Samstag, 1. Oktober 2016

Testosteron Entzug



Alles was zu viel wird, ist ungesund. Ich bin alt genug um das zu wissen. Deswegen muss ich dringend, wirklich dringend von dieser Fixierung auf einen bestimmten Phänotyp bei Kerlen weg. Außerdem gab es deswegen in den letzten Wochen den ein oder anderen peinlichen Moment mit diversen Uniformierten. Das ist aber eine völlig andere Geschichte.

Also, was tun? Ganz klar, mal einen Abend machen, was typische Mädchen so machen. Schaumbad, Kuschelrock und so. Kerzen anzünden, ein gutes Buch lesen. So der Plan. 

Ich also Schaumbad eingelassen, kaum lag ich drin, starrte ich auf die Reste der aufgerissenen Badezimmer Decke dieser Woche. Sofort überkommt mich das tiefe Bedürfnis den Typen über mir noch mal die Meinung zu husten, inklusive unweiblicher Kraftausdrücke. Völlig kontraproduktiv. Raus aus der Wanne. Ich finde baden eh langweilig und „Lady in red“ ist auch nervtötend. Die Duftkerzen riechen nach Lavendel und sollen beruhigen. Ich stehe immer noch unter der Nachwirkung diverser Stresshormone und überlege mir den Küchenboden zu schrubben. Nix da. Mädchenabend mit einem Mädchenfilm.

Mal schauen was Amazon prime so im Programm hat. Dirty Dancing fällt aus. Da habe ich seit ein paar Wochen ganz merkwürdige Assoziationen zu. Ich sollte mir einen Prosecco genehmigen. Das machen Mädchen doch so, oder? 

Message in a bottle? Ich hasse Meg Ryan. Die Tante verkörpert ein Frauenbild zum weg laufen. „Ich bin ja so emanzipiert und töpfere. Außerdem spare ich auf ein Jodel-Diplom bis mich ein Prinz errettet“, buh, da bekomme ich Schüttelfrost. Pretty Woman? Wieder diese Prinzen-Retter-Scheiße. Willkommen im Zeitalter der Emanzipation. Prosecco ist auch keiner da. Verdammt.

Der Abend endet mit „The Purge-Anarchy“ und Becks. Purge ist definitiv frauentauglich. Keine Nahaufnahmen von zerfetzten Körpern und das Becks war ein „green lemon.“ Alles Definitionssache. 






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