Donnerstag, 13. Oktober 2016

Emotionale Einbahnstraße


Meine Heizung ist ausgefallen. Ich sitze hier und mir ist nur noch kalt. Das liegt nicht nur an der Heizung bzw. an der nicht funktionierenden. Im Büro funktionieren die Heizungen und ich fror auch.

Ich bin endgültig durch. Okay, das habe ich schon vor ein paar Wochen gesagt und es ging trotzdem. Irgendwie geht es ja immer. Bleibt ja nichts. Aber ich rege mich noch nicht mal bei der die Heizung auf. Keine Kraft mehr übrig. Andere können Probleme aussitzen, warum soll ich das nicht auch können? 2016 wird eh nicht mehr besser.

Morgen habe ich 700km vor mir und mache noch schnell 2 Termine vorher. Nebenjob läuft wie die Sau, Hauptjob auch. Dann habe ich 10 Tage Kälte, Matsch und Köter vor mir. Ich hoffe das sortiert mich wieder. In der Regel tut es das.

Gestern kam ich von 2 Tagen Schulung zurück und bin noch "schnell" ins Büro um "schnell" was wegzuarbeiten, dabei mal "kurz" einen wirklich coolen Auftrag gemacht. Danach habe ich im Auto einen Heulkrampf bekommen. Einfach so. Trotzdem war der überfällig. Bei der Trennung von Magdeburg ein Tränchen, als ich bis zu den Knöcheln im Abwasser stand 20 Sek. kurz geheult. Ansonsten brav diszipliniert. Irgendwann muss ein Überlaufventil her. Kerle machen was anderes, ich heule. Ich habe wirklich Rotz und Wasser geheult. Danach A. aka SEK gesagt, dass ich ihn nicht mehr sehen will.

Ich fühle mich nur noch leer und aufgebraucht. Ich war tagelang nicht online, kein Blog Eintrag, keine Nachricht. In meiner miesen Stimmung habe ich das Gefühl, dass es keinen interessiert hat. Ihn schon 3x nicht. Auf meine erste Nachricht reagierte er damit, dass er gerade Stress hätte und keinen Kopf. Kann schon sein, war aber Treffer-versenkt. Das letzte was ich in dieser miesen Stimmung will, ist auch noch irgendjemanden zur Last fallen.

M. hatte recht. Ich musste mir einfach mal Gedanken machen, was ich will und was nicht. Danke mal wieder an dieser Stelle.

Was ich will weiß ich nur in zwei Punkten. Ich will wieder strukturierter meinem Hobby frönen, wieder mit den Kötern unterwegs sein und 2017 Wettkämpfe angehen. Und ich will, dass meine beiden Job so gut weiter laufen. Der Rest? Keine Ahnung. Kerl? Keine Ahnung.

Im Moment bin ich erst mal durch. Nach der Nachricht an A. habe ich mein Profil im Datingportal und in der App gelöscht. Fast hätte ich mich auch von Facebook verabschiedet, man muss es aber auch nicht übertreiben. Er ist mal wieder konsequenter und hat gleich meine Nummer und alles gelöscht. Passt ins Bild "aus den Augen aus dem Sinn."

Ich muss erst mal meine letzten verbleibenden Selbstschutzreserven wieder mobilisieren. Und meinen Stolz wieder finden. Beides habe ich in den letzten Monaten zu oft beiseitegelegt. Und das obwohl schon lange klar war, dass das Ganze eine recht einseitige Geschichte ist. Die endgültige Erkenntnis ist trotzdem nicht weniger schmerzhaft.

Mein kleines Erbsenhirn versucht verzweifelt sich an gute Dinge zu erinnern. Meine Freundin GK zum Beispiel, die mir mal schnell Pest für 2 Wochen abnimmt, damit ich für das Training mit Cholera Raum habe. Oder auch daran, dass es mir im Grunde gut geht. Mein Job ist wirklich sicher, läuft und Dank Nebenjob keine großen finanzielle Probleme. Selbst die Steuernachzahlung ist beglichen. Und beide Jobs machen mir Spaß. Ich mag meinen Blog. Irgendwie hilft das Schreiben.

Aber wie das so ist, muss ich mir auch immer wieder selbst auf die gedanklichen Löffel hauen, wenn das Hirn anfängt zu romantisieren. Wenn ein Kerl sich locker flockig nur sporadisch meldet und dann auch nur, wenn es um Sex geht, gibt es nichts zu interpretieren.

Und dabei sind wir auch beim Punkt, was ich nicht will. Lieber keinen Kerl als eine emotionale Einbahnstraße. Dieses ständige sehnsüchtige Schauen aufs Handy ist ätzend. Eben weil es vergeblich ist. Erbärmlich ist es, sich ernsthaft zu überlegen sich mit Krümeln Emotionalität zufrieden zu geben und sich einzureden, dass es besser als Nichts ist. Oder blöde Sachen in schwammige Aussagen zu interpretieren. Das ist so ein typisches Frauending. Dieses Reinfallen auf das Prinzip Hoffnung, dass er ja doch noch auftaut, nur Zeit braucht blabla.

Aber das bin nicht ich. Was auch immer mich dazu gebracht hat mich so zu benehmen. So war ich sonst nicht und will es auch nicht sein.

Warum habe ich diese ganzen Ausreden zugelassen? Warum mich an diese irrationale Hoffnung geklammert? Ich bin doch kein Teenager mehr und weiß eigentlich wie der Hase läuft. Zudem ich es oft genug selbst durchziehe. Siehe Jeopardy. Auf dessen blabla bin ich doch auch nicht rein gefallen. Ich habe bei ganz anderen Kerlen schon viel früher Grenzen gesetzt und mein Gesicht gewahrt. 

Bis vor fast genau 12 Monaten waren mir Kerle für eine sehr lange Zeit relativ wurscht. Ich werde wohl noch eine Weile brauchen bis ich wieder gerade laufe, aber irgendwann ist es bestimmt wieder soweit.

Und dann singe ich solche Lieder auch wieder völlig unbefangen mit. Bis dahin singe ich noch heulend mit. Auch egal. Alles hat seine Zeit und seine Berechtigung.

So, so you think you can tell
Heaven from Hell
Blue skies from pain.
Can you tell a green field
From a cold steel rail?
A smile from a veil?
Do you think you can tell?

Did they get you to trade
Your heroes for ghosts?
Hot ashes for trees?
Hot air for a cool breeze?
Cold comfort for change?
And did you exchange
A walk on part in the war

For a lead role in a cage?

How I wish, how I wish you were here.
We're just two lost souls
Swimming in a fish bowl
Year after year
Running over the same old ground.
What have we found
The same old fears.
Wish you were here.
So, so you think you can tell
Heaven from Hell
Blue skies from pain.
Can you tell a green field
From a cold steel rail?
A smile from a veil?
Do you think you can tell?

Did they get you to trade
Your heroes for ghosts?
Hot ashes for trees?
Hot air for a cool breeze?
Cold comfort for change?
And did you exchange
A walk on part in the war

For a lead role in a cage?

How I wish, how I wish you were here.
We're just two lost souls
Swimming in a fish bowl
Year after year
Running over the same old ground.
What have we found
The same old fears.
Wish you were here.



1 Kommentar:

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