Sonntag, 15. April 2018

Nadelstiche


Nebenstrang: Cholera ist über den Berg. Lange wussten wir nicht wie es weiter geht mit ihr und wie lange es dauert. Ich habe 7 Tage am Stück in meinem Urlaub Seminar gegeben und die Kosten der Behandlung noch nicht drin. Aber das ist eine andere Geschichte.

Gestern hat sich ein junges Pärchen mitten im Training verlobt. Mit Ring, Kniefall und Tränen. 4h vorher bin ich zufrieden mit mir und meinem Leben gewesen. Alles gut, so wie es ist. Danach steckte doch so eine kleine, spitze Nadel in meinem Herzen. Vor fast genau 4 Jahren hatte ich auch einen Antrag bekommen. Er kochte ein wirklich phantastisches 4-Gang Menü. Weiße Tischdecke, Kerzen und Kniefall. Meine erste Reaktion damals war Panik. Heiraten, d.h. zusammen ziehen, höchst mögliche Verbindlichkeit etc. Meine nächster Gedanke war, wenn ich mit Ende 30 keine Risiken eingehe, wann dann? Wie diese Geschichte ausging ist ein anderes Thema und wird ein anderes Mal erzählt.

Ich bin also fast 4 Jahre Single. Mal bewusst und gerne, mal weniger gerne. Meist aber genieße ich den Freiraum, brauche ihn schon fast. Mir fällt immer mehr auf, dass es zunehmend schwieriger werden würde mich abzustimmen, Kompromisse einzugehen und meine so lieb gewonnene Struktur zu verändern. Ganz selten spüre ich die Lücke. Die Lücke, dass niemand da ist wenn ich nach Hause komme. Nicht immer, aber oft. Jemand, dem ich mich nicht erklären muss. Der nach einem halben Satz die Tragweite erkennt, neben den ich mich einfach setze und es einfach gut ist, dass er da ist. Ohne großen Aufwand oder Hype.

Auf der Rückfahrt denke ich über meine letzten beiden festen Beziehungen nach. Also die, bei dem man den Wohnungsschlüssel des anderen hatte und sich nicht mehr förmlich anmelden musste. Beziehungen bei denen man wusste wie der andere morgens verkatert aussieht oder wenn er mal einen Tag hatte an dem selbst duschen zu aufwendig gewesen wäre und man nur gammelte. 

Jetzt, Jahre später bin ich mir sicher, ich wäre mit den trennungsauslösenden Situationen anders umgegangen als damals. Aber jetzt ist jetzt und damals damals. Ich kann`s nicht ändern. Aber ich erinnere mich an das Gefühl, dass ich bei beiden Männern dachte sie wären die letzten in meinem Leben, im Guten. Wie glücklich ich war, jemanden gefunden zu haben, der so perfekt in meinen Lebensplan, meinen „way of life“ passte. Das ist echt nicht leicht. Mein Job, Nebenjob und zeitintensives Hobby. Da passt z.B. ein Partylöwe oder Fernreisewütiger schlecht rein. Jedenfalls wenn man ein Minimum an Zeit miteinander verbringen will. 

Morgens war ich noch zufrieden mit mir und der Welt, 6h später schrubbe ich an einer Midlife Crisis und grundsätzlichen Sinnfragen rum. Es kostet mich all meine Disziplin mir wieder die positiven Dinge in meinem Leben präsent zu machen. Es kostet mich Kraft meine Art zu leben nicht grundsätzlich in Frage zu stellen, nicht meinen Zeitmangel, verursacht durch mein Hobby, welches mit seit fast 20 Jahren immer wieder das Herz öffnet, als Grund für das Singlesein zu sehen. Ich meine welcher Mann möchte mit einer Frau fest zusammen sein, die so viel unterwegs ist und wenn sie es mal nicht ist, einfach müde oder wortkarg?

Ich bekomme oft, zu oft, in meinem Bekanntenkreis gesagt, dass dies der Grund sei. Letztens wurde sogar völlig unverständlich reagiert als ich meinte ich würde mein Hobby nicht für einen Mann aufgeben. Und nein, reduzieren ist keine wirkliche Option. Nur noch so ein bisschen wäre als ob man einen Iron-Man- Athleten vorschlägt zukünftig nur noch zu Walking zu betreiben. 

Mit den letzten beiden Partnern ging es doch auch. Beide hatten ein eigenes Leben. Manchmal kamen sie mit, manchmal nicht. Aber sie hatten immer Interesse und unterstützten mich emotional. Sie waren gechillt und wir sahen und trotzdem häufig. Weil sie oft da waren, wenn ich vom Training heim kam. Sie nicht von mir besaßt oder animiert werden wollten. Verdammt. Fange ich an faule Kompromisse zu machen?

Habe ich mir in letzter Zeit was vorgemacht, wenn ich mir die Vorzüge von reinen Liebschaften vor Augen führte? Bin ich zu feige oder zu blockiert um mich wieder auf Verbindlichkeit einzulassen. Oder besser wieder dafür offen zu sein? In den letzten Monaten habe ich bestimmt den ein oder anderen Mann kennen gelernt, welcher mein Leben nicht nur er- sondern mit getragen hätte. Verbindliche Typen in die ich mich irgendwie nicht verliebt habe. Oder es nicht wollte?

Vielleicht stimmt auch das Gesamtkonzept nicht mehr. Obwohl ich gerade in der Krise mit Cholera merkte, dass diese Welt viel mehr meins ist als die Party- und Eventwelt. Trotzdem ist das Training oft wie Sport. Ich muss meinen Schweinehund überwinden um hin zu gehen. Auch weil Cholera nun mal ein Hund ist, der wesentlich entspannter und handelbarer mit regelmäßigem Training ist. Erst muss man sich hin treten und erst danach ist man glücklich, dass man es getan hat. 

Die 40er haben viele Vorteile, aber auch Nachteile. In kaum einer anderen Phase meines Lebens habe ich so oft so viel Grundsätzliches in Frage gestellt. Auf der einen Seite bin ich entspannter geworden, besonders wenn es um gewisse Interaktionen mit anderen Menschen geht, auf der anderen Seite immer häufiger Grundsatzfragen, ob das Leben so ist wie es sein soll. 

Ein Freund meinte neulich ich solle mir keine Sorgen machen. Die Midlife Crisis geht nahtlos in die Endlife Crisis über. Die sei aber wesentlich spassorientierter. 

Wir werden sehen.

Dienstag, 27. März 2018

Schutzengel machen noch Überstunden





Das war die Wunde 2 Tage nach der OP- 18 Stiche.


Heute sieht es schlechter aus. Stichwort multiresistente Keime, neues Antibiotikum. Kann 2 Tage oder 2 Monate die Heilung verzögern. Oder alles so aufweichen und angreifen....nicht daran denken...


Trotzdem ist es immer noch unglaublich, dass dieser Hunde das überlebt hat. Der Fachbegriff lautet übrigens Pfählungsverletzung. Ist immer blöd, jedenfalls wenn es kein Messerangriff war. Messer splittern nämlich nicht. Alte Pfoten schon. Schwierig die ganzen kleinen Teile raus zu bekommen.



Samstag, 24. März 2018

Schutzengel

Hatten wir, das heißt Cholera und ich diese Woche mindesten 3. Und alle 3 waren voll im Einsatz und sind noch nicht entlassen.

Der Schock, dass mein bester Kamerad, nicht Kindersatz, nicht Sozialpartnerersatz, sondern im Sinne des schönen, aber aus der Mode gekommenen Wortes "Kamerad" in meinen Armen hätte verbluten können sitzt noch tief.

Ein Kamerad ist kein Freund im eigentlichen Sinne, aber im Einsatz verläßt man sich blind auf ihn. Er ist loyal und nach Jahren bildet sich blindes Vertrauen. Schwierig zu erklären, wenn man im Einsatz sich auf seinen Passmann verläßt, danach grobe Scherze macht und sich auf eine sehr spezielle Weise verbunden fühlt.

Vielleicht unterscheidet das auch Dienst- und Arbeitshunde im Verhältnis vom allg. Familienhund. Wenn ich daran denke was Cholera und ich schon erlebt haben, wo wir waren, MITeinander gearbeitet haben und sie immer Alles gegeben hat, fällt mir kein anderer Begriff ein.

Tante Wiki sagt dazu:
"Besondere Bedeutung hat die Kameradschaft in der soldatischen Gemeinschaft. Insbesondere bedeutet dies die Pflicht jedes Soldaten, seinem Kameraden unter allen Umständen – auch unter Lebensgefahr – beizustehen. Das besondere an der soldatischen Kameradschaft ist, dass sie nicht an persönliche Verbundenheit im Sinne von Freundschaft, Kumpanei o. ä. gebunden ist..."

Entsprechend war die letzten Tage Nichts wichtiger als ihr Wohlergehen. Das Bankkonto ist blank. Komplett, aber irgendwie geht es, wenn es um den Hund geht. Irgendwie geht es immer.

Und es hat mir wieder, oder besser endlich wieder, gezeigt, in welche Welt ich gehöre. Als ich selbst mit hoch Fieber ans Bett gefesselt war, war niemand da (fast), mein Gemütszustand grenzte an eine ausgewachsene Depression und ich fühlte mich unglaublich einsam und alleine. Als meine "Hundeleute" erfuhren, dass Cholera auf dem OP Tisch liegt und wir ernsthaft um ihre Gesundheit bangen, war die Welle der Hilfsbereitschaft unendlich groß. Unfassbar aus welchen Teilen Deutschlands ich aktive Hilfe angeboten bekommen habe. Und jedes Angebot war ernshaft gemeint.

Die Maus ist noch nicht über den Berg. Das liegt in der Natur der Sache, wenn man sich im vollem Lauf einen scharfen, rostigen Gegenstand tief in die Leiste rammt. Vorbei an der Hauptschlagader, an wichtigen Nervenbahnen und Muskeln tief ins Gewebe. Unser Schutzengel hat all diese Dinge beschützt. Jetzt müssen die Antibiotika anschlagen. Die Wunde ist tief.

Trotzdem bin ich dankbar für die Erfahrung, dass so viele Leute sofort da waren. Aktiv und mit unterstützenden Worten. Das erdet.

Dienstag, 20. März 2018

Feed Back

Ich lebe noch.


Allerdings bin ich zeitlich im Moment mehr als angespannt. Das wird wahrscheinlich bis Mitte April auch nicht anders.


Neben meinem nicht ganz anspruchslosem Job sind die ersten Wettkämpfe und Trainingslager. Außerdem rennen mir die Leute gerade die Bude nach Seminaren ein. Theoretisch müsste ich reich sein, praktisch weiß ich gar nicht wo das Geld hin ist.


Oh Gott, ich hatte seit 14 Tagen keinen Sex mehr und hab`s nicht gemerkt.


Mehr sobald es wieder ruhiger wird.

Dienstag, 27. Februar 2018

Produkttest: Invisalgin

Was das ist? Es ist eine Zahnspange. Ja, richtig, ich bin Ü40 und trage seit gestern Spange. Allerdings nicht das Modell, welches wir als Kinder liebevoll "Schneeketten" genannt haben, sondern etwas Moderneres.


Ich habe mich nach gründlicher Information (Quatsch, war eine reine Bauchentscheidung), für die (angeblich) fast unsichtbaren Schienen von Invisalgin entschieden. Meine Schneidezähne sind schief und mich stört es immer mehr. Ich dachte immer es kommt durch die erhöhte Eitelkeit, aber tatsächlich kann es sein, dass die Schiefstellung in den letzten Jahren schlimmer wurde. Im Alter wird halt alles schlechter und so wohl auch die Festigkeit des Kiefers. Ich habe mich in den letzten Monaten sogar dabei erwischt, dass ich bei bestimmten Stellungen beim Sex peinlich darauf achte, den Mund geschlossen zu halten, weil sonst der Blickwinkel meines Gegenübers sehr ungünstig ist. Das geht so nicht.


Allerdings dachte ich auch immer, dass der Drops der Korrektur gelutscht wäre oder ich einen Lottogewinn und viele Jahre bräuchte um dann verarmt wenigstens im Altersheim die letzten verbleibenden Zähne gerade zu haben.


3 Kieferorthopäden hab ich gefragt, 2 ähnliche und eine vernichtende Auskunft erhalten. Ich habe mich dann für die mental verträgliche Nachricht der Spezialistin in meiner Nähe entschieden. Angeblich ist in 11 Monaten alles vorbei. Danach noch sog. Retainer rein, die sieht man aber gar nicht und stören auch gar nicht. Über Geld wollen wir mal nicht sprechen, aber irgendwann muss ich was davon haben, dass ich 2 Jobs habe. Also mehr als immer völlig am Ende zu sein.


Seit gestern trage ich die erste Schiene und muss mir mehrfach täglich das Video ansehen wann meine Zähne wie aussehen, denn im Moment nervt`s. Nein, es tut nicht weh, allerdings sind die Kanten etwas scharf und meine Zunge ist gereizt. Außerdem sabber ich vermehrt.  Ich schwör`s, heute Morgen ein fetter Sabberfleck auf dem Kopfkissen. Aussprache geht so. Angeblich hört man es nicht, ich aber komme mir vor als würde ich unter starken Medikamenten stehen und schwammig nuscheln. Leichtes Lispeln inklusive. Und das Reden ist anstrengend. Sehr dienlich in einem Job bei dem man das die ganze Zeit tun muss. Doc sagt, umso mehr ich rede umso schneller gibt sich das Nuscheln. Gestern Abend wollte ich nur noch die Fresse halten und erwischte mich dabei, dass ich deswegen WhatsApp Nachrichten gar nicht mehr so blöde finde.


Da aber durch die Schienen die Schiefstellung noch mehr auffällt, nehm ich`s in Kauf. Sowieso finde ich, dass es auffällt. Tut es wahrscheinlich nicht, dazu muss ich noch den Freundes- und Bekanntenkreis befragen. Was wirklich blöd ist, ich hatte mich für herausnehmbare Schienen entschieden, weil man die eben im Notfall, wichtigen Terminen, Dates etc. raus nehmen kann. Die Wahrheit ist, dass ich sog. Attachements, also kleine Pönöpel, auf die Zähne bekommen habe, die das Ding halten. Ohne Schiene sieht das aus als hätte ich ekeliges Zeug auf den Zähnen. Dann lieber Schiene und Nuscheln.


Ich denke diese Aktion wird mich in den nächsten Wochen um die 5kg kosten. Man darf nämlich mit der Schiene nix außer Wasser trinken. Klar, dass ich Doofi das nicht geglaubt habe und Tee getrunken hab. Jetzt sind die Schienen verfärbt. Wuahhhh. Aber in 14 Tagen gibt`s ja Neue und ich fühl mich im Moment eh nicht in der Laune irgendwas zu unternehmen bei dem ich sexy wirken will oder soll.


Jede Mahlzeit ist Aufwand. Weil Schiene raus (tut weh), essen, Zähne gründlichst putzen, Schiene putzen, Zahnseide benutzen und Schiene wieder rein. Ohne das gibt`s fett Karies und hängt auch alles unangenehm zwischen Zahn und Schiene. Sprich man überlegt sich 2x ob man schnell mal einen Keks inhaliert. Außerdem bringt die Schiene nur was, wenn man sie 22h trägt.


Und wer glaubt 2h würden zum Essen, Kaffee oder Tee trinken locker reichen irrt. Ab jetzt wird jede Mahlzeit geplant, sättigend ausgeführt und vor Allem gut überlegt. Kein Kinderriegel zwischendurch, keine Streuselschnecke, nix. Klar im Notfall kann man mit stillem Wasser und Reisezahnbürste arbeiten, aber das ist unterwegs eher nicht drin.


Ich tröste mich damit, dass das ja total gesund ist, aber ich hab Idealgewicht und müsste nicht abspecken. Egal. Und ich denke es gibt sexualle Praktiken da wird`s unangenehm und das nicht für mich. Dazu gab es im Internet keine Erfahrungsberichte und muss der Real- und Selbsttest zeigen.


Wir werden sehen. In 42 Wochen ist es vorbei.








Freitag, 23. Februar 2018

Diphterie


Ich habe in den letzten Jahren den ein oder anderen vielversprechenden Welpen angeboten bekommen. Da mein Leben aber im Moment keinen dritten Hund zulässt, habe ich immer mit der Begründung abgesagt: wie soll ich den denn nennen? Tuberkulose? Diphterie? Pocken? Ich meine zu Pest&Cholera kann ich ja schlecht eine „Luna“ oder einen „Bruno“ packen. Das Gesamtkonzept muss stimmig bleiben.
Irgendwann wird vielleicht mal ein kleiner Schäferhund mit Migrationshintergrund, vorzugsweise belgisch, einziehen, aber im Moment sind die beiden hundeähnlichen Mitbewohner schon zu zweit noch in der Lage mich an den Rand der Verzweiflung zu bringen. Bei der Nationalität bin ich da recht festgelegt. Holländer sind gestreift (gestromt), das passt zu keinem Outfit. Außerdem egal was man an hat, blondes und dunkles Fell an einem Hund ist Kacke. Schwarze Hose sieht man die hellen Hundehaare, helle Hosen die dunklen. Man muss sein Leben nicht künstlich verkomplizieren. Terrier gibt es in den verschiedensten Varianten, aber ich bin es Leid im Wald zu stehen und wie ein altes Waschweib zu brüllen während der Hund meine Wünsche maximal in Erwägung zieht. Schnauzer und Co.? Ich mag keine Bärte. Weder bei Zwei- noch bei Vierbeinern.
Nein, nein, ein Malinois soll es wieder sein. Kurzes Fell, gehorsam und arbeitsgeil. Hündinnen um max. 25kg. Perfekt. Auf gar keinen Fall ein deutscher Schäferhund. Zuviel Hund (Hündinnen gerne mal 35kg), zu viel Fell. Zu doof (oft). Die deutschen Schäferhunde sind dumpf. Jedenfalls die Meisten. Jahrzehntelange Zucht mit Hundeführern die nur im kriegsähnlichen Kommandoton mit ihren Hunden sprechen hat Früchte getragen. Den meisten deutschen Schäferhunden (DHS) kann man mit dem Baseballschläger zwischen die Ohren kloppen und sie gucken nur leicht verwundert.  Dagegen denke ich beim Malinois nur ein Kommando und er führt es bereits freudig aus. Hier liegt halt die Kunst darin während Prüfungen nicht irgendein Scheiß zu denken. Da kann ich ein Lied von singen, wenn Cholera plötzlich auf lustige und kreative Übungsausführungen kommt, nur weil ich mich gerade nicht konzertiert habe, aber das ist ein anderes Thema.
Also, der DHS geht gar nicht. Und zwar aus ganz anderen Gründen als der Ottonormalbürger glaubt. Es gibt tausende an kerzengeraden Rücken beim deutschen Schäferhund, die Hüften sind so gut wie nie ein Problem, selbst bei den Zuchtlinien mit abfallender Kuppe. Ich kenne viele Schäferhunde, kaum einer hat kaputte Hüften. Dafür haben sie allen anderen Scheiß. Bauchspeicheldrüseninsuffizienz, Allergien, Spondylose und ganz neu auf der absoluten Hitliste: Degenerative Myelopathien. Die sog. DM ist ein richtiger Scheiß, weil sie schwer zu diagnostizieren ist und erst im Alter von ca. 5 Jahren die ersten Symptome auftauchen. Mit 5 Jahren hat eine Hündin schon diverse Würfe gehabt und die angesagten Rüden schon zick Mal gedeckt. Entsprechend rasant verbreitet sich das gerade in der Rasse. Es gibt einen Gentest, den kaum einer macht. Ist ja nicht vorgeschrieben vom Zuchtverband, der das Problem zudem auch noch gar nicht sieht. *Würg
DM vererbt sich rezessiv. Mischerbige Hunde, also reine Träger, sind gesund. Deswegen züchtet man auch völlig naiv weiter ohne Gentest und wundert sich, wenn man von einer „kerngesunden“ Verpaarung Hunde bekommt, die in 5 Jahren kaum noch kriechen können. Ich könnte kotzen bei sowas. Das ist jetzt nicht genetisches Geheimwissen, lernt man teilweise sogar in der Schule, aber nun ja.
Eine Freundin hat eine tolle, „gesunde“, DHS-Hündin. Klein, sportlich, führig. Sie will einen Wurf machen. Mit Papieren und allem Drum und Dran. Und sie wäre nicht eine gute Freundin, wenn sie nicht den Gentest machen würde. Die Hündin ist mischerbig, also Träger des DM-Defektes L Wenn sie einen Wurf machen möchte muss der Rüde reinerbig frei sein. Sonst grenzt es an Betrug. Im Moment gibt es kaum getestete, gute Rüden. Zudem befürchte ich hier auch in wenigen Jahren den großen Beschiss. Bei der Hundezucht geht´s ums Geld und somit wird beschissen wo`s nur geht. Gerade bei den Rüden. Wenn die in hohen Prüfungen dabei waren, kann man mal schnell ein paar tausend Euro Decktaxe nebenher verdienen ohne die Mühen von Aufzucht etc. zu haben. Das, und kein anderer, ist der Grund, warum genetisch bedingte Krankheiten verschwiegen werden. Bei allen Rassen. Und nein, Mischlinge sind nicht gesünder. Sie sind ja eine Kreuzung aus kranken Rassehunden und nein, Genetik funktioniert nun mal nicht so, dass sich nur das Gute zweier Individuen vererbt. Wäre es so, hätten wir ja keine kranken Rassehunde ;-) Und die meisten „Schwarzzuchten“ die ich kenne stehen in Punkto Krankheiten den Hunden mit Papieren in Nichts nach. Ich schweife schon wieder ab.
Ich kenne zufällig einen ziemlich geilen, nicht doofen, durchgetesteten DHS Rüden der decken darf. Reinerbig frei und super Charakter. Hochtriebig in der Arbeit und in der Freizeit gelassen mit Allem. Mensch und Hund. Der Köter ist so cool, dass er sogar Pest souverän einfach ignoriert als der 10kg Zwerg ernsthaft versucht den 40kg Schäferhund zu zeigen wo der Frosch die Locken hat. Diesen Hund finde ich trotz seiner für mich falschen Rassezugehörigkeit richtig gut. Die Hündin von meiner Freundin gefällt mir auch extrem.
Ich habe die beiden verkuppelt. Reduziert man beim DHS alle mischerbigen DM Träger raus, macht man den Genpool ungesund klein. Daher finde ich man darf mischerbig und reinerbig frei mit ruhigem Gewissen verpaaren, wenn man bei den Welpenkäufern offensiv das Thema mischerbig anspricht. Machen die beiden. Und weil ich beide Elterntiere so cool finde, wird wahrscheinlich im Herbst 2019 eine kleine DHS Püppie bei mir einziehen. Ich werde sie Diphterie nennen. Wegen dem Gesamtkonzept.
 
Der zukünftige Papa

Exkurs: der Grund warum man glaubt, das Mischlinge und Hunde ohne Papiere gesünder sind, liegt daran, dass viele Krankheiten bei Hunden die nicht im Sport geführt werden nicht erkannt oder bewertet werden. Zick Haus- und Hofhunde haben schlechte Hüften, aber es fällt einfach nicht auf, weil sie nicht belastet werden. Außerdem werden diese Hunde nicht statistisch erfasst.
 

Montag, 19. Februar 2018

Alles hat ein Ende...

Als erwachsene, einigermaßen realistische Frau weiß man natürlich, dass Liebschaften auf einem gewissen Level eine begrenzte Halbwertszeit haben. Irgendwann  kommen Gefühle einseitig oder gegenüber einem unbeteiligtem Dritten auf oder oder oder.


War mir klar, trotzdem ist es doof. Es betrifft wohl meine herrlich unkomplizierte und beschwingte Liaison mit Herrn Rosenbaum. Blöd.


Herr Rosenbaum ist ja liiert. Find ich gut, denn so ist jeder Gedanke an eine partnerschaftliche Beziehung vom Tisch. Seine Freundin weiß Bescheid und ist sowieso mal schlappe 20 Jahre jünger als er und somit 15 Jahre jünger als ich. Außerdem ist sein Leben und mein Leben nicht kompatibel und das liegt nicht nur an seiner Fellallergie. Ich habe es die letzten 9 Monate herrlich geschafft mich abzugrenzen und einfach den Moment mit ihm zu genießen. Für mich war es das, was diese Affäre, Liebhaberei auszeichnete. Unkompliziertheit und Leichtigkeit des Seins. Wir haben mehr als regelmäßig Kontakt, fast täglich kommt ein guter morgen Gruß. Wenn nicht, wundert sich niemand oder stellt gleich das Gesamtkonzept in Frage.


Zudem wir bis an die Kotzgrenze romantisch und kitschig sind. Wir nennen uns "meine Sonne, mein Herz, mein Morgenstern" und weiteres Groschenromanzeugs. Ein kurzer Herzerwärmer und dann geht jeder seiner Wege.


Seit ein paar Wochen findet Herr Rosenbaum es allerdings eine gute Idee, wenn ich seine Freundin mal kennen lernen würde. Am besten im Zuge einer einschlägigen Veranstaltung nebst gemeinsamer Aktivität auf derselben. Ich kann es schwer beschreiben, aber dazu habe ich mal so gar keine Lust. Egal wie nett die Tante ist. Bis jetzt konnte ich das recht charmant umgehen, da er ja keine Dumpfbacke ist und sie nicht einfach mitbringt. Na ja, bis jetzt halt. Freitagabend die "zauberhafte" Nachricht, dass er und sie auf eine dieser Partys erscheinen werden und das ja ganz toll ist. Ich finde die Idee so toll, dass ich mir ernsthaft überlege spontan zu menstruieren, aber leider leider freue ich mich seit Wochen auf die Party. So oft gehe ich nun mal nicht weg und ich kann am nächsten Tag ausnahmsweise ausschlafen. Okay, ich kotze. Und ja, die Dame ist im allgemeinen als extrem zickig bekannt mit Hang zu Eifersuchtsszenen. Das ist ja auf so Partys ganz angebracht. Örghs. Ende vom Lied, ich konnte ihr weitgehend aus dem Weg gehen und auch deutlich verhindern, dass es dazu kommt, dass sie und ich gleichzeitig auf den gleichen 5qm nackt sind. Herr Rosenbaum teilt mir 2 Tage später darüber sein Bedauern mit. Ich habe nicht das Gefühl, dass das Bedauern auch von ihr aus geht. Von mir auch gar nicht.


Zu Weihnachten hat er mir unaufgefordert ein Geschenk geschickt. Ein sehr besonderer Roman. Ich hatte Pipi in den Augen vor lauter Romantik. Und das ist mir jetzt nicht so in die Wiege gelegt, also die romantische Ader. Er schreibt mir, dass er seiner Freundin exakt das gleiche Buch geschenkt hatte. Boah, Kerle raffen das echt nicht. Für ihn war das besonders romantisch, für mich als Frau wanderte das Buch ungelesen sofort in die "kann weiter verschenkt werden Kiste."


Heute morgen erwischte ich mich bei dem Gedanken "wir müssen reden" und sind damit am Kern des Problems. Das ist nicht der Plan, nicht das Konzept. Reden bzw. das Bedürfnis nach einem solchen Gespräch riecht nach "kompliziert." Das will ich nicht. Wir werden sehen, ob und wie das weiter geht.....