Sonntag, 22. Januar 2017

Beziehungspannen - der wahnsinnige Serbe

Ich war ja Freitag mit dem Österreicher unterwegs und musste daher zwangsläufig an einen Ex, den Serben denken. Warum? Weil der zwar in Serbien geboren wurde, aber in Wien aufwuchs und diesen unglaublichen Akzent hatte.

Eigentlich hatte der Typ eine Gabe mich in den Wahnsinn zu treiben, aber 3 Sätze mit diesem Akzent und alles war wieder in Butter. Böse Zungen behaupten, ohne den Wiener Schmäh hätte es kein 2. Date gegeben, mit waren wir über ein Jahr zusammen.

Goran gehörte zu der Kategorie Mann, die morgens aufstehen und perfekt aussehen. Alleine das kann einen schon aggressiv machen. Eine durchgezechte Nacht, man fühlt sich elendig, das Make up verschmiert und er steht auf und sieht blendend aus. Da ist man kurz vor körperlicher Gewalt. Ich glaube selbst seine Boxershorts waren jederzeit frisch gebügelt. Ekelerregend.

Und er war nie in Eile. Wenn wir spät dran waren und noch Hunger hatten, schmierte ich mir schnell eine Nutella Stulle und kaute die auf dem Weg ins Auto. Nicht mein wahnsinniger Serbe. Hunger ging für ihn gar nicht. Da wurde das Brot, der Aufschnitt und die Butter auf den Tisch gestellt, das Brot millimetergenau geschnitten, die Butter überall exakt gleich dick aufgetragen. Dann der Aufschnitt so aufgelegt, dass nirgends was übersteht. Das Brot geteilt und jeder Bissen mindestens 30x gekaut. Und zwar egal wie spät wir für welchen Termin dran waren! In den Augenblicken war ich kurz vorm Mord.

Weihnachten wollten wir nach Wien zu seinen Eltern. Damit wir nicht im Stau stehen, wollten wir erst abends fahren. Abwechselnd schläft immer einer. Das Auto war gepackt, Wohnung sauber, Blumen gegossen, Schuhe schon an, er setzt sich hin und dreht sich in aller Ruhe eine Tüte! Bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich gar nicht, dass er kifft. Ich hüpfe aus dem Schlüppi und er erklärt in aller Ruhe, dass er so entspannter Autofahren kann! Ende vom Lied war also, dass ich die gesamte Strecke gefahren bin.

Der Typ war jederzeit so kontrolliert, dass es echt gruselig war. Selbst mit seiner manischen Eifersucht. Wir abends weg, ich angetrunken auf der Tanzfläche, er scheinbar entspannt am Rand. Es dauerte Monate bis ich begriff, dass er jeden Typen, der mich auch nur anlächelte, später ganz ruhig ansprach und die Typen daraufhin sich keine 300m mehr näherten. Was auch immer er ihnen erzählt hat.

Nach der Trennung dauerte es 3 Monate bis er seine Sachen abgeholt hat. Die hatte ich inzwischen in eine Tasche gestopft und im Keller verstaut. Er fand es „unnett“ dass ich sie nicht ordentlich zusammen gelegt hatte. Wuah……..

Wenn ich mich richtig erinnere, muss der Sex extrem gut gewesen sein. Nur mit Akzent sind über 12 Monate nicht zu erklären.

Und mein Stalker-Problem war gelöst. Kurz bevor ich ihn kennen gelernt habe, hatte ich eine einstweilige Verfügung gegen einen Typen erwirkt. Lange vor dem Anti-Stalking-Gesetz, da kann man sich vorstellen, was da los war. Mein Stalker fand meine neue Adresse raus und rief an. Ich war handlungsunfähig, wie gelähmt, Goran nahm mir den Telefonhörer ab. Ich habe nie wieder was von dem Stalker gehört. Alles hat auch was Gutes.

Kommentare:

  1. Genial.....Mein Ex hat auch solche Anwandlungen....Man ist schon zu spät und er putzte sich noch die Schuhe ,machte ein wichtiges Update am PC und und..... Da bekam ich immer Puls 😂😂😂😂

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  2. Ich hab den Eindruck, genau SO müssen Männer sein - tiefenentspannt, unhektisch, und vor ALLEM:

    Die Frau muss stets den Eindruck haben, SIE sei diejenige mit den schwachen Nerven und mit einer Mischung aus Unverständnis und Weißglut auf "seine" Ruhe schauen.

    Das sichert das "gewisse Geheimnsivolle" und zugleich hat FRAU etwas, wozu sie "aufschauen" kann ;-).
    Bewundernswert!

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    1. Es ist nie schlau neben einer Frau immer perfekt auszusehen

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