Dienstag, 4. Juli 2017

Selbst ist die Frau - 9mm Automatik (Beretta)

Ich habe ja dieses Ding mit bewaffneten Uniformträgern laufen. Werde ich wohl auch so schnell nicht los, aber ich bin Ü40 und liebe meine Unabhängigkeit. Sprich das mit der Uniform bekomme ich selbst hin, auch wenn meine Einsatzplün nicht so sexy ist, aber Haix Einsatzstiefel habe ich auch. Das mit dem bewaffnet ist schon schwerer. Verdammt.


Trotzdem erzählte ich neulich dem T aus der MTS Kombi, ich würde gerne mal schießen und was soll ich sagen? Ist der Typ doch glatt in so einer Sport-Schieß-Gedöns-Gruppe. Und weil er echt ein Toller ist, organisiert er auch gleich mal was und fragt ganz beiläufig was es denn sein darf. Langwaffe, Großkaliber oder lieber was damenhaftes?


Ich bin echt baff. Seit diesem Treffen hatten wir eigentlich nur locker Kontakt. Noch nicht mal eine Kissenschlacht und er lädt mich einfach so mal in seine Schießgruppe ein.


Gestern war es soweit. Die Gruppe besteht aus Kerlen, die man optisch auch locker an den Kleingärtner-Stammtisch setzen könnte und ich komme direkt aus dem Büro mit Röckchen und Schühchen. Dis-Match bezüglich des Outfits auf ganzer Linie. Egal, Turnschuhe habe ich dabei und alles andere kann ich überspielen. Der Gute hat verschiedene Kurzwaffen dabei damit ich mal probieren kann und ich grinse wie ein frisch gevögeltes Eichhörnchen.


Wir beginnen mit der 9mm. Das sind die Teile, die man aus dem Fernsehen kennt. Die Teile mit denen jeden Samstag mal locker flockig 15 Zombies in den Kopf geschossen wird. Ich habe schon Probleme die Patrone in das Magazin zu bekommen. Tastaturanschlag gibt wohl keine Muskeln im Finger und für meine Hände ist das einfach ungewohnt. Das T erklärt mir in Ruhe die Regeln. Safty first. Jede Patrone muss raus sein, Magazin raus, Waffe mit Lauf nach vorne wenn die Scheiben gewechselt werden. Hört sich alles logisch an, es aber nachher umzusetzen ist ein ganz anderer Drops. Mindestens 2x muss er mich da korrigieren, weil die Waffe nicht gesichert war oder so. Faszinierend sind die Kopfhörer. Man hört jedes gesprochenen Wort klar und deutlich, die Schüsse aber nur gedämpft. Geile Technik und ich will sofort wissen wie das geht. Das T lacht, zuckt die Schultern und antwortet "keine Ahnung, ich bin Koch von Beruf."


Das Schießen selbst in großartig. Ich muss mich leider noch auf die Bewegungen, die Handhabung konzentrieren. Finger nicht da (wird sonst eingeklemmt), Hand so schließen und so weiter, zielen mit Kimme und Korn ist auch so eine Sache. Und ich habe ein bisschen schiss abzudrücken. Ich habe keine Kraft im Oberkörper, nicht das es mich umhaut.


Es hat mich nicht umgehauen, aber das Loch in der Decke war deutlich zu sehen, die Zielscheibe jungfräulich. Das T lacht und da ich jetzt weiß wie sich das anfühlt machen wir Trockenübungen. Die 9mm liegt gut in der Hand, ist aber echt schwer und ich verkrampfe noch. Ich bekomme von den anderen auch tolle Tipps. Sie kümmern sich echt rührend um mich obwohl sie alle das Ganze im Hochleistungsbereich betreiben und ich mich anstelle wie eine Kuh beim melken. Mein Kopf ist noch viel zu sehr an, der Trick besteht darin im Hier und Jetzt zu sein, die Gedanken los zu lassen, zielen abdrücken und nicht schon an den nächsten Schritt zu denken.


Man glaubt es kaum, aber trotz dem Lärm ist Schießen meditativ. Oder kann es sein. Und trotz all der inneren Ruhe hört man dem Lärm, spürt die kleine Druckwelle des Schusses neben einen....


Und ich sehe die Kraft die so eine 9mm entwickelt. Die Löcher in der Wand sind tief. Gruselig dass damit Menschen auf der Straße rum laufen. Lächerlich, dass in Krimis eine Autotür vor so einem Geschoß schützen soll.


Die Stunde ist unglaublich schnell rum. Ganz am Schluss darf ich noch einen Revolver benutzen der mich echt fast umhaut.


Heute schmerzt der obere Rücken, der Nacken zum Glück nicht. Das T schreibt, ich sei einfach noch zu verkrampft weil ich zu viel an den Rückstoß denke. Das nächste mal würde es schon besser werden. Das nächste Mal? Au ja, da freu ich mich drauf :-)



Freitag, 30. Juni 2017

Zombieland vs. Tacka Tucka Land



Freitag. Für meine Verhältnisse ist es nicht früh. Fast 9:00 Uhr. Normalerweise denke ich um die Uhrzeit schon ans Mittagessen. Jetzt liege ich mit Ohrstöpseln und dicken Kopfhörern im MRT. Es hört sich an wie ein Presslufthammer mit Schalldämpfer. Ich laufe ja nicht ganz rund. Monotoner Lärm beruhigt mich und ich döse weg.

Mir geht die vergangene Woche durch den Kopf und mein Ausflug vom emotionalen Tacka Tucka Land zurück ins mentale Zombieland. Zombieland, das Land in dem man immer irgendwie auf der Hut sein muss. Das Land in dem es wenige ruhige Minuten gibt und fast alles fight or flight bedeutet. Man ständig seinen emotionalen Besitz und seine Grenzen, sein Herz und seine Seele gegen Plünderung und Missbrauch schützen muss. Und wie der Name schon sagt, das Land in dem man Gefahr läuft, dass irgendwo eine Zombiehand nach einem greift, einen runter zieht um einen jedes Leben, jede Energie und all das Strahlen wie Fleisch von einem Knochen zu nagen. Emotionale Vampire und Blutsauger die geschickt, kaum merklich irgendwo lauern und einen aussaugen. Mit kleinen Verletzungen, kleinen Demütigungen und Manipulationen immer wieder am Ego kratzen und Zweifel in der Selbstwahrnehmung sähen. So lange bis man gerade so noch funktioniert, überlebt aber nicht lebt.


Ich will das nicht mehr. Ich kann das nicht mehr. Zu lange stand ich im Zombieland und dachte, dass das nun mal die Realität sei. Ich das Beste draus machen könne, aber das Große und Ganze sei nun mal eine Zombieapokalypse.

In Staffel 6 TWD philosophiert einer der Protagonisten über Onlinegaming. In den meisten Spielen geht es darum, in einer feindlichen Umgebung sich durchzusetzen und zu überleben. In den höheren Levels beginnt der Spieler aber aktiv damit seine Umgebung selbst zu gestalten, umzugestalten. Schafft man das nicht, wird man nie in die Riege der High Score Spieler aufsteigen. Das trennt die Spreu vom Weizen. Uhhhh, mal sehen wann ich in GOT wichtige Lebensweisheiten entdecke. Ich bin ehrgeizig, ich will zu den Top Ten der Gamer des Lebens gehören und nicht nur in den unteren Level die Zeit tot schlagen.

Die letzten Wochen, Monate liefen gut. Sehr gut. Job läuft. Ich schaffe es sogar ein fast herzliches Verhältnis zu meinem Kollegen aufzubauen. Dem Kollegen, der mich letztes Jahr noch fast an den Rand eines Nervenzusammenbruches gebracht hat. Passiv-aggressiv und mental nie den Osten verlassen. Der Kollege, der mit dem Firmenwagen 20km fährt, um 3€ beim privatem Getränkeeinkauf zu sparen und die Schultern zuckt, weil das Geld für den Sprit darf man ja nicht rechnen, das bezahlt ja der Brötchengeber. Und der hat genug Geld. Aha.

Also, zurück zum emotionalen Zombieland durch dessen erste Level ich mich gekämpft habe und vor ein paar Monaten Dank ein paar großartigen Mitspielern endlich in die Level aufgestiegen bin in denen ich Anfangen kann Zombieland zu verändern. Ich habe aus Zombieland immer mehr Tacka Tucka Land gemacht. Self improvement bis zur Schmerzgrenze sozusagen. Und was soll ich sagen. Mir gefällt Tacka Tucka Land. In Tacka Tucka Land bin ich nämlich egoistisch. Ich tue was mit gut tut oder ich mache Dinge so, dass sie mir gut tun. In (fast) all meinem Handeln steckt dieser Grundgedanke und selbst bei Dingen, die Alltag und Pflicht bedeuten, wähle ich den Weg so, dass es mit immer etwas bringt. Ich weiß gar nicht mehr, wann ich mich das letzte Mal so zufrieden gefühlt habe und so im Kontakt zu mir war. Dazu hat bestimmt auch „Herr Rosenbaum“ beigetragen. Einfach so, ohne dass er es wusste oder plante. Einfach weil er ist wie er ist und ich aus dem Blickwinkel von meiner Insel aus diese Dinge zulassen und erkennen kann. Aber das ist eine andere Geschichte.

Das MRT brummt noch. 30 Minuten können lang sein. Die letzten Tage habe ich ja wieder gemerkt, dass Zombieland noch nicht Geschichte ist. Ein paar Kleinigkeiten katapultierten mich fast wieder auf die niedrigen Level. Ich habe gemerkt wie anstrengend es noch ist, zu verhindern, dass emotionale Zombies nach mir greifen, mich runter ziehen, mich nervös und unsicher machen. Wie dünn die Grenze noch zwischen den beiden Ländern ist. Und, dass Zombieland mir nicht gut tut. 

Theoretisch könnte ich nach dem MRT ins Büro gehen, praktisch mache ich es nicht. Müsste nach Hause hetzen, Pest und Cholera holen, durch den Regen rennen, durch den Berufsverkehr ins Büro. Ich bin müde. Ich war zu spät im Bett. Zu Hause versorge ich die Aliens und lege mich auf`s Sofa. Ich schlafe 2h und verarbeite den gestrigen Abend. Ein Abend nach dem Tag im Zombieland. Ich war mit Herrn Rosenbaum unterwegs. Und wieder hat er mich begeistert. Er hat eine unglaubliche Art im Hier und Jetzt zu sein. Bisher kannte ich das nur wenn ich meinen Sport betrieben habe, der Kerl zeigt mir ganz unabsichtlich noch andere Wege. Wenn wir zusammen sind, ist er völlig, ganz und gar bei mir und wenn wir uns nicht sehen, ist er wieder in seiner Welt und ich in meiner. Das ist völlig in Ordnung so. Ich mag das. Denn ich schalte den Kopf aus, fühle mich einfach, lasse mich treiben und genieße ohne irgendwas in Frage zu stellen oder sogar zu hinterfragen.

Ich wache auf und bin versucht auf dem Sofa liegen zu bleiben. Aber ich weiß, dass mir das nicht gut tut. Büro schwänzen und dann mental und körperlich zu versacken macht mir ein schlechtes Gefühl. Ich mache eine lange Runde mit Pest und Cholera. Ich werde klatschnass. Es ist mir egal. Ich lege mich trocken und weigere mich „Lillyfee“ eine verbindliche Zusage für Samstag zu machen. Ich sage ihm ruhig und sachlich, dass meine Woche so von Terminen bestimmt war, dass ich mich für Samstag nicht festlegen will. Es ist mein einziger freier Tag, Sonntag wieder Nebenjob von 10 – 18 Uhr. Ich mache meine Gymnastik und rolle mir die Faszien aus. Ich trinke Ingwertee. Das Knie tut weh und ich weiß, wenn ich das brav mache, hört es ohne Schmerzmittel wieder auf weh zu tun. Ich tue was mir gut tut und ich weiß genau was das ist. Welcome back in Tacka Tucka Land.


Mittwoch, 28. Juni 2017

Jeopardy ist everywhere


Ich las gerade in einem anderen Blog, dass ihr Date sich immer mal wieder meldet und musste natürlich gleich an Jeopardy denken. Für die Späteinsteiger hier: Jeopardy, ein abgelegter Liebhaber von mir, nein, noch nicht mal das. Wir hatten ein sexfreies Date. Danach sagte er mehrere Dates mit fadenscheinigen Begründungen, inkl. kranker Oma, ab und als ich darauf hin meinte er könne das alles mal knicken mit mir, meldete er sich regelmäßig mit Nachrichten. Alle enthielten das Gleiche „blabla, Du bist mir wichtig, ich werde es Dir beweisen etc. pp.“ Diesen Worten folgten, wie erwartet, keine Taten. Die Nachrichtendichte ließ auch irgendwann mal nach. Inzwischen ist sie völlig abgeebbt.

Und auch wenn ich ansonsten zurzeit die reinste Gänseblümchenwiese im Hirn habe, immer an das Gute glaube, in diesem Fall ist mir völlig klar, dass er und andere das nicht machen, weil ihnen plötzlich einfällt wie toll sie uns fanden. Auch wenn der Gedanke natürlich hübsch ist.

Dazu muss man wissen, Männer räumen nicht auf. Auch nicht im Handy. Während ich regelmäßig Nummern von Menschen mit denen ich keinen Kontakt mehr habe und die mir nicht wirklich wichtig waren lösche, behalten Kerle Nummern ewig. Wirklich ewig. Irgendwann sitzen sie auf dem Sofa, schieben Frust, kein Bier im Haus, Masturbation langweilt, was auch immer und sie denken, ach, ich melde mich mal bei der. Ist aber wie mit Hunger und zu faul sein einkaufen zu gehen, das alte Brot oder die alten Gummibärchen als „geht doch noch“ zu deklarieren. Macht man nur, wenn man echt zu gar nichts anderem Bock hat und sich nicht aufrafft das Haus zu verlassen. So ca. 95% meiner abgelegten Liebhaber, langweiligen Dates oder was melden sich innerhalb der kommenden 12 Monate nach dem letzten Treffen bei mir. Ist ja auch einfacher als umzuziehen um bei Tinder endlich mal neue Gesichter zu sehen und zu realisieren, dass man die gesamte Umgebung schon „abgegrast“ hat.

Leider treffen da dann ab und zu zwei Welten zusammen. Er will gerade befinden, dass ich doch nicht so doof war und als Notnagel tauge, ich habe vor Monaten seine Nummer gelöscht und Namen konnte ich mir nie merken.  Wie so vieles andere offensichtlich nicht.

Unbekannte Nummer: Hey, wie geht`s Dir? Schau mal der Link, das geht doch über Deinen Nebenjob, ist echt interessant (es folgt eine wirklich lange Nachricht.)

Ich: Was? Wer bist Du?

Unbekannte Nummer: Na ich bin`s. Wilfried.

Ich: Wer?

Unbekannte Nummer: Na wir haben ganz oft versucht uns mal zu treffen, hat aber nie geklappt.

Uff, ich erinnere mich an andere Situationen. Da konnten sich Typen exakt an das Date erinnern und bei mir machte es nicht klick. Am peinlichsten wenn ich nicht weiß, ob ich mit dem Typen Sex hatte. Aber mal ehrlich, wie dement bin ich, wenn ich mich an einen Typen nicht erinnern kann, der Wilfried heißt? Und er weiß was ich nebenher mache. Wah….gruselig. Peinlicher Moment

Aber man kann ja immer Dinge ändern. Also lösche ich keine Nummern mehr. Oder ich blockiere sie gleich. Problem erkannt, Problem gebannt. Ich meine es hatte doch bestimmt einen Grund wenn man sich gar nicht oder nicht mehr getroffen hat. Und ich steh so gar nicht darauf Notnagel zu sein, trotzdem erscheint es sinnvoll, wenn man weiß wer einen da nach Monaten antextet.

So hab ich auch gleich erkannt als mich der Schmock aka SEK tatsächlich wieder anschrieb. Verdammt. Da hätte ich die linke Brust drauf verwettet, dass das Thema gegessen ist. Er hat`s auch gleich mit Humor versucht und witzelte rum, dass er mit dem Wanderzirkus mal wieder unterwegs war.

Schmock: Hey, Deine Länderaufstellung im Blog müsste sich erweitert haben. Habe mich im Ausland über einen lokalen Server eingeloggt.

Ich (schicke einen Scrrenshot meiner Statistik): Ach, in Dänemark?

Alter Falter, der Typ ist 40 Jahre alt und eiert kommunikativ wie ein 14-jähriges Schulmädchen rum. Ich meine was will er mir sagen und warum? Klar, er möchte mir mitteilen, er wäre wieder in einem Auslandseinsatz gewesen, aber warum? Und warum sagt er es nicht einfach so? Vielleicht doch mal ein Praktikum bei „Fakten, Fakten, Fakten“ machen? Egal. Er versucht es sogar mit Humor als ich frage wie es dem Pony geht und schickt ein Foto von sich in voller Plün in der Wüste. Ich knicke mir die Frage ob er in Nevada Paintball spielen war. Ich bin mit mir selbst zufrieden, dass ich diesmal wusste wer mich anschreibt und um was es wohl gehen soll. Es geht eh wieder wie immer aus. Er meldet sich und verschwindet dann wieder ohne irgendeine wirkliche Aussage gemacht zu haben. Ich dachte immer so was lernt man in seinem (angeblichen) Job. Ich meine die Jungs sagen doch auch: „wir brechen die Tür jetzt auf“ und nicht „übrigens gehört Ihre Wohnung zu unserem Einsatzgebiet und die Tür kann man aufbrechen“. Gut, aber wenn diese Jungs vor der Tür stehen, gibt es auch einen konkreten Anlass und nicht „gerade sonst nichts zu tun oder die letzten Einsätze waren öde und man schaut mal ob hier was geht.“ Im Fall des Schmocks läuft also entweder die Akqusie einer Neuen schlecht oder die bestehende ist gerade anstrengend *gähn.

Also, liebe lost in dating, die Moral von der Geschichte: wenn sich ein Typ alle 3 Monate bei Dir meldet, tut er das nicht weil er Dich so toll findet, sondern weil sein letztes Date blöd war und er Frust hat. Oder weil ihm die Klöten jucken und er zu faul zur Neuakquise ist. Denk dran, Du bist echt zu schade um wie altes Brot behandelt zu werden ;-)

 

 

 

Freitag, 23. Juni 2017

Dating(pannen) - der kleine Terrier

AGCC hat mich in seinen Fundstücken heute verlinkt. Ich musste sofort daran denken, wie wir uns kennen gelernt haben. Über unsere Blogs. U.a. saß ich eines Tages in Lehrte in einem völlig abgefracktem Hotel in Haix Einsatzschuhen und lass in seinem Blog einen Artikel über handgefertigte Herrenschuhe. Ich liebe Kontraste. Und ich weiß, dass er gerne Artikel über Pleiten, Pech und Pannen im Datinggeschäft liest. So, here we go:


In diesem Fall Pannen in Klammern. Denn eigentlich war der Kerl ja ganz lieb, nur halt etwas überbemüht. Touch to much. Selten zieflführend. Sprich der Kerl hüpfte die ganze Zeit wie ein kleiner Terrier, der alles tut um Aufmerksamkeit zu bekommen, um mich rum. Und dabei meine ich nicht diese wadenbeissenden Kläffer, eher so Modelle wie Pest, der wenn ihm langweilig ist an mir rum hüpft, seinen Ball in die Luft wirft und einfach extrem niedlich ist. Hier mal ein Beispiel:


video


Also, schon als ich den Kerl kennen gelernt habe, tatsächlich einmal in freier Wildbahn und nicht im Netz, schlawenzelte er recht verzückt den ganzen Abend um mich rum. Anstatt Bälle und Kauknochen schleppte er Getränke an. Grundsätzlich eine bessere Idee als hätte er einen Ball angeschleppt, aber Bälle kann man durch den Raum werfen und während ein Terrier hinterher hechtet, hat man kurz Ruhe. Mit Getränken ist das nicht praktikabel. Zudem ich irgendwann gelinde gesagt strunzvoll war. Ganz schlecht bei mir. Ab einem gewissen Alkohollevel möchte ich nämlich einfach meine Ruhe und nach Hause. Am besten bevor ich kotze.


Nun ja, irgendwie ist aber seine Nummer bei mir gelandet und wir trafen uns ein paar Tage später bei ihm. Ich war wie immer pünktlich. Er hatte keine Getränke im Haus. Laut eigener Aussage weil er gar nicht damit gerechnet hatte, dass ich wirklich erscheine. Aha. Aber bemüht wie kleine Terrier nun mal sind spurtete er los, um schnell was zu besorgen und ich stand alleine in dieser Wohnung. Eine Wohnung, die mir als 100qm Dachgeschoss, Altbau angepriesen worden war. Alles richtig, aber mal Hand auf`s Herz. An was denkt ihr wenn ihr so was hört? An hohe Decken, lichtdurchflutet? Ich auch. Ich stand aber in so einem Altbau mit niedrigen Decken und kleinen Fenstern. Die letzte Renovierung musste 30 Jahre her sein. Alles stand kreuz und quer und es gab keine Sitzgelegenheit außer am Schreibtisch. Obwohl es gab Sitzgelegenheiten, aber die waren voll mit Papieren, Ordner und tausend Dingen. Auch alle Tische. Ich habe schon lange nicht mehr so ein Chaos gesehen. Als der kleine Terrier zurück kam, konnte ich meine Verwunderung ganz gut in Alkohol ertränken, während er ständig Dinge von links nach rechts und dann wieder nach links räumte, damit ich irgendwo sitzen könnte. Konnte ich aber nicht. Man kann Dinge nämlich nur sinnvoll wegräumen, wenn es irgendwo Platz gibt sie hinzuräumen. Er wuselte also durch die Gegend ohne jedes brauchbares Ergebnis. Und während ich erfolgreich begonnen hatte mich zu betrinken, erzählte der kleine Terrier mir, wie er die Wohnung umgestalten würde, damit ich inkl. Pest&Cholera einziehen könnten. What?
  1. Ich weiß überhaupt gar nicht, ob so eine gemeinsame Meldeadresse meinen Vorstellungen einer Beziehung entspricht.
  2. Wie soll ich hier einziehen, wenn noch nicht mal Platz zum sitzen ist?
  3. Und überhaupt, wir haben das erste Date? Wer spricht da von so was?
  4. Ist das Leben wirklich eine Bitch. Ich hatte mich gerade in einen Typen verguckt, dem es schon zu einengend war einen verbindlichen Termin für ein nächstes Treffen zu benennen während dieses Modell hier schon von einer gemeinsamen Zukunft referierte.
Lange Rede, kurzer Sinn, ein paar Tage später schrieb ich ihm, dass wir uns wohl nicht mehr sehen werden. Ich fühle mich selten überfordert, aber der Typ hat mich geschafft. Ich glaube es lief sehr, sehr lange folgender Titel als Dauerschleife in meinem Auto:







Mittwoch, 21. Juni 2017

Und sonst so?

Ich sitze beim Orthopäden. Da ich Depp auf die Frage wie ich versichert bin ehrlich geantwortet habe, habe ich 4 Wochen auf den Termin gewartet.




Orthopäde I: Worum geht`s?
Ich: 2 Zysten am Knie, dick, tut weh.
Orthopäde: Sie können ruhig in ganzen Sätzen mit mir reden.
Ich. Klar, kann ich das. Ich habe ja Abitur.




Was folgte war wohl die Retourkutsche auf meine freche Klappe. Rezept für Schmerzmittel, ich solle in 3 Wochen noch mal kommen. Dass ich seit 5 Wochen unter rezeptpflichtigen Schmerzmitteln stehe war ihm egal. Ich bin aber nur teilzeitblöd und hatte eh schon einen zweiten Termin bei einem anderen Orthopäden. Der guckt sich das Zeug an das ich schlucke, nickt und schreibt umgehend eine Überweisung zum MRT. Da bin ich nächste Woche. Ich dachte es wäre der Meniskus, scheint aber eher ein Knorpelschaden zu sein *f***




Pest wird alt. Und dick. Okay, da ich nicht so mobil bin, bewegt er sich nicht mehr so viel und verfressen war er schon immer, aber er setzt einfach schneller an. Sein neues Lieblingsspiel heißt "Schnüffelteppich". Nicht so viel bewegen und essen. Sehr geil, sagt er. Essen wird ja im Alter immer wichtiger.


Und er wird altersmilde. Er schmust inzwischen auch mit gleichgeschlechtlichen Lebewesen.






Muss ich erwähnen, dass böse Zungen behaupten es läge an dem Schlag auf den Kopf, den er in Tschechien bekommen hat?


Cholera kommt auch nicht in Form. Mitte August laufen wir eine größere Meisterschaft. Um in Form zu kommen, müsste ich fleißiger sein. Aber irgendwie sind mir im Moment andere Dinge wichtiger. Und ihr offensichtlich auch.






Mein Liebesleben ruht im Gegenteil zu meinem Sexualleben, welches
mich selbst hin und wieder erstaunt. Jedenfalls wenn ich Zeit habe darüber nachzudenken. Aus irgendeinem Grund habe ich zur Zeit 3 Dauerliebhaber. Die kennen sich untereinander sehr gut und kommen mit der Konstellation prima klar. Bei Schäferstündchen wird regelmäßig verabredet einen der beiden anderen dazu zu holen. Irgendwie ist das strange, aber alle 3 sind völlig unterschiedlich und geben Gas mich zu beeindrucken. Wahrscheinlich in der Hoffnung mich öfter als alle 3 Wochen zu Gesicht zu bekommen. Zu einem sage ich in einem Nebensatz, dass ich gerne mal rumballern würde und zack organisiert er Rumballern in Adlershof, inkl. Großkaliber. Dem Nächsten sage ich, ich hätte Interesse einen gutaussehenden Single kennen zu lernen und zack, kommt bei unserem Schäferstündchen ein bahnbrechend gutaussehender alleinstehender Kumpel von ihm dazu. Usw.


Ach so ja, Zeit. Die fehlt irgendwie. Nebenjob läuft wie die Sau, Hauptjob ist sehr anstrengend. Viele komplizierte Sachen, Abends hirntot. Ich schlafe wie ein Baby. Ich habe neuerdings so ein Lavendel Kissenspray. Ich bilde mir ein es liegt daran. Wenn es so ist, sollte ich, falls ich mal ein Schäferstündchen zu Hause habe, die Bettwäsche wechseln. Sonst schläft das auserwählte Modell sofort ein. Wäre auch irgendwie doof.


Sobald ich wieder mehr Kapazitäten im Hirn frei habe, möchte ich wieder mehr über ernsthafte Dinge schreiben. Und natürlich ein paar Wünsche aus der "Wünsch Dir was" Aktion kamen.










Dienstag, 20. Juni 2017

(Kein) Buchtipp

Ich habe immer das ein oder andere "Raucherpausenbuch". Das sind Bücher, bei denen man 2-10 Seiten lesen kann, sie weglegt und dann irgendwann wieder anfängt und weiß worum es geht. Ideal für die Raucherpause also. Dazu gehörte in letzter Zeit "erkennen Sie die Psychos in ihrem Leben", welches wirklich ganz nett war und in den letzten Tagen dieser Titel:




Und das war ab der 50. Seite das Langweiligste was ich je in Raucherpausen getan habe. Anfänglich war es noch nett geschrieben und man musste ab und zu nicken. Danach kamen nur noch Wiederholungen und immer nur die Situation wenn man den zukünftigen Vater seiner Kinder sucht. Keine Kinder zu wollen ist keine Option. Familie geht über alles, auch über die berufliche Selbstverwirklichung, die ja auch ganz böse ist. Ich habe zunächst brav weiter gelesen, dann weiter geblättert und irgendwann nur noch Überschriften gelesen.


Also, auch beim Kindle Prime Day Finger weg. Den Inhalt kann ich euch auch in 2 Minuten erklären, wenn es interessiert.



Der Typ ist einfach immer wieder ein Lacher wert...der kann das nicht ernst meinen