Samstag, 30. Juli 2016

A. aka Jeopardy

Als ich heute Morgen aufwachte und auf`s Handy schaute, war wie erwartet die wöchentliche Whatsapp von Jeopardy drauf. Er wird nachlässig. Ansonsten kam sie Freitagabend. Sinngemäß ist dort immer zu lesen: „Du bist mir total wichtig. Ich werde Dir beweisen wie sehr ich Dich mag…blabla“. Automatisch geht mir dann die Melodie von Jeopardy durch den Kopf. Ihr wisst schon, die Frage steht im Raum und während alle gespannt warten, ob jemand die Antwort weiß, läuft diese beknackte Melodie.

Vor dem ersten Kaffee ist das die maximal mögliche Leistung meines Gehirns.

An dem ganzen Schlamassel ist natürlich wieder C. schuld, also an dem Melodie-Schlamassel, nicht am Rest. Ich fange mal von vorne an:

Ich lernte Jeopardy in einer Phase kennen, in der ich mal was Ernsthaftes wollte. So ernsthaft, dass ich mein übliches Männerschema „Testosterongeschoß“ hinter mir lassen wollte. Ich bin immer noch davon überzeugt, dass es nette Kerle gibt. Leider finde ich die wohl fad. Das ist so ausgeprägt bei mir, dass ich der festen Überzeugung bin, ich könnte als Arschloch-Wünschelrute gutes Geld verdienen.

Man stelle mich in einem Raum mit 100 alleinstehenden Kerlen und ich finde mit erschreckender Treffsicherheit den einen gut, der komplett beziehungs- und bindungsgestört ist. Irgendwann schreibe ich mal alle Singlebörsen an und biete diese Dienstleistung an.

Zurück zu Jeopardy. Er trägt beruflich Uniform und ist bewaffnet. Ich kann mich ja nicht komplett verbiegen. Erstes Date war kurz. Eis essen, er musste zum Dienst. Er sieht gut aus und ist ein bisschen schüchtern. Er wirkt lieb, seit 2 Jahren geschieden. Ganz erfrischend versuchte er nicht sofort das Thema auf Sex zu lenken. Zweites Date lief gut. Okay, er ist jetzt nicht der super charismatische Prinz-Charming, aber das ist gut so.

3. Date stand an, 18 Uhr. Um 18:30 Uhr nichts von ihm zu sehen. Irgendwann eine Nachricht, dass sie noch mal raus mussten. Okay, kann ja passieren, aber bei seiner Schilderung der Situation wäre massig Platz für eine kurze Nachricht gewesen. Ich bin leicht angepisst, drücke es aber weg. Was folgte war mehrfach ähnliche Situationen. Ich bezeichne das gerne als „gleiche Scheiße, andere Farbe“. Selbst die berühmte „kranke Oma Ausrede“ war ihm nicht zu flach. Vielleicht macht jemand mal eine Studie darüber wie viele Omas plötzlich ins Krankenhaus müssen während der Enkel eigentlich ein Date hätte?! Seine Nachrichten waren voll von Entschuldigungen und „ich mache es wieder gut“ Bekundungen. Irgendwann sind diese Bekundungen so glaubwürdig wie die Werbeversprechen der Süßigkeitenhersteller. Während ich also darüber nachdenke, ob Kinderriegel mit der vielen Milch wirklich gesund sind, lacht C. laut los und meint, bei solchen Typen geht ihr immer die Jeopardy-Musik durch Kopf. Also die erzählen irgendwas was sie zukünftig alles tun wollen und ihr Hirn geht in die Warteschleife. Warten auf Taten zur Ratespiel Melodie. Wort-Tat-Differenz nannte ich das bisher.

Bis jetzt schreibt er wöchentlich oben beschriebene Whatsapp. Am Anfang habe ich noch mehr oder weniger reagiert. Schrieb also zurück, dass ich darauf echt gespannt bin. Nach einer gewissen Zeit schickte ich nur irgendein völlig unpassendes Emoji als Antwort. Inzwischen antworte gar nicht mehr. Die Nachricht kommt weiter, freitags zwischen 21:30 und 22:30 Uhr. Bis heute immer pünktlich! Wenn ich mal etwas mehr Zeit habe, versuche ich raus zu finden wo und wie man bei Whatsapp diese Nachrichtenoption einstellen kann. Termin-/Serienwhatsapp, nicht nur zu Weihnachten und Neujahr eine geile Idee. Oder ich schicke diese Entwicklungsidee an die Macher und werde reich ;-).

Jeopardy ist Geschichte, aber meine Reaktion diese Melodie zu summen, wenn wieder irgendein Kerl erzählt wie viel Drachen er für mich töten würde ist geblieben.

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