Dienstag, 13. Dezember 2016

Wenn-Dann-Funktionen

Ich hasse Wenn-Dann-Funktionen, obwohl das Leben voll davon ist. Ständig muss man sich entscheiden. Entweder-Oder. Blödes, aber notwendiges Spiel.


Was ich nicht tue, weil ich nicht möchte, dass man es mit mir tut, ist in Wenn-Dann-Funktionen kommunizieren. Das grenzt für mich an emotionale Erpressung. Ich sage immer, jeder muss tun was er glaubt, dass es für ihn wichtig ist. Allerdings muss man natürlich damit rechnen, dass die Menschen in der näheren Umgebung daraufhin auch Entscheidungen treffen. Wenn einem das klar ist, kann man natürlich versuchen sich irgendwie drum rum zu manövrieren,  aber das ist eine andere Geschichte.


Zurück zum Thema. Wer mich los werden möchte, der muss nur ein paar ganz kleine Tricks kennen. Einer ist die Formulierung eines Kinderwunsches, ein anderer mir Ultimaten oder halt Wenn-Dann-Funktionen zu kommunizieren. Weil das so ist, kommuniziere ich auch nicht so. Ihr wisst schon, was Du nicht willst, dass man Dir tu....


Um so erschreckender ist natürlich, wenn einem klar wird, dass das Gegenüber die Tragweite gewisser Dinge offensichtlich nicht verstanden hat. Okay, entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten, musste "Mann" damit in den letzten Monaten auch selten rechnen. Das ich mich dabei fühle, als ob mir der Arm ausgerissen wird, ist ein anderes Thema. Ich habe eine unglaubliche Toleranz bei Männern. D.h. ich kann unglaublich viel Freiheiten gewähren, wenn gewissen Grundfaktoren stimmen. Einer meiner Verflossenen hatte so`n Ding laufen, dass eine eher offene Beziehung bedeutete. Nein, es fiel mir nicht leicht, weil ich selbst eine treue Seele bin, wir haben es aber durchgezogen, weil andere Dinge stimmten. Das Nachfolgermodell lag auf den Knien und machte einen Antrag mit den Worten "ich war mir noch nie in meinem Leben so sicher". Letztere war sich nach einem Monat gar nicht mehr sicher, Ersterer hat es geschafft mich innerhalb einer offenen Beziehung zu betrügen.


Jetzt kann man sich trefflich darüber streiten, ab es tolerant oder doof war den beiden Typen eine Chance zu geben. In beiden Fällen habe ich mir ein paar Tage Zeit genommen, ein Gespräch geführt und formuliert, was ich nicht möchte und was schon. Ja genau mit diesen Worten "ich möchte zukünftig". In beiden Fällen wurde der nächste Bock innerhalb kürzester Zeit geschossen, natürlich innerhalb der gesetzten Grenzen. In beiden Fällen konnten die Kerle es nicht fassen, dass ich danach für immer und ewig weg war. Vielleicht haben sie es nicht verstanden was es bedeutet, wenn ich klar und deutlich sage "ich möchte das nicht!". Laut einiger Psychologen lernen Männer eh nur aus Erfahrung. Die Erfahrung, dass ich mal ein paar Tage weg war, hat aber scheinbar nicht gereicht. Dabei war das Gespräch darüber nicht ein Verzeihen, sondern durch klares Formulieren eine Chance geben. Fairness. Nur wenn ich klar sage was ich will und was nicht, kann ich bestimmte Dinge wirklich erwarten. Haben beide so nicht kapiert.


Dass das jüngst verflossene Modell sich auf meine Formulierung "ich möchte Folgendes" entschied, diesem Wunsch nicht nachzukommen, ist ihm nicht vorzuwerfen. Ab einem gewissen Alter muss jeder seine eigenen Entscheidungen treffen. Dass aber bei diesem Gespräch klar wird, dass für ihn der leiseste Verdacht, ich könnte daraufhin die Tür endgültig zumachen, gar nicht auftaucht, gibt zu denken. Dass er nicht andeutungsweise verstand, dass viele Dinge bei denen ich angezickt wirkte nur der Nebenkriegsschauplatz für das Grundprinzip war, auch bedenklich.


Übersprung war ihm bei der Nachricht seines Entschlusses meine gesetzten Wünsche an Loyalität, Ehrlichkeit und Offenheit die Tür einen Spalt offen zu halten, nach einem gepflegtem Weihnachtsshopping mit Freunden war aber ganz klar, diesen auch zu schließen.


Ja, es tut weh, aber ich habe zwischen meinen Beziehungen immer lange als Single verbracht. Die nächste Liebe kam immer. So wird es diesmal auch sein. Außerdem weiß ich, dass keinen Mann dringend in meinem Leben brauche. Wenn einer da ist, ist das schön, aber brauchen im klassischem Sinne, tu ich keinen.  Meine Lebensplanung richtet sich einfach auch nicht danach aus, dringend unter die Haube zu kommen. Übrigens auch bedenklich, dass im letzten Gespräch deutlich wurde, dass er davon ausgeht, ich würde aktiv nach Liebhabern und/oder Lebenspartnern suchen.


Also Luft holen und weiter auf dem Kurs bleiben, den ich eingeschlagen hatte, lange bevor er meinen Weg kreuzte und auf dem ich schon seit ein paar Wochen zum Glück wieder bin. Ich bin zu alt um mich auf jedes emotionale Karussell zu setzen. Und mein Leben ist dafür auch zu ausgefüllt.


Übrigens etwas, mit denen nur sehr wenige Menschen klar kommen. Mit jemanden zusammen zu sein, der einen nicht dringend für ein glückliches Leben braucht. Aber das ist mal wieder ein ganz anderes Thema.






1 Kommentar:

  1. Hast Du gut gemacht. Der Kerl kennt Dich ganz offensichtlich nicht, Du hast ihm angeboten, Dich kennen zu lernen. Wollte er nicht. Seine Entscheidung. Aber Du musst Dich nicht länger mit hingeworfenen Krümeln abgeben, die er für einen Kuchen hält. Schon gar nicht, wenn er die ganze Zeit Dinge macht, die er auf der anderen Seite selbst nicht erträgt. Seine Ängste sind ganz alleine seine und er hätte Dich da nie mit reinziehen dürfen.

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