Mittwoch, 20. Juli 2016

Das Leben, das Universum und der ganze Rest




Eine ehemalige Freundin hat den Blog gelesen. Ihre ernsthafte Frage danach war, was der Blog können soll. Sie würde es „zärtlicher differenzieren". Ich habe es mir erspart zu erwähnen, dass nicht alles einem tieferen Sinn folgen muss. Auch habe ich mir einen Vortrag erspart, dass man gerade als Frau von diesem ewigen „pädagogisch wertvollem", „Rat gebendem" und „extrem selbst reflektierendem" Trip dringend runter kommen sollte.




Ich stehe dazu, der Blog ist wie RTL II. Kann nichts, muss auch nichts können, außer, dass ich mal hin und wieder mal sage was ich denke. Natürlich anonym. Meine Nachbarn denken ich bin nett. So ganz komme ich nämlich auch nicht immer aus dem weiblichen Rollenklischee raus. Mädchen sind nett, teilen, sehen in allem und jedem auch das Gute und auf gar keinen Fall motzen sie Bambis an.




Im Grunde ist das auch der Kern des Dilemmas. Ich bin ja mit Nichten ein Einzelfall. Es gibt ein Haufen weibliche middle aged Singles mit leicht gestörter Partnerwahl. Der Grund warum wir den Prinzen noch nicht gefunden haben kann ja nicht sein, dass es keine Prinzen mehr gibt. Vielmehr suchen wir uns ganz gezielt immer Kerle, die so gar nicht passen und damit die Beziehung per Definition zeitlich begrenzt ist.




Unsere Mütter waren angepasster als wir. Sie sollten noch die sanften, ausgleichenden Wesen aus den alten Filmen sein. Und trotz Emanzipationsbemühungen kommt man aus so einer Prägung natürlich nicht raus. Uns wurde sozusagen erzieherisch in die Wiege gelegt, dass wir uns immer mehr bemühen müssen, wir Einfluss nehmen sollen, natürlich auf sanfte Art usw. Jungs dürfen ausflippen, Mädchen müssen sich an den Händen halten. Kurz und platt gesagt.




Dementsprechend glauben wir als erwachsende Frauen ernsthaft, dass sich der Kerl, der sich ansonsten wie ein Vollidiot benimmt, sich in unseren sanften Händen ändert. Wir uns nur ordentlich bemühen müssen und doppelt so zauberhaft sein sollten, wenn er einfach mal wieder einen Bock geschossen hat. Wie in den Filmen halt. Der einsame Cowboy, der Eiswürfel pinkelt, aber für die Liebe seines Lebens alles tut.



Das Ganze resultiert dann darin, dass wir uns über Dinge freuen, die theoretisch selbstverständlich sein sollten.




Aber wie da raus kommen? Mal ehrlich, bekommt man überhaupt noch einen Kerl ab, wenn man ihn mal behandelt wie einen Kerl und klar und deutlich mit ihm redet? Versucht mal eure Männer nicht ausgiebig zu loben, nur weil sie den Müll raus gebracht haben, euren Geburtstag nicht vergessen haben usw. Und dann gebt mal ihrem Gequengel nicht nach. Nein heißt nein. Macht mal aus einem Nein keine Diskussionsgrundlage. Die meisten würden schreiend zum nächsten Bambi laufen und eine ernsthafte Käsediskussion führen.




Dass ich das versuche durchzuziehen ist bestimmt ein Grund warum ich schon lange Single bin. Ich schaffe es tatsächlich für bestimmte Dinge kein Verständnis zu haben. Und ich formuliere es auch. Wenn ich jetzt noch schaffe, den dazu passenden Männertyp gut zu finden, ist alles in Butter.

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