Donnerstag, 29. Dezember 2016

SEK - Zwischenbericht



Es dauert ja immer eine Weile bis man Dinge mit Humor sehen kann. Im Moment kann ich in der ganzen Geschichte mit dem „SEK“ so ca. 80% mit Humor sehen, daher nur ein Zwischenbericht. Sobald ich 100% mit Humor sehe, gibt`s den Abschlußbericht.

Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, der letztendliche Knall hat nicht weh getan. Warum?

1.       Es tut weh, wenn man feststellt, dass man sich in jemanden verguckt hat, dem es nicht genauso geht
2.       Tut es weh, wenn man innerhalt von 2 Tagen „ersetzt“ wird.
3.       Schmerzt es, wenn die Neue angeblich alles bekommt, was man selbst verwehrt bekommen hat.

Und das aller, aller Wichtigste:

·         What the f*** war mit mir los, dass es überhaupt so weit kommen konnte?

Also überlegt man tagelang was man angeblich falsch gemacht hat und warum Dinge so sind wie sie sind. Böser Fehler! Bring nämlich nichts. Ganz echt nicht. Ich meine jetzt mal Butter bei die Fische. Emotional wurde das Ganze doch erst ab Juli. Vorher war er einfach Mittel zum Zweck. Kommen, nicht rumlabern und für einen tiefen und gesunden Schlaf sorgen. Das hat er recht passabel gemacht. Jedoch in 100% der Fälle lief die Waschmaschine als er kam und als er ging lief sie immer noch. Teilweise der Kurzwaschgang. Warum auch immer ich irgendwann mal mein Prinzip verraten habe. D.h. wenn ein Kerl für eine Beziehung nicht taugt, das auch nicht will, trenne ich Körper und Herz strickt. Es geht ihn nichts an, was ich ansonsten denke, mache und will. 

Ich meine, wir reden von einem Typen, der sich eher ein Ohr abschneidet als was von sich zu erzählen. Angeblich weil Frauen ihn sonst stalken, wenn sie zu viel wissen. Eine Ausführung, warum ich es hasse, wenn der Begriff „Stalking“ so inflationär benutzt wird, kommt später. Aber mal ein paar Stilblüten:

Ich: Was machst Du denn in Deiner Freizeit?
Er: Ach, ab und zu lese ich mal ein gutes Buch.
Ende.

Ich wusste nicht ob ich bei der Antwort lachen oder weinen soll. Außerdem, wer liest denn schlechte Bücher?

Ich: Was fährst Du für ein Auto?
Er: Ein großes.
Ende.

Klar, weil ich ihm ansonsten auch hinterher fahre. Hey, ich habe Grenzen. Okay, in dieser Geschichte sind die tief gesunken, aber niemals so tief. Gestern war ich mit C. unterwegs. Wir hörten eine Sprachnachricht von jemand, der sich mit ihr treffen will. Kommentar von ihr: „jetzt weiß ich schon mehr über den Kerl als Du von A. nach 13 Monaten.“ Ich bin vor Lachen fast vor eine Laterne gelaufen. Spätestens da wusste ich „alles ist gut.“ Warum?

1.       Nachdenken was er braucht? Offensichtlich Dinge, die ich ihm weder geben kann, noch will.
2.       Auch wenn ich es gekonnt hätte, wäre er niemals gewesen was ich brauche. Alleine schon wegen seiner sexuell unflexiblen Einstellung.



Obwohl, wir hatten ja einmal Blümchensex. Respekt!

Außerdem, mal ehrlich, egal was er gesagt hat, er stand einfach nicht auf mich. Blöd, aber nicht tragisch. Ich empfehle dazu übrigens ein Buch. Man beachte den Untertitel "locker bleiben und falsche Männer schneller aussortieren."



Seit ein paar Tagen renne ich rum und fühle mich großartig. Ich habe das einzig Richtige gemacht. Mich geschüttelt und mein Leben gelebt. Ich sagte mal zu ihm: "ich habe ein Leben und das habe ich mit und ohne Dich". Wie wahr das ist. Und ich merke, dass mir bestimmte Dinge gerade scheissegal sind. Ich habe ja mein Profil im Portal gelöscht auf dem wir uns kennen gelernt hatten. Das hatte verschiedene Gründe:

1.       Ich hatte keinen Bock mehr auf irgendwelche Querverbindungen mit ihm.
2.       Viel wichtiger, es war einfach nicht mehr meins. Ich meine mal ehrlich, das Ding existierte schon viel zu lange, war in den letzten Jahren auf Hochglanz gepimpt worden und sagte in letzter Instanz Sachen aus mit denen ich mich seit Jahren nicht mehr identifizieren kann. 

Jetzt habe ich ein Profil von einer Freundin übernommen. Zu der und ihm gibt es auch eine lustige Geschichte, die aber im Moment den Rahmen sprengt. Kommt aber bestimmt noch. Im Nachhinein ist sie zum brüllen komisch. Auch bezüglich Selbstkritik.

Zuerst wollte ich auf keinen Fall, dass irgendjemand merkt, wer hinter dem Profil steckt, jetzt denke ich „ist scheissegal.“ Und das ist gut so. Ich muss und will keine von diesen Forums-Beautys sein, die die Hälfte ihrer Zeit mit dem Aufbau ihrer Außenwirkung in einem Online-Portal verbringen und dabei die ganze Zeit betonen, wie sehr sie doch ein reales Leben haben ;-) Ihr versteht die Differenz.

Also, jetzt in der Phase in der man über sich selbst den Kopf schüttelt ohne sich dabei verzweifelt zu überlegen warum man sich das angetan hat, läuft alles wie „geschnitten Brot“. Okay, ich habe mich 4 Monate von einem leicht paranoiden Kerl verarschen lassen, mich wahnsinnig bemüht ihn und seinen schwierigen Job zu verstehen, habe mich eingelesen und und und…anstatt mal ein Gespräch zu führen (wollte er ja nicht). Aber letztendlich hat mich ja niemand dazu gezwungen es mit zumachen. Und es zu beenden war meine Entscheidung und ich merke, dass es gut war. War halt wie mal einen neuen Italiener auszuprobieren, festzustellen, dass der nicht schmeckt und den alten daraufhin wieder zu schätzen. 

Obwohl, eigentlich geht`s mir jetzt zum Jahresende besser als die ganzen Monate zuvor. Gut, dass ich ganz deutlich gezeigt bekommen habe, was ich nicht will. Besonders weil er gleich `ne neue Ische hatte. Es ist schlauer ab und zu einen tiefen Schluck Red Bull zur Aufmunterung zu nehmen, als sich mit verschreibungspflichtigem Alprazolam (so beschrieb ich seine Wirkung auf mich) zu betäuben. Alprazolam löst zwar kurzfristig einige Schlafstörungen, hat aber a) extrem unangenehme Nebenwirkungen, b) macht süchtig und führt c) mittel- bis langfristig zu Depressionen. 


Schön, dass er aber mit einigen Dingen für ein paar im Nachhinein urkomische Geschichten gesorgt hat.

Fortsetzung folgt.

News

Ich habe das Design etwas verändert. Hauptsächlich, damit ein paar Gadgets gezeigt werden können, die ich mag. Z.B. Blogs denen ich folge.

Außerdem kann man jetzt besser und schneller diesen Blog in die Feeds nehmen oder ganz offiziell folgen. Wie ich die Kommentare anders gestalte, weiß ich noch nicht. Ich hätte sie gerne direkt unter den Posts. Hab aber noch keine Ahnung wie ich das mache.

Ansonsten?

M. sagt immer, am besten werde ich, wenn ich im Eskalationsmodus bin. Bin ich gerade gar nicht. Irgendwie scheint mir gerade die Sonne aus dem A****

Heute Abend ein vielversprechendes Date. Außerdem habe ich durch Zufall Kontakt mit meinem Ex Andy. Weia, das ist 10 Jahre her *lach

Mit C. shoppen gewesen, mit Vivi DVD-Abend, hormonell sehr ausgeglichen.

Läuft

Mittwoch, 28. Dezember 2016

Entspannen zwischen Tannen



Zwischen Tannen, im wahrsten Sinne des Wortes. Hier, im tiefsten Schwaben. Von meinem Elternhaus gehe ich 10 Minuten und dann kann ich 3h durch den Wald latschen ohne auch nur einen Menschen zu treffen. Auch nicht hören.

„Leg Dich nicht mit einem Dorfkind an. Wir kennen Orte, da findet Dich niemand.“

Sehr wahr.

Schwaben sind ja so eine ganz eigene Unterart von Mensch. Meine Mutter passt gut hierein, bei meinem Vater glaube ich ja, dass er damals von Aliens in Rotterdam entführt wurde und dann in Schwaben wieder ausgesetzt. Vom All aus gesehen eine Punktlandung. Mentalitätsmäßig liegen da Welten dazwischen.

Zum Glück

Freitag, 23. Dezember 2016

Der Preis ist heiß

Wie man sich fühlt, wenn man nach 13 Monaten dem Dauerliebhaber den Laufpass gibt, weil man einfach merkt, dass das Ganze nirgends hinführt? Man glaubt, dass es ihn genauso trifft wie einen selbst, es aber besser so ist und man keine 2 Tage später feststellt, dass er eine "Neue" hat mit der er von jetzt auf gleich einen auf super Gefühl und Emotion macht?

Stellt euch vor ihr seid bei einer Game Show. Z.B. "Wer wird Millionär".

Ich hasse Game Shows, auch die mit dem Jauch. Ätzend. Aber irgendwie bin ich hier gelandet und beantworte brav jede Frage. Irgendwann sind alle Joker verbraucht und die Fragen werden schwerer. Also beschließe ich zu passen. Zu nehmen was ich bis dahin gewonnen habe und mit einem Anstandsapplaus den Stuhl zu verlassen. Dass ich in dem Moment realisiere, dass rund herum andere Kandidaten sitzen, die nur darauf warten, dass ich passe und sie an der Reihe sind (andere Frauen in Warteschlange), bestätigt mich. Ich war noch nie so`n Game Show Freak und diese Art von Wettbewerb ist eh nicht meins.

Ich passe und denke, soll doch `ne andere hier sitzen und auf die Millionen hoffen. Aber was passiert? Plötzlich ändert sich die Kulisse und Harry Wijnvoord steht vor mir und sagt theatralisch "das wäre ihr Preis gewesen." Das Tor geht auf und da steht, nun ja, irgendwas, was ich so gar nicht brauche. Z.B. eine Biedermeier Schlafzimmereinrichtung. Game Show typisch wird ein mords Hype um den Preis gemacht. Biedermeier ist nicht meins, passt weder stilistisch noch vom Farbkonzept in meine Wohnung. Auf deutsch, seine Vorstellung von Beziehung ist nicht meine. So gar nicht. Ist ja nicht schlimm, ich schaue den Preis an und denke, jo. Alles gut? Von wegen?

Plötzlich kreischt es neben mir. Weil ich passe bekommt eine Mitkandidatin den Preis. Ach, die gab`s? Hab ich gar nicht mitbekommen. Lag wohl am Scheinwerferlicht. Alter Falter, wie bin ich bitte hier gelandet? Jauch ist schon gruselig, aber diese Shows bei denen die Kandidaten gegeneinander spielen als ob ihr Rentenbescheid davon abhängt sind ätzend. Harry stellt den Preis vor "sie haben gewonnen: eine komplette Schlafzimmereinrichtung blablabla." Trulla kreischt und hüpft wie Teenies bei einem Justin Dingsbums Konzert hysterisch rum.

Ich fasse mal zusammen. Game Shows finde ich doof, bin aber irgendwie dort gelandet und stelle dann auch noch fest, dass das Format "der Preis ist heiß" so gar nicht meins ist. Ich finde schon Kandidaten in Warteschleife doof, aber gegeneinander spielen...no way. Wer auch immer das Casting gemacht hat, scheiß Zielgruppenmanagement! 

Die Tussy kreischt weiter und rennt wie bekloppt um die Schlafzimmergarnitur, nebst Bild mit röhrendem Hirschen, und brüllt die ganze Zeit "alles meins." Ich überlege mir, wie die denn hier gelandet ist, von welchem Planeten sie kommt und warum Harry meinte sie und ich wären irgendwie für das gleiche Show-Format geeignet. Ihr "Bewerbungsbogen" (Profil) umfasst gefühlte 30 Seiten auf denen sie darstellt, warum sie so supi ist. Außerdem scheint sie ein Show-Freak zu sein. Die Tante ist so was von extrovertiert, dass ich sie auch bei jeder anderen Gelegenheit strange gefunden hätte. 

Harry strahlt, Publikum klatscht. Ich glaube ja, dass da irgendwo ein Vorklatscher steht, aber egal. Ich will gehen. Die Ische rennt aber weiter um mich rum und brüllt "ätsche bätsche, ich habe gewonnen." Ich knicke mir die Bemerkung, dass sie nicht gewonnen, sondern ich gepasst habe. Wenn ich schon hier gelandet bin, möchte ich mir einen letzten Rest Würde bewahren. Trulla hört nicht auf und ich schwör`s, ich bin auch nur ein Mensch. Weil die Tante sich so freut, überlege ich mir ernsthaft, ob das Biedermeier-Schlafzimmer vielleicht nicht doch der Hauptpreis, der große Gewinn, gewesen wäre. F***

Außerdem habe ich große Lust ihr eine zu ballern. Einfach weil sie sich wie ein kreischender Teenie aufführt. Ich schaue den Moderator an und bitte ihn "mach das weg." Ich will nur raus. Ich verlasse die Bühne (gehe offline), Ische kreischt immer noch verstrahlt. Inzwischen möchte ich Harry auch eine ballern. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich wirklich über das Format der Game-Show aufgeklärt wurde. Hätte ich es gewusst, wäre ich nicht angetreten (hätte er einmal offen und ehrlich alle Karten auf den Tisch gelegt). Was denn? Ich bin mir sicher, "Mann" hätte ohne Probleme eine bessere Kandidatin gefunden. Irgendeine Trulla hat immer Bock auf sowas. Und vielleicht auch eine, die Game Shows gut findet. 

Damit ich die Ische nicht mehr ertragen muss, verlasse ich das Studio (lösche mein Profil). Irgendwann ist auch mal gut. Zukünftig werde ich immer das Kleingedruckte lesen. Im Nachhinein darauf hingewiesen zu werden ist scheiße.

Zu Hause mache ich ein Becks auf, hau mich auf`s Sofa und zieh mir einen Splatter-Film rein. Passt besser zu mir als Game-Shows.







Donnerstag, 22. Dezember 2016

Datingpannen - der Geheimagent

Meine liebe Beklopptenmagnetin: Klick for Juliane


auch in anderen Städten gibt es Bekloppte.


Es war irgendwann in irgendeinem Sommer. Ich weiß gar nicht mehr wo ich den Typ her hatte, Datingcafe oder so.


Erstes Date war okay. Jetzt nichts Besonderes, aber normal. Bei den ganzen Deppen im Online-Dating-Geschäft war das wohl Grund genug für ein zweites Date. Außerdem wird beim 2. Date in der Regel die Alltagstauglichkeit des jeweiligen Anwärters getestet. Kurz: Wald mit Pest und Cholera, robuste Klamotten, Turnschuhe.


Hier gibt es ein paar Kriterien, die zum sofortigem Ausschluss des Anwärters führen:


  1. Anmarsch in hellen Pseudo-Tennis-Klamotten.
  2. Auftritt in polierten Schuhen
  3. Fragen warum meine Hunde nicht permanent "bei Fuss" laufen.
  4. Schnaufen wie eine alte Dampflok weil man mal ein paar Schritte machen muss.
  5. Sowas: Klick böse Falle
Typ erscheint in robusten Klamotten, lässt sich von Pest behüpfen und wirkt nicht fußlahm. Da kann man die Tatsache, dass er in einen quietsch-orangen Ford Escort MIT Spoiler vorfährt ruhig mal ignorieren.


Wir dackeln los. Reden über dies und das und natürlich über den Job des anderen. Und jetzt kommt`s. Sagt der Typ (vergesst den Alarm-Orangen Ford nicht), ernsthaft: "Darf ich Dir nicht erzählen, wäre super gefährlich für Dich, wenn Du weißt was ich beruflich mache." Dann führt er aus, ich dürfe mich nicht wundern, wenn er, falls wir in einem Restaurant sitzen, plötzlich verschwindet. Wäre alles nur für meine Sicherheit.


Das ist so gruselig, dass ich einen Weg einschlage, der etwas bevölkert ist. Im Normalfall mit Pest&Cholera eine blöde Idee. Hier geht aber Eigensicherung vor Fremdsicherung. Glatt kam uns so eine Bambi-Mutti nebst obligatorischem fettem schokoladenfarbigen Labbi namens Bruno in Gucci-Gummistiefeln entgegen. Und während Cholera den überfütterten Bruno hütet, besteigt Pest ihn. Der Typ schaut die Tussy an, legt den Arm um mich und flötet: "so siehst Du auch bald aus." Ich fast hysterisch:  "nur über meine Leiche kommt mir ein fetter Schokolabbi ins Haus:"


Typ guckt komisch und sagt völlig verstrahlt: "Das meinte ich nicht, ich meinte dass Du auch bald einen Kinderwagen schiebst."


Ich weiß gar nicht mehr wie ich den Typ von der Backe bekommen habe. Wahrscheinlich mit der üblichen Ausrede ich sei wieder mit dem Ex zusammen.








Mittwoch, 21. Dezember 2016

Foxtrott 4 - neues Label - Buchtipp

Ich habe meinen Humor nicht verloren, keine Sorge. Trotzdem gibt es hier zukünftig 2 neue, ernsthafte Labels: Bücher und Musik.


Durch einen Bekannten kam ich dazu mich mehr mit dem Nahost Konflikt zu beschäftigen, insbesondere Afghanistan und dem fast vergessenen Krieg. Eine von allem anderen unabhängige, gute Idee den Kopf mal wieder zu beschäftigen.


Foxtrott 4, gestern die letzte Seite zugeschlagen und seit langem das erste Buch, das ich tatsächlich fertig gelesen habe.


Aus dem Klappentext:
Zehn Jahre Afghanistankrieg – ein unangenehmes, peinliches Datum«, schrieb die »Zeit« im Herbst 2011 und nannte diesen Krieg eine »schwer erträgliche Last« für den Westen. Diese Last tragen seit zehn Jahren auch deutsche Soldaten. Der Journalist Jonathan Schnitt wollte sehen, hören, spüren, was das, aus der Nähe betrachtet, bedeutet – jeden Tag, jede Nacht.
Er lebte ein halbes Jahr mit einem deutschen Bataillon nahe Kundus, das »an vorderster Front« Dienst tat, teilte mit den jungen Frauen und Männern Hitze, Dreck, Flöhe, Anstrengung, Angst. Er sprach mit ihnen über ihre Erlebnisse, Gefühle, Wünsche und über die Gefahr, dem Tod zu begegnen. Und er sah, wie der Krieg sie veränderte. Jonathan Schnitt rückt aus der Innenperspektive endlich die Soldaten in den Mittelpunkt und zeigt das ungeschminkte deutsche Gesicht des Afghanistankrieges – hautnah, illusionslos, berührend.



Wer nun spannende Gefechte und Heldentaten erwartet, liegt falsch. Der gezeigte Alltag besteht hauptsächlich aus: aufpassen und es passiert nichts.


Trotzdem kann man spüren, dass eben jederzeit etwas passieren könnte. Jeder Mensch dort kann heute Freund, morgen Feind und Übermorgen die Bombe sein. Immer auf Hab acht, trotz gähnender Langweile. Das Elend sehen, nicht helfen können, oft nicht wollen. Machtlosigkeit und gefühlte Sinnlosigkeit. Kälte, Hitze, Ungeziefer. Irgendwohin marschieren, aufpassen, rum stehen und zurück. Das Leben der Soldaten nur noch im "Hier und Jetzt", weil dort unten nichts anderes zählt.


Der Einsatz deutscher Soldaten wurde bis zum 31.12.2017 verlängert und hier kaum wahrgenommen. Bis zu 980 teilweise junge Soldaten werden zwischen 4 und 6 Monate dort Dienst tun. Von daher ein lesenswertes Buch, welches die Perspektiven nochmal verrückt.










(Komm gut rüber, kleiner Krümel)


Glück


Dienstag, 20. Dezember 2016

alles gut

...schrieb ich heute Morgen bestimmt gefühlte 100mal. Inklusiv der Statusmeldung bei Facebook.


Natürlich ist es unwahrscheinlich, dass in einer Stadt von der Größe Berlins man persönlich betroffen ist, aber wenn um Leben und Gesundheit geht, sollte man keine Wahrscheinlichkeitsrechnung anstellen.


Und es ist ein mulmiges Gefühl, dass man plötzlich realisiert, wie gut Verdrängung funktioniert hat. Vor ein paar Jahren hätte ich 2-3 Stunden vor einem Touri-Weihnachtsmarkt stehen sollen und ein bisschen gemeinnützige Arbeit leisten. Meine Antwort war "ich bin doch nicht lebensmüde." Dieses Jahr stand ich brav dort, obwohl gerade in den letzten Jahren so unglaublich viel passiert ist.


Es ist ja gut, dass man als Otto-Normal-Bürger nicht mit der ständigen Angst lebt.  Ich frage mich, wie Menschen denen das ständig präsent ist, damit umgehen. Wahrscheinlich auch Verdrängung. Ist ja auch was Gutes, dass das Hirn so reagiert. Man würde sonst durchdrehen.


Plötzlich ist es aber ganz nah. Fast vor meiner Haustür. Mein Bruder war 09/11 in NY, Sportkameraden leben in Brüssel. Man war beruhigt als die "Safe" Statusmeldung kam und hat ggf. sogar das ein oder andere, trotz aller Betroffenheit, für übertrieben erachtet.


Oxana aus Brüssel schrieb heute morgen via WhatsApp "I'm glad you're safe in Berlin". Nun ja, "safe" sind wir alle schon lange nicht mehr. Nur in diesem Moment. Man muss nur zur falschen Zeit am falschen Ort sein. Es ist unwahrscheinlich, aber trotzdem steigt der Prozentsatz dieser Wahrscheinlichkeit immer weiter an.


Die sozialen Medien überschlagen sich. Betroffenheit und die ganz schnellen Angriffe wie es soweit hat kommen können. Wo waren die Sicherheitskräfte? Wo die Politik?


Zwei meiner Vereinskameraden sind schon die ganze Nacht auf den Beinen. Sie sind Bereitschaftspolizisten, Bekannte vom DRK und der Feuerwehr waren Vorort, etc. pp.


Ich bewundere sie. Ich habe in meinem Leben zwar auch schon die ein oder andere Leiche (im wahrsten Sinne des Wortes) sehen müssen, aber diese Eindrücke sind noch mal anders. Nicht wegen der Leichen, die sieht man in dieser Situation nicht, sondern wegen dem Gefühl der Machtlosigkeit. Man steht Vorort und funktioniert, aber bei mir kamen die Bilder viel später immer wieder.


Ich wollte heute einen vorbereiteten Artikel über Datingpannen veröffentlichen, aber danach ist mir so gar nicht.

Sonntag, 18. Dezember 2016

ich will sein was Du brauchst

Eine meiner Beziehungen habe ich mit dem Satz beendet: "Du hast Nichts was ich brauche." Ja, okay, ein bisschen hart so was zu sagen, aber es war auch keine sehr harmonische Trennung und irgendwann habe auch ich den Kanal voll.


Der Typ, nennen wir ihn hier mal John Doe, war danach mit meiner bis dato besten Freundin zusammen. So was zeckt natürlich. Vor Allem weil E. so ein paar Eigenschaften hat, von denen ich früher immer dachte, dass sie mir wohl fehlen und das ein Problem wäre. E. war, oder ist, sehr fürsorglich, unglaublich weiblich und verständnisvoll.


Jetzt mal ehrlich, wenn der Verflossene eine Neue hat, nagt das immer. Zwangsläufig denkt man "was hat sie, was ich nicht habe"? Und da fallen einem bestimmt auch zick Sachen ein. E. konnte und wollte toll kochen, sah immer wie aus dem Ei gepellt aus und und und. Und wenn ich so schaue was ich davon mitbringe sieht die Bilanz nicht ganz so gut aus. Ich meine, ich muss nicht erwähnen, dass E. und ich nach der Aktion nicht mehr ganz so eng waren, oder? Trotzdem gab es irgendwann den Zeitpunkt bei dem ich, darauf angesprochen, ehrlich antworten konnte, dass die beiden super zusammen passen und wahrscheinlich ewig zusammen sein werden. Dass meine Hintergedanken dabei waren, dass sie so gut zusammenpassen, weil die beiden exakt das gleiche Ding laufen haben und sich durch die entstehende Reibung super ergänzen, habe ich für mich behalten. Die beiden waren 6 Jahre zusammen. Danach rief sie mich an, sie wäre zufällig in der Stadt. Wir trafen uns zum Essen und bei all ihren Erzählungen war ich völlig entspannt und bestätigt, dass ich damals die Reisleine gezogen hatte.


Es gibt gar nichts dagegen zu sagen, wenn man jemanden, den man gerne hat, gut tun will. Das bringt die Sache mit sich. Deswegen freuen wir uns, wenn er sich freut. Ich weiß auch nicht, wie ausgeprägt das bei Männern ist, aber bei manchen Frauen ist das extrem ausgeprägt. Hat die Natur wahrscheinlich wieder so eingerichtet, damit wir pubertäre Teenager nicht aussetzen.


Aber ich finde, wenn es sich nicht um die eigene Brut handelt, muss das Grenzen haben. John Doe brauchte einfach Dinge für sein Glück, die ich nicht oder nur unter großem Kraftaufwand leisten konnte. Es dauerte eine Weile bis mein Erbesenhirn akzeptierte, dass E. weder besser noch schlechter war als ich, sondern einfach anders.


Trotzdem neigen wir Frauen, ich und andere, scheinbar oft dazu verzweifelt zu versuchen genau das zu sein oder zu geben, was der Kerl braucht. Geduldig, fügsam, gute Hausfrau, was auch immer. Irgendwie wollen wir anders sein und damit was Besonderes für ihn und in seinem Leben. Und zu häufig endet das in Selbstkastration. Als ich E. letztes Weihnachten nach 6 Jahren wieder sah, war von der wunderschönen, selbstbewussten Frau nichts mehr übrig. Vor mir saß eine abgemagerte End40erin, die völlig fahrig wirkte. Und nein, ich bin nicht frei von bösen Gedanken. Natürlich war es eine Genugtuung, dass ich damals recht hatte.


Allerdings nicht in Bezug auf ihn. Er ist wie er ist. Aber ich wunderte mich, warum meine Freundin E. scheinbar doch so viel anders war als ich, dass es zwischen denen beiden passte. Es passte nämlich nicht und sie hat sich ständig zurück genommen, war kompromissbereit und verständnisvoll bis vor ihr nichts mehr übrig war.


Wenn es so gar nicht passt, muss jeder an sich denken. Hart, aber fair. Für beide Seiten. Irgendwann muss man einen Abgleich zwischen den eigenen Bedürfnissen und denen des Gegenübers machen. Ich finde ab einem gewissen Alter ist man einfach auch ein fertiger Mensch und kann sich nicht mehr unendlich verbiegen. Wenn man sich in jungen Jahren kennen lernt, läuft das vielleicht noch anders, aber ich bin Anfang 40, wenn da die eigene Persönlichkeit noch nicht gefestigt ist, wann dann?


Irgendwann muss man aufhören darüber nachzudenken was die andere hat und was man selbst nicht, was er braucht und will und sich genau überlegen, was man selber will. Mein Treffen mit E. hat mir letztes Jahr deutlich gezeigt, dass John Doe und ich einfach so gar nichts gemeinsam hatten und manchmal reicht Liebe alleine nicht. Schade, dass nach 6 Jahren von E. auch nichts mehr übrig war, was und damals verband. Vielleicht kommt das wieder. Wäre schön.


Ich finde den Gedanken jemanden zu finden, den man gut tut immer noch schön und erstrebenswert. Aber in meinem Alter weiß ich, dass das so sein muss, weil ich bin wie ich bin. Nach einer Weile muss man dann wieder in den Abgleich gehen, sehen ob Prioritäten sich verschoben haben, ohne Selbstkastration Kompromisse eingehen und weiter entscheiden. Nach John Doe hatte ich eine Beziehung in der ich mich sehr wohl gefühlt habe und warum das nicht auf immer und ewig gehalten hat, ist eine völlig andere Geschichte.


Meinen letzten Liebhaber habe ich wieder mit den Worten "Du hast Nichts was ich brauche" verabschiedet. Wäre ich nett gewesen, hätte ich gesagt "ich bin nicht was Du brauchst." Ich muss aber nicht immer nett sein und das Ergebnis bleibt das Gleiche. Zu diesem Ergebnis hätten wir schon viel früher kommen können, sind wir aber nicht. Ein Problem von fehlender Kommunikation, unangebrachter Verlustängste, der Projektion und dem Prinzip Hoffnung. Aber wieder mal ein völlig anderes Thema.


Eins meiner Lieblingslieder ist von Escobar/whatever this town.


"If you try to get close to me, be prepared, it might hurt

cause i live like the human i am so my nails, will catch some dirt

dont expect a knight on a horse to come rescue the princess in you

I got me on my mind, i put myself first and so should you"








Freitag, 16. Dezember 2016

Lonesome Cowboy vs. Prinz Eisenherz

Wie versprochen.




Das Lonesome Cowboy Syndrom ist für mich das tiefe Bedürfnis den armen, einsamen Kerl zu retten. Vorab, das ist Bullshit, aber wir wissen ja alle, das Ratio und Emo nicht immer ganz konform laufen.




Der Kerl, der Cowboy, ist meist ein Kerl, der uns irgendeine tragische Geschichte aus seinem Leben auftischt, warum er so verletzt ist, das eine Beziehung für ihn nicht mehr in Frage kommt. Beliebt sind eine nicht überwundene Trennung, einengende Beziehungen oder wie neulich, der Unfalltod der großen Liebe. Da saß der Typ vor mir und erzählte mir also, dass er sich nicht mehr binden möchte. Viele Typen machen das übrigens durchaus männlich, also das Erzählen. Sie erzählen nämlich nicht ausführlich, sondern werfen einen nur Brocken hin aus denen wir dann die Tragödie ihres Lebens stricken. Also, der Typ sitzt vor mir und lässt durchscheinen, dass die Liebe seines Lebens tödlich verunglückt ist und er seitdem Angst vor Gefühlen hat. Auf meine Frage wie lange sie zusammen waren, macht er ein Gesicht als hätte ich ihm gerade eine Wäscheklammer an die Vorhaut getackert und wechselt das Thema. Nachtisch fiel aus. I.d.R finde ich Typen, die aus Dingen, die wir alle schon mal erlebt hatten (Trennung), ein riesen Ding machen unsexy.




Aber wir sind Frauen. Und uns ist eine gewisse Fürsorgemacke und das Bedürfnis diesen armen Kerlen eine neue Heimat und Ruhe zu geben irgendwie mitgegeben worden. 1/3 Genetik, 1/3 Prägung und 1/3 Erziehung.




Genetik: mit dem richtigem Hormonschuß als Fötus entwickeln Mädchen eine fürsorgliche und tolerante Art. Ist wirklich so und ist auch gut so. Denn würden wir dieses unglaubliche Verständnis nicht mitbringen, würden in den Sommerferien nicht Hunde an Autobahnraststätten, sondern Kerle und pubertierende Teenager sitzen.




Prägung: Studien belegen, dass Mütter männliche Säuglinge viel mehr auf den Arm nehmen wenn sie brüllen als weibliche. Irgendwie scheinen wir weinende Kerle von Anfang an befremdlich zu finden und möchten sie trösten während Mädchen ruhig mal rumheulen können.




Erziehung: Also, ich muss ja wohl über meine schwäbische Herkunft nebst klassischer Rollenverteilung zu Hause nicht sagen, oder? Vater zieht zum Jagen aus, Mutti macht das zu Hause gemütlich. Mann muss Mann sein dürfen während sie ihm den Rücken frei hält etc. In diesem Zusammenhang würde mich mal interessieren wie Ost-Tussis auf Cowboys reagieren. Die haben nämlich eine ganz anderes Rollenverständnis vorgelebt bekommen.


Also, der Cowboy, der muss einfach immer wieder raus in die Weite zu seinen Kühen, zu seiner Wüste und dort tun, was Männer halt so tun. Wir erwachsenen Singlefrauen sitzen auf unserer Farm und versuchen uns über Wasser zu halten. Ab und zu kommt er auf seiner Route auf einen Besuch vorbei. Das macht uns glücklich, denn er vermittelt uns, dass er sich bei uns ausruhen kann von seinem hartem, rauen Leben. Bleiben kann er aber nicht. Ihr wisst schon, das Trauma. Außerdem ist er ein Kerl und die Kühe müssen von A nach B getrieben werden oder die Büsche gezählt oder was auch immer. Wir haben Verständnis und wissen, tief im inneren, er braucht nur Zeit. Verletzte Seele, harte Schale, weicher Kern etc. pp.


Schaut euch mal Hollywood an. Ein kniff in die Wange und zack, weg ist er. Clint Eastwood tippt sich an den Hut und gibt mit den Worten "bis zum nächsten mal, Mam" dem Pferd die Sporen. Alles tragische, bindungsgestörte Helden. Alles Frauen, die hoffen, den armen Kerl retten zu können. Wenn sie nur geduldig, angepasst und tolerant sind. Die meisten Weiber haben bei solchen Szenen Pippi in den Augen, ich bekomme Brechreiz. Alte Filme? Nicht modern?


Das Super-top-Bambi vom Dienst, Mc Ryan, sitzt in Ihrer Buchhandlung (die schlecht läuft) und rettet den verkorksten Millionär. Irgendeine Ische macht aus Mel Gibson einen Geretteten und zum gutem Schluss heiratet der völlig gestörte C. Grey seine Tussy. Allen Typen ist gemeinsam, dass sie mit einer Flatrate beim Therapeuten besser bedient gewesen wären als mit einer Frau.


Es ist Hollywood. Happyends verkaufen sich nun mal besser als die Wahrheit. Und die heißt, er wird nie zur Ruhe kommen. Braucht er ja auch nicht, dazu unten mehr. Aber wer will einen Film sehen bei dem am Ende die Tante realisiert, dass Eastwood immer noch säuft und rumhurt?


In der Realität reitet er immer weiter. Er krault sich die Klöten und meint "Baby, ich komme immer wieder", sie hofft insgeheim, dass er irgendwann mal bleibt. Also wartet sie geduldig. Pflügt das Feld und beschützt die Farm. Wenn er auf dem Weg an ihrer Hütte (zwischen die Beine) vorbei kommt, füttert er ihr Bedürfnis, tätschelt ihre Wange und faselt was von zur Ruhe kommen und so. Apropos, neulich faselt irgendein Typ mir was vor, er hätte mich auserwählt. Mir ging spontan durch den Kopf: "Auserwählt? Ich habe Dir meine Adresse gegeben, Du Depp." Egal.


Das ganze Spiel geht soweit, dass Frau schon Kleinigkeiten, die eigentlich selbstverständlich sein sollten total romantisiert und überbewertet. Beim wegreiten sagt er "liebevoll": "Schließ die Tür ab. Indianer sind unterwegs", Wange tätscheln und ab. Den gleichen Tipp bekommt sie übrigens auch vom Nachbarn, aber beim Cowboy ist es der Überhype an Fürsorge.


Übrigens gibt es in diesen Filmen immer irgendeinen sesshaften Krämer oder Angestellten, der in die Ische total verliebt ist. I.d.R. stirbt der liebe und schwer verknallte Kerl am Schluss. Hollywood erträgt gebrochene Herzen weniger als Tote.


Meine Süßen, ich weiß, die Hoffnung stirbt zu Letzt, aber die bittere Wahrheit ist, eure Hütte zwischen den Beinen ist weder auserwählt noch was besonderes. Sie liegt einfach auf seiner Route von A nach B. Früher war das durchaus ein Argument. Sollte die Hütte geschlossen bleiben, war es ungemein aufwendig eine neue Route mit entsprechenden Rastmöglichkeiten zu finden. Heute gibt es Navigationssysteme (Onlinedating). Da gibt man einfach ein: "kürzeste Route = wohnt in der Nähe", "schnellste Route = ist am fügsamsten" oder "Stau umfahren = die andere Ische zickt gerade."


In dem Zusammenhang fällt mir gerade ein, dass neulich bei einem Gespräch ein Typ vor mir saß und Lollis in den Augen hatte als der Begriff "emotionales Bungee Springen" fiel. Ich wusste genau was er meinte, ging aber nicht darauf ein. Ich kam mir nämlich in diesem Augenblick furchtbar alt vor und wollte ihm eine warme Milch kochen und ihm liebevoll erklären, dass sich das verwächst. Ist aber ein anderes Thema. Zudem der Drops eh gelutscht ist, wenn ich Mutti-Gefühle entwickle.


Anyway, zurück zum Cowboy. Ein Kerl, der wirklich verknallt ist, reitet nicht ständig wieder weg. Unabhängig vom nötigen, männlichen Freiraum, benimmt der sich nicht wie ein lonesome Cowboy, sondern sattelt sein Pferd, nimmt das Schwert, tötet ein paar Monster um Prinzessin über den Sattel zu schmeißen und ins heimische Schloss zu bringen. Ganz echt jetzt.


Mal abgesehen davon, dass ein Cowboy, der wegen einem Sturz nie wieder auf`s Pferd steigen will, zu Fuß unterwegs ist, echt unsexy ist, könnt ihr einer alten, erfahrenen Frau ruhig glauben. Ihr seid nicht mehr als ein Dach über dem Kopf, ein bequemes Bett und eine warme Mahlzeit. Hütte ist Hütte, die Wirtin ist austauschbar. Tut weh, ich weiß, aber man kann sie nicht alle retten.


Und das Thema, dass Prinz Eisenherz kein strahlender tapferer Ritter, sondern nur ein Don Quijote mit Maultier und Suppenschüssel auf dem Kopf ist, ist auch ein anderes Kapitel.

Donnerstag, 15. Dezember 2016

the art of flirting - all the good things

Entgegen der meist einseitigen Berichterstattung sind wohl nicht nur Vollpfosten online unterwegs. Jedenfalls nicht in der ersten Kontaktaufnahme.

Im Sommer entwickelte sich hier ein wirklich gekonnter Flirt mit A Guy Called Classic, dessen Blog ich übrigens allen Musikinteressierten nur empfehlen kann. Aus dem Flirt ein wirklich toller Abend mit Wein, Bloggen, Garmin und Youtube. Völlig sexfrei und großartig.

Im Moment überlege ich fieberhaft wie ich raus finde, wer sich regelmäßig an der Senseo verbrüht und verschiedene Scheren benutzt. Ein wirklich anregender und formvollendeter Flirt. Der Pick-up Coach, der hier ab und zu mit liest, wäre begeistert.

Ich habe zudem durchaus auch gute Nachrichten im DPP. Neulich schrieb jemand ein realtiv langes Anschreiben, bei dem er recht genau auf mein Profil, und zwar dem Text, einging. Natürlich stach das zwischen all den "geile Bilder" raus. Zudem er eine angenehme Sprache hat. Nicht zu aufgesetzt. Mag ich.

Vielleicht liegt es aber auch einfach daran, dass es mir gut geht. Ich selbst viel genauer filter und mich vor Allem auch nicht selbst reduzieren lasse.

"Geil wird Sex, wenn ein Typ Dich aufgrund von dem flach legen willst, was Du zu sagen hast und nicht weil Du die gleichen Häkchen in der Neigungsliste gesetzt hast."

Warum geht es mit gut? Das Jahr war scheiße? Nein, im Wald heute morgen dachte ich daran, was alles gut war zwischen Motorschäden, Steuernachzahlung, 60h/Woche und Wasserschäden. Schlecht war es nicht, es war anstrengend. Allerdings nur das, was ich selbst nicht beeinflussen konnte. Dinge, die ich in die Hand genommen habe, liefen sehr, sehr gut.

Anfang des Jahres die Probleme im Job. Ggf. Umzug nach Frankfurt etc. pp. Ich habe in die Hände gespuckt, Entscheidungen getroffen und Dinge verändert. Ergebnis: super Betriebsklima gerade und 150% Zielerreichung in meinem Aufgabengebiet.

Geld? Nun ja, ich nage nicht am Hungertuch. Rechnungen können alle abgebucht werden und ich habe das Glück jederzeit selbst entscheiden zu können, ob und wieviel ich nebenher arbeite. Ich nehme nur noch lohnende oder spassbringende Aufträge an. Völlige Freiheit.

Hobby. Nach einer depremierenden Saison 2015 mit der irren Cholera auch hier einiges umgestellt. Im Januar. I.d.R. braucht man 1-2 Jahre nach solchen Umstellungen, wenn man wieder vorne mitspielen will. Cholera und ich sind dieses Jahr zu 5 Prüfungen angetreten. 2 davon mit dem Ergebnis Qualifikation zur WM 2017.

Die Tschechen und die Holländer haben mich enorm weiter gebracht. Die rocken wirklich. Auch durch Herzlichkeit.

Außerdem habe ich Anfang des Jahres den Verein gewechselt und fühle mich pudelwohl. Tolles Training, effektiv und viel kameradschaft.

Ich habe dieses Jahr 2 neue Menschen in meinem Leben aufgenommen. T und M. Beide eine Bereicherung.

Ich habe endlich wieder was für meinen Kopf getan. Ich habe mich mal in verschiedene Dinge eingelesen. Nahost Konflikt, Entstehung, wie sieht es im Moment aus. Menschen in seltenen Berufen. Die Wissbegierde ist wieder geweckt. Morgens mehr Nachrichten bei N24 anstatt blöde Mails.

So what? Alles gut.



By the way, Jungs, wenn eine Frau auf eine Frage mit "alles gut" antwortet, heißt das Alarmstufe rot.