Freitag, 8. Juli 2016

Prinzessin Lillyfee



Meine Männer, Liebhaber, wie man sie auch immer nennen mag, haben fast immer Arbeitstitel.




Unsere Eltern waren einfach zu unkreativ mit Vornamen. Und wie soll meine Freundin 3 Olivers, 2 Andreas und/oder Thomas auseinander halten? Nein, selbst wenn sie nicht gleichzeitig meinen Weg kreuzen, sondern nacheinander wird das doch völlig verwirrend.




Früher oder später gibt es eine eindeutig zuordenbare Situation. So gibt/gab es in den letzten Wochen „den Schläfer", „die Kaffeetasse", „R2D2" und Prinzessin Lillyfee.




Prinzessin Lillyfee war einer der genialsten Liebhaber, die ich je in meinem Leben hatte. Zudem er ein wirklich hübscher Kerl ist. Bis ich ihn kennen gelernt habe, wusste ich gar nicht zu was ich alles in der Lage bin. Alter Falter.




Jetzt stellt euch einen großgewachsenen, sportlichen Kerl mit strahlend blauen Augen vor bei dem ihr nach mehreren Stunden 11:1 abschließt und tagelang völlig weich gekocht seid.




Natürlich hatte ich da den Drang raus zu finden, ob wir mit Klamotten auch gut harmonieren. Also lud ich ihn auf einen gemeinsamen Spaziergang mit den Hunden ein. Selbstverständlich nicht ohne die Warnung, dass Pest und Cholera nicht umsonst so heißen.




Nun, wir ab in das recht stark frequentierte Berliner Auslaufgebiet. Wald ist anders, aber wir Städter sind ja auch anders.




Nun stelle man sich folgende Szene vor: während Arschlochhund 1 sich überlegt „was Beine hat, kann man auch hüten" und Arschlochhund 2 jedem anderen Rüden beweisen muss, dass er die dickeren Haufen macht, geht der 11:1 Kerl neben mir her und schnuppert total verzückt an einen Blümchen. Wahrscheinlich haben schon 10.000 Hunde daran gepisst, aber er ist völlig aus dem Häuschen, weil man davon ggf. einen Tee machen könnte. Irgendwann kommen wir an einer Bank vorbei. Auf dem Boden liegt ein rosa Buch, deutliche Biss- und Pissspuren dran. Er geht hin, hebt es auf und ist von da an auf einer rosa Wolke.




„Ach schau mal, da hat ein Kind sein Malbuch vergessen." Er blättert und hat Sternchen in den Augen. Arschlochhund 1 kann gerade noch davon abgehalten werden einem Border zu zeigen wie man hütet. Er zeigt mir das Buch. Es ist ein Glitzersticker Buch, kein Malbuch! „Ist das nicht niedlich, schau mal, alle Sticker schon eingeklebt." Arschlochhund 2 besteigt den Schoko-Labbi.




Ich kann ihn kaum von losreißen. Er will mit mir ernsthaft jede Seite zeigen. Ich denke: „Drecks Gör, könnte mal mehr auf seine Sachen aufpassen". Er klopft den Sand von Buch ab und legt es liebevoll auf die Bank.




Es war ein Prinzessin Lillyfee Sticker Buch.




Der Drops war geschlutscht. Es war das letzte Date. Es ging danach einfach nicht mehr und neu in mein Prinzipienbuch wurde aufgenommen: neverever riskieren, dass das Bild vom Liebhaber bröckeln könnte.

1 Kommentar:

Es darf und kann kommentiert werden. Grundsätzlich nutze ich mein Hausrecht und gebe einzeln frei.