ist er.



Also, was ist besser? Doof, aber glücklich oder schlau und ein Idiot? Hoffentlich werde ich in der Anpassung nicht blöd und ein A****.

Kommentare:

  1. Normalerweise mag ich keinen Tier-Content. Aber du schreibst sehr unterhaltsam über deine Menschen, die wie Hunde aussehen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke.

      Sie sind Aliens. Ich weiss nur noch nicht warum sie ausgerechnet bei mir gelandet sind 😉

      Löschen
  2. Sie wiegt 10 Kilo.... reines Zickengewicht... :)

    AntwortenLöschen
  3. Am Besten ist die Kombination "Glücklich und schlau".

    AntwortenLöschen
  4. Meine Kusine, also die, die viel mit dem Auto unterwegs ist und im Schwarzwald wandern geht, hat so ein Pinkelding to go.
    Sie will nämlich auf keinen Fall in die Verlegenheit kommen, im Stau auf den Randstreifen oder mitten im Wald hintern Busch machen zu müssen.
    Bis vor kurzem hatte sie ein Babytöpfchen im Kofferraum, aber sich mitten auf der Autobahn auf so einen Pott zu hieven ist ja ungleich auffälliger :-)
    Bis jetzt hat sie es nicht gebraucht, aber dass es da ist, lässt sie sicherer fühlen.
    Ältliche Weiber halt...

    AntwortenLöschen

Es darf und kann kommentiert werden. Grundsätzlich nutze ich mein Hausrecht und gebe einzeln frei.