Montag, 18. Juni 2018

Zeit

Aus dem Gespräch mit dem Big Boss.


Ich: Das wertvollste in meinem Leben ist Zeit. Und zwar unabhängig davon, dass ich morgen überfahren werden kann, einen Schlaganfall habe oder oder oder. Nichts ist so wichtig und so kostbar wie meine Lebenszeit. Und wenn jemand, egal aus welchem Grund, damit fahrlässig oder unachtsam umgeht, werde ich komisch.


Entsprechend nickte er als ich mich am Ende des Tages für seine Zeit bedankte.

Donnerstag, 14. Juni 2018

Kommunikationsfetzen



Big Boss: Was wünschen Sie sich von uns?
Ich: Ein Pony
Big Boss: Ist aus
Ich: Okay, ich nehme ein Einhorn
Big Boss: Hier haben Sie einen Kaffee


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Big Boss: Wie läuft es mit dem Kollegen?
Ich: Man kann von einem Rindvieh nicht mehr erwarten als ein Stück Fleisch.
Big Boss: Ich befürchte in diesem Fall noch nicht mal das.


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L: Ich hab mit meinem Ex geschlafen.
Ich: Waaaassss?
L: Ist nicht schlimm, dauert ja nicht lange.


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Montag, 11. Juni 2018

Männlichkeit?!

Was geht nur in manchen Männern vor? Nur weil man kann, heißt es nicht, dass man sollte.


Schreibt mich einer an. Kein Bild. Er ist 60 Jahre alt. Sagt auch im Profil, dass er das wirklich ist. Das an- und für sich finde ich nicht schlimm, auch im Alter kann und soll man die Liebe finden, aber ich steh auf solche Altersunterschiede so gar nicht. Jedenfalls nicht so rum.


Egal. Im Profil steht, dass er unbedingt eine Frau sucht um mit der eine Familie zu gründen und Kinder zu haben?!


Uh, dann sollte er sich aber langsam ran halten. Ich habe mir gekniffen zu fragen, warum er in einem Alter das macht indem andere froh sind, dass die Ableger endlich selbst Windeln wechseln.

Donnerstag, 7. Juni 2018

Back on track

Der Blog war eine Zeit auf "privat" gestellt. Nein, kein Drama. Es ging mir nur mächtig auf die Bimmel, dass mehr als ein Mensch in meinem Leben wohl meinte Blog lesen würde jede persönliche Kommunikation oder Kontakt ersetzten. Das hat mich arg angekotzt. Schon länger. Und den Blog auf privat zu stellen die einzige wahre Konsequenz.

Aber er fehlt mir. Der Blog. Irgendwie hab ich manchmal einfach zu viel zu sagen. Ich weiß nur noch nicht, wie ich das grundsätzliche Problem löse. Durch die privaten Diskussionen hatte ich eh Hemmungen so zu schreiben wie es mir gut tut. Frei Schnauze. Wenn das nicht mehr geht, hat der Blog aber viel an Sinn verloren.

Er ist ein Kanal. Ohne Anspruch auf Reflexion. Er dient dem Auskotzen von situativen Gefühlen genauso wie der Formulierung zick mal durchgekauter Gedanken. Und der Geschichten.

Z.B. Geschichten warum es so wahnsinnig praktisch ist, dass es in der Perversenwelt Männer mit Massagefetisch gibt oder warum es doch immer wieder zu komischen Situationen führt, dass das Bild "breite Schultern & Tattoos" immer, aber auch wirklich immer, funktioniert bei mir.

Es wird hier also weiter gehen. Egal wie. Aber ich werde andere Konsequenzen ziehen und mich nicht mehr im Schreiben kastrieren lassen.

Mittwoch, 16. Mai 2018

"Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt"


Im Moment gibt es wieder zu viele Menschen in meinem Leben, die sich irgendwie auf meine Kosten ausleben und ihr Ding durchziehen. Der Arschmadenkollege ist da nur ein Beispiel. Allerdings das präsenteste, weil ich mit dem Deppen mehr Zeit verbringen muss als mit jedem anderen Menschen.

Bewusst wurde mir das als ich merkte, dass ich noch nicht einmal meinen Titelgewinn gefeiert hatte. Ich habe mich irgendwie vorher schon zu sehr auslaugen lassen, hab es da aber durch den Stress mit Choleras Verletzung nicht bemerkt. Meine Kräfte sind auch nur begrenzt und ich kann nicht an allen Fronten Position beziehen.

Aber meine kleinen Grenzsoldaten haben ihre Lektion gelernt. Aus den kleinen Wachpolizisten sind stattliche Grenzer geworden. Es fehlt ihnen an der einen oder anderen Ecke noch ein bisschen Berufserfahrung, aber das gleichen sie durch eine gute, kontinuierliche Ausbildung aus. 


Entsprechend hat Herzland seine Grenzen besser geschützt und einen breiten Streifen Namens Kräfteland ringsum gezogen. Die Patrouillen in diesem Streifen sind leider noch etwas unterbesetzt, aber gut organisiert. Das merke ich Montagabend als ich bei meiner Hausärztin sitze. Kopf- und Gliederschmerzen ringen mich ein bisschen runter und ich finde es ist Zeit für einen Borreliosetest. Ich erzähle von der Situation im Job. Sie fragt sofort ob und wie lange sie mich aus dem Verkehr ziehen soll und ich lächle. Im Prinzip geht es lediglich darum, dass mein Kollege mal wieder Fristen nicht einhält und sich drauf verlässt, dass ich vor Pfingsten alles stehen und liegen lasse um die Karre aus dem Dreck zu ziehen. Tu ich nicht, Chef ist not amused, ich schlafe heute trotzdem aus. 

Da hat die Patrouille mal gut gearbeitet und den feindlichen Energiesauger noch rechtzeitig eins auf die Hörner gegeben. Das ihnen das gelang habe ich auch eine besser funktionierenden Aufklärung zu verdanken. Meine kleine emotionale Wärmebildkamera hat nämlich dafür gesorgt, dass ich Freitagabend mal nicht völlig fertig auf dem Sofa lag, sondern gelernt habe was an einer Aktion wie „Hotelzimmer verwüsten“ so lustig und befreiend sein kann. Erholung durch Aktion sozusagen und an dieser Stelle noch mal ein Lob an die Zimmermädchen nebst dem Trinkgeld das wir hinterlassen haben. Aber das ist eine völlig andere Geschichte.

Also der Grenzstreifen funktioniert ganz passabel. Was ist aber mit denen, die Dank professioneller Schleuser sich illegal bis ans Herzland heran schleichen? Nichts gegen ein bisschen emotionales Multikulti aber die Leitkultur in meinem Herzen sollte unantastbar sein. Sie ist ein großer Teil meiner Persönlichkeit. Da müssen die Jungs noch ein bisschen Erfahrung sammeln, schneller und klarer agieren. Aber ich bin mir sicher, dass sie das auch noch lernen.


Guter Junge auf Patroullie

Freitag, 11. Mai 2018

Fielmann


Kennt ihr diese Werbung in der der Sohn den Vater fragt, ob er rückblickend etwas anders in seinem Leben gemacht hätte?
Manchmal stelle ich mir exakt die gleiche Frage und ich weiß nicht, ob es erschreckend oder beruhigend ist, dass ich mit x Jahren mehr Erfahrung in vielen Punkten genauso wie damals entschieden hätte.
Meine erste große Liebe hieß Felix. Nach dem Studium zog ich zu ihm. In eine fremde Stadt und baute mit ihm seine Firma auf. D.h. aufgrund der Umstände und meiner mangelnden Lebenserfahrung oder anderen Erwartungen lebten wir zu 90% sein Leben. Ehrlich gesagt, hatte ich ja keins mehr. Bevor ich ihn kennen gelernt habe, hatte ich eine Feier- und Partyphase, nach bestandenem Diplom das Bedürfnis nun den Ernst des Lebens wahrzunehmen. Und irgendwie war es dann halt plötzlich so: sein Haus, seine Agentur, seine Freunde. 20 Jahre später weiß ich, dass das nichts für mich ist und ich mich auch heute trennen würde bzw. es nie so weit kommen würde.
Nach jeder längeren Beziehung war ich (bis auf eine Ausnahme) länger wieder Single. Das Nachfolgemodel kam Ende 20 und hieß Andy. Andy war frisch geschieden, seine Ex behielt die Eigentumswohnung, den Freundeskreis und einen Großteil seines Einkommens. Seine Firma lief schlecht und er zog bei mir ein. Mein Haushalt, meine Hunde, meine Freunde, mein Hobby. Er hatte ja irgendwie kein eigenes Leben mehr. Trotz aller Ermunterungen kam auch aufgrund seines schlechten Gemütszustandes auch keines zusammen. Rückblickend wie bei Felix, die Trennung wäre auch jetzt unvermeidlich bzw. wäre die Beziehung so nicht zustande gekommen.
Mitte 30 lief mir Gerd über den Weg. Gerd liebte seinen Freiraum. Aufgrund meiner Hunde waren wir meist bei mir. Seine Wohnung war eine Männerwohnung. Fernseher, großer Sessel, spartanisch schon fast. Alles doppelt haben inkl. der Hundesachen war aufwendig, außerdem wohnte er nicht weit weg, ergo viel bei mir. Wenn wir Raum brauchten, verzog er sich in seine Höhle. Weder Felix nach Andy hatten mich in Beziehungen, die wesentlich enger gestaltet waren, so mental und vor allem durch Taten unterstützt wie Gerd. Das war unglaublich. Rückblickend war es die Beziehung, die ich mit der heutigen Reife wahrscheinlich nicht beendet hätte. Heute würde ich das Positive der Beziehung viel mehr gewichten als das Negative damals.
Gerade in der letzten Zeit denke ich viel an diese Beziehung. Und klar, nur an die Institution, nicht an den Mann dahinter. Witzigerweise traf ich Felix vor ein paar Jahren beruflich. Inzwischen trennen uns ca. 700km. Als ich in sah und mich mit ihm unterhielt  konnte ich irgendwie nachvollziehen was mich damals so für ihn eingenommen hatte. Auch wenn es heute nicht mehr der Fall wäre. Als ich vor ein paar Wochen mit Andy essen war, erkannte ich sofort warum er damals so anziehend fand. Andy ist einfach einer der besten Gesprächspartner die man haben kann. Auch wenn das heute für mich nicht mehr der entscheidende Punkt wäre. Und Gerd? Ich lief ihm tatsächlich neulich über den Weg. Und? Nichts. Wirklich, ich stand vor ihm und wir unterhielten uns und mir war völlig schleierhaft was mich damals so fasziniert hat. Keinen Schimmer. Verrückt.
Ich meine obwohl die Trennung schmutzig war, hatte ich keinerlei Wut ihm gegenüber. Aber halt auch nichts Gegenteiliges. Mit Felix konnte ich gleich wieder shakern, mit Andy mich unterhalten als hätten wir nie den Kontakt verloren. Mit Gerd war es als ob ich einen ehemaligen Nachbarn im Supermarkt treffen würde. Emotionsloser Small Talk. Höflichkeit. Und das obwohl, jedes Mal wenn es um Beziehung geht, mich an diese etwas wehmütig erinnere.
Vielleicht liegt es darin, dass die beiden ersten Trennungen an gewissen Umständen lagen und nicht in der Person. Vielleicht weil die Verletzungen bei Gerd eine ganz andere Liga hatten? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass die ersten beiden Trennungen heute auch gekommen wären, die von Gerd bin ich mir nicht so sicher, weil eben diese Trennung aufgrund tiefer Verletzungen auf der Vertrauensebene basierten und ich heute in diesem Punkt nicht mehr so verletzlich bin. Oder mich mache? Oder sowieso nicht mehr vertraue? Ich weiß es nicht. Ich wüsste es aber gerne.
 

Dienstag, 24. April 2018

Narben


Je älter wie werden, desto mehr werden wir von unseren Ängsten anstatt von unserer Hoffnung angetrieben. Ist von mir und ich stelle es immer wieder fest. Bei mir und bei anderen. Natürlich versuche ich dagegen anzugehen, aber hin und wieder erwischt es mich dann doch.

Ich las neulich mal, dass ein emotionaler gesunder Mensch gut mit sich alleine sein kann. Wenn das stimmt, bin ich emotional pumperlgesund. Ich kann das nicht nur, ich brauche das. Regelmäßig und manchmal sogar offensichtlich mehr als andere. Allerdings hatte ich seit Wochen keinen Abend mehr nur für mich, geschweige denn mal am Wochenende ein paar Stunden. Erst war da Cholera mit der ich ständig nach der Arbeit beim Tierarzt war oder selbst die Wundversorgung übernahm, danach Pest wenigstens eine kleine Runde durch den Wald. Der arme Kerl kam ja auch irgendwie kaum noch raus. Danach schnell was essen, schlafen, arbeiten. An den Wochenenden Seminare gegeben. Irgendwie muss der wirtschaftliche Totalschaden bezahlt werden. Kaum ging`s ihr besser, mussten andere Sachen wieder laufen. Nebenjob zum Beispiel. Cholera war so teuer, dass ich es da nicht schleifen lassen kann. Ich merke, dass meine persönliche Entscheidung keine Kinder zu wollen für mich die Richtige war. Ich bin zu egoistisch mich über Jahre selbst zurück zu stellen und für die Kinder da zu sein. Beim Hund ist das zeitlich viel absehbarer. Aber ich schweife ab.

Ich bin so durch, dass ich abends ins Bett falle und mein Kopf das Kissen noch nicht berührt und ich schlafe schon. Wenn der Wecker klingelt habe ich das Gefühl ein Grabstein liegt auf mir. Tagsüber wieder Stress und viel zu tun. Work, Eat, Sleep, Repeat.

Gestern endlich Raum. Sogar etwas früher Feierabend. Ich liege um 21:30 Uhr im Bett und schlafe sofort selig ein. Nur um 20 Minuten senkrecht im Bett zu sitzen mit völlig unnötigen, abstrusen Gedanken. Gedanken die sich verselbstständigen, irrationale Kreise ziehen und sich zu ausgemachten Ängsten entwickeln. Und ich bekomme sie nicht eingefangen. Ich spüre deutlich jede große und kleine Verletzung der letzten Jahre. Jeder Schatten auf der Seele entwickelt sich zu einer großen schwarzen Mauer und ich mache mir panische Sorgen um Dinge, die noch gar nicht relevant sind.

Es ist als ob eine Welle mich überrollt. Alles was normalerweise in kleinen Dosen kommt und dann in Ruhe zerdacht oder verdrängt werden kann, schwappt über mich drüber und nimmt mir die Luft. Das ist nicht gut, gar nicht gut. Plötzlich kommen mir Tränen, wenn ich an bestimmte Situationen denke und fühle mich macht- und wehrlos. Das ist nicht typisch für mich. Gar nicht.

Das geht nicht. Das darf so nicht sein. Mein Plan war es, bestimmte Dinge nicht wieder so kommen zu lassen. Unter anderem, das ich kurz vorm Zusammenbruch stehe und keine Kraft mehr habe meine persönlichen, emotionalen Grenzen zu spüren, geschweige denn zu verteidigen. Im geheimen Geheimblog steht alles drin, was mir Kraft und Ruhe gibt. Alles was mich erdet und ich muss und will diese Dinge wieder tun. Ich muss nur den verdammten Anfang des momentanen Knoten finden.